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Giswil begrüsste seinen neuen Pfarrer

Die Pfarrei feierte ein Freudenfest mit Musik, Gesang und Gebet.
Romano Cuonz
Pater Gabriel Bulai (Bildmitte) zieht mit den Konzelebranten Pater Klaus Renggli, Generalvikar Martin Kopp Dekan Bernhard Willi (von links) in die Pfarrkirche Giswil ein. Bild: Romano Cuonz (Giswil, 8. September 2019)

Pater Gabriel Bulai (Bildmitte) zieht mit den Konzelebranten Pater Klaus Renggli, Generalvikar Martin Kopp Dekan Bernhard Willi (von links) in die Pfarrkirche Giswil ein. Bild: Romano Cuonz (Giswil, 8. September 2019)

«Lieber Gabriel, hast du dir das gut überlegt, als du sagtest, du wollest ganz gerne Pfarrer bei den Giswilern sein?» fragte Generalvikar Martin Kopp als Festprediger den 39-jährigen und gebürtigen Rumänen Gabriel Bulai in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche St.Laurentius. Und wie die Gläubigen dann doch etwas stutzten, verwies Kopp darauf, welche Rolle Jesus einem Pfarrer zugedacht hat. Wenn man seine Worte im Evangelium zum Nennwert nehme, heisse das nicht Erster sein – viel mehr Diener, allenfalls sogar Sklave sei man in diesem Amt.

Pater Gabriel Bulai aber hatte sich schon in seiner Tätigkeit als Pfarradministrator, vorab als Diener und vor allem auch als guter Zuhörer der Menschen verstanden. Das dankte ihm das Pfarreivolk an diesem für ihn grossen Tag. Schon beim Einzug, als die Musikgesellschaft aufspielte und der Frauenchor unter der Leitung von Antonia Durrer den Gospelsong «I’m On My Way» sang, spürte man, wie sehr Giswilerinnen und Giswiler ihren neuen Pfarrer unterstützen wollen. Und Gabriel Bulai war denn sichtlich gerührt, als er die Gläubigen und auch seine Familie, die von weither angereist war, begrüsste.

Dekan überreicht dem neuen Pfarrer die Schlüssel

Kirchenpolitisch gesehen hat die Kirchgemeinde ihren neuen Pfarrer – ob Priester oder Laientheologe – an einer Versammlung zu wählen. Die eigentliche Ernennung aber sei Sache des Diözesanbischofs, erläuterte Dekan Bernhard Willi. Um diesem Prozedere Nachdruck zu verleihen, verlas er gleich zu Beginn der Feier das Ernennungsdekret des apostolischen Administrators, Bischof Peter Bürcher aus Chur, und überreichte dann den Brief dem neuen Pfarrer. Die Einsetzung eines Pfarrers wird durch ein weiteres, schon sehr altes Zeremoniell begleitet. Bernhard Willi dazu: «Als äusseres Zeichen überreiche ich als Dekan dem vom Volk und vom Bischof gewählten Pfarrer die Schlüssel zur Pfarrkirche». Diese Übergabe symbolisiere, so Willi weiter, den Leitungsdienst, den ein Pfarrer übernehme. Der Schlüssel zur Kirche beinhalte aber auch die Aufforderung, sich als Seelsorger um die Menschen mit ihren Anliegen zu kümmern. Noch bevor der frischgebackene Pfarrer Gabriel Bulai selber ans Lesepult trat, übergab ihm der Dekan noch das Evangelienbuch. «Damit betraue ich den neuen Pfarrer mit der Aufgabe, das Evangelium als Frohe Botschaft zu verkünden», erklärte Willi den Gläubigen.

«Man kann sich einen Pfarrer zurechtrücken, wie man sich das immer vorstellen mag: Modell bleibt aber immer Jesus», ermahnte Generalvikar Martin Kopp in seiner Predigt.

Der neue Giswiler Pfarrer Gabriel Bulai begrüsst seine Familie, die eigens aus Rumänien zur Feier angereist ist. (Bild: Romano Cuonz, Giswil, 8.September 2019)

Der neue Giswiler Pfarrer Gabriel Bulai begrüsst seine Familie, die eigens aus Rumänien zur Feier angereist ist. (Bild: Romano Cuonz, Giswil, 8.September 2019)

Grosse Erwartungen an einen Pfarrer

Jesus habe von sich gesagt, er sei gekommen, nicht um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und am Schluss auch noch sein Leben hinzugeben, damit die Menschen erlöst seien. Und wörtlich: «Wir Seelsorger sollten an ihm Mass nehmen, auch wenn wir unser Ungenügen viel zu gut kennen.» Die Erwartungen an einen Pfarrer seien gross. Doch mit einem Blick in die Kirche, wo Sängerinnen und Sänger, Fahnendelegationen, Trachtenleute, Ministrantinnen und Ministranten, Jugendliche und Alte mitbeteten, sprach er dem neuen Pfarrer auch Mut zu: «Gerade dieser Gottesdienst zeigt, dass wir für dich, lieber Gabriel, und für die Pfarrei beten, echt, weil es uns so am Herzen liegt, dass Gott dir, aber auch allen, die da mit dir sind, Kraft und viel Gnade gibt, damit hier das Evangelium Wurzeln schlagen kann, auch durch dich – was wollten wir am Ende mehr?»

Darüber, wieder einen geweihten Priester als Pfarrer zu haben, zeigte sich auch der Kirchgemeinderat unter der Leitung von Thomas Kostner und Kurt Slanzi glücklich.

Gabriel Bulai wurde 1980 als zweites von fünf Kindern in einer rumänischen Bauernfamilie geboren. Als Priester und Franziskanerpater arbeitete er zuerst in einer Wallfahrtspfarrei im österreichischen Graz, wo er die deutsche Sprache lernte. Bevor er nach Giswil kam, arbeitete er im Juvenat in Flüeli-Ranft.

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