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GISWIL: Bahnhof und Post als neue Nachbarn

Mit 150 Kisten und Kästen ist gestern die Gemeindeverwaltung in ihr neues Domizil gezügelt. «Wir sind hier an einem zentralen Platz und hoffen, dass wir transparenter und bürgernäher werden», sagt René Kiser, Leiter Bauinfrastruktur.
Marion Wannemacher
Michelle Zemp und Ruedi von Holzen schliessen den PC an. (Bild: Marion Wannemacher (Giswil, 27. Oktober 2017))

Michelle Zemp und Ruedi von Holzen schliessen den PC an. (Bild: Marion Wannemacher (Giswil, 27. Oktober 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

Im Gemeindehaus ist was los, zumindest im neuen. Michelle Zemp schliesst den Bildschirm an, Ruedi von Holzen, Abwart des Schulhauses, hilft ihr mit dem PC. Ausnahmsweise ist er heute im neuen Domizil der Gemeinde Giswil. Eine Gemeindeverwaltung zügelt.

In der neuen Schalterhalle im Erdgeschoss sieht es bereits tipptopp aus: Die meisten Schachteln sind ausgepackt und liegen bereits ordentlich zusammengefaltet auf einem Stapel. Michelle Zemp freut sich über ihren neuen Arbeitsplatz: «Es ist das erste Mal, dass ich selbst überlegen kann, wo ich was hinstelle», erzählt sie. Bislang befand sich der Schalter im ersten Stock. Dort sei sie versteckt in der Ecke gesessen und habe immer mit einem Ohr horchen müssen, wenn die Tür aufgegangen sei. Jetzt ist die angehende Kauffrau im zweiten Lehrjahr mit ihrem Schreibtisch direkt hinterm Tresen.

«Wir sind mit Post, Bank, Bahnhof und Geschäften an einem zentralen Platz und hoffen, dass wir transparenter und bürgernäher werden», sagt René Kiser, Leiter Bauinfrastruktur der Gemeinde. Erst nach Baubeginn seien noch die neue Ärzte­gemeinschaft Bruno Dillier und Silvia Schmitz sowie die Podologie- und Massagepraxis Andrea Furrer und Maja Burch dazugekommen. «Jetzt können die Giswiler hier im Zentrum alle Bedürfnisse abdecken», frohlockt er.

Züge im Bahnhof fahren geräuschlos vorüber

Vom frisch eingerichteten Pausenraum aus eröffnet sich ein Ausblick über den Bahnhof. Der aus Lungern einfahrende Zug ist zwar zu sehen, sämtliche Geräusche bleiben dank Dreifachverglasung draussen. «Es ist ein Minergiehaus», hebt Kiser hervor und führt durch die neuen Räume: Im ersten Stock sind Sozialdienst und Bauamt untergebracht, ausserdem zwei modern eingerichtete Sitzungszimmer und ein Büro für den Gemeinderat. Kaum zu glauben: Die Gemeinde Giswil hatte am alten Standort kein WLAN, also kein drahtloses lokales Netzwerk.

Das alte Gemeindehaus am Kirchplatz ist übrigens für 2300 Franken zu mieten. Ein Auftritt beim Internetportal Newhome blieb bislang erfolglos. Jetzt werde angestrebt, die Immobilie zu verkaufen.

Kiser freut sich über den pannenfreien Umzug in Eigenregie mit allen 150 Schachteln. Die zum grossen Teil neuen Möbel seien bereits aufgebaut gewesen, heute wird eingeräumt. Mit Zügeln kennt sich der Leiter Bauinfrastruktur aus: Als die Kantonsschule Obwalden ihren neuen Standort bezog, stand René Kiser federführend dahinter.

Dass es nach zweimaligem Flopp an der Urne nun doch ein neues Gemeindehaus am Bahnhof gebe, sei auf seine Initiative hin passiert. Als er vor drei Jahren nach Giswil gewechselt habe, seien Verwaltung und Gemeinderat vom Scheitern des Projekts überzeugt gewesen, betont René Kiser. Neu hat die Gemeinde auf eine Tiefgarage verzichtet und ein kleineres Gebäude mit der Generalunternehmung Eberli geplant. Aus den ursprünglichen Kosten von rund 6,5 Millionen Franken für Stockwerkeigentum wurden 5,4 Millionen Franken für das komplette Haus samt Wohnungen. 3,2 Millionen Franken kostet das Gemeindehaus. Als Besitzerin kann die Gemeinde von der Vermietung der Praxen und dreier Wohnungen im Obergeschoss profitieren. Entgegen kamen tiefe Hypothekarzinsen und günstige Darlehen. Ein Teil der Kosten amortisiere sich, hält René Kiser fest. «Ja», sagt er, «heute ist ein Freudentag.»

René Kiser, Leiter Bauinfrastruktur Giswil: «Jetzt können die Giswiler hier im Zentrum alle Bedürfnisse abdecken.» (Bild: Marion Wannemacher (OZ) (Obwaldner Zeitung))

René Kiser, Leiter Bauinfrastruktur Giswil: «Jetzt können die Giswiler hier im Zentrum alle Bedürfnisse abdecken.» (Bild: Marion Wannemacher (OZ) (Obwaldner Zeitung))

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