GISWIL: Bike-Arena fordert weiterhin Geduld

Die Gelder wären gesprochen, trotzdem geht es mit der Bike-Arena nur harzig voran. Das Problem liegt beim Auenschutz und den Verfahrensdauern.

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Bis die Biker, wie hier in Emmetten, die Giswiler Bike-Arena benützen können, wird es noch einige Zeit dauern. (Bild: PD)

Bis die Biker, wie hier in Emmetten, die Giswiler Bike-Arena benützen können, wird es noch einige Zeit dauern. (Bild: PD)

Philipp Unterschütz

Seit 2009 laufen die Vorbereitungen für die Bike-Arena Giswil. Laut Business-Plan sollen für 180 000 Franken ein Natural-Bike-Park entstehen und drei Bike-Routen in verschiedenen Stärkeklassen ausgeschildert werden. Unter der Trägerschaft Giswil-Mörlialp Tourismus wurde der Businessplan im vergangenen Sommer beim Regionalentwicklungsverband Sarneraatal (REV) eingereicht, und zur grossen Freude der Verantwortlichen rutschte ihr Projekt noch in die Periode 2014. «Wir hatten Glück, dass gewisse Projekte nicht ausgeführt worden waren, es standen deshalb nicht ausgeschöpfte Mittel zur Verfügung», sagt Projektleiter Christoph Zumstein, Vorstandsmitglied von Giswil-Mörlialp Tourismus. 82 000 Franken wurden vom REV zugesichert, 100 000 sind Eigenleistungen von Giswil-Mörlialp Tourismus. Die Hälfte der REV-Gelder von rund 40 000 Franken hat man bereits Anfang Jahr erhalten, die zweite Rate soll 2015 überwiesen werden. Wirklich vorangekommen ist das Projekt aber seither nicht mehr. «Wir hätten das Kapital, aber uns sind die Hände gebunden», sagt Zumstein.

Auenschutz verzögert Bike-Park

Zwei Problemfelder verzögern das Projekt. Das eine ist eine Folge des nationalen Auenschutzes, in welchen die Laui Giswil miteinbezogen ist. Der Natural-Bike-Park käme zu einem grossen Teil in dieses Gebiet zu liegen. Regierung und Behörden zogen den Unmut von Gemeindebevölkerungen und -behörden auf sich, als sie Ende 2014 den Schutz- und Nutzungsplan für die Auen Laui und Steinibach (Sarnen) öffentlich auflegten. Vorgeworfen wurde, auch vom Kantonsrat, eine mangelnde Information. Nun soll die Regierung nach dessen Willen versuchen, den Bund zu bewegen, die beiden Auen aus dem Auenschutz zu entlassen.

Ein schwieriges Unterfangen, das jahrelang dauern dürfte. «Bei der Eingabe unseres Businessplans wussten auch wir noch nichts vom Auenschutz», sagt Christoph Zumstein. «Obwohl mit Schwierigkeiten zu rechnen ist, werden wir aber im Sommer trotzdem das Projekt für den Natural-Bike-Park einreichen.» Die vom REV gesprochenen Gelder sind nämlich mit dem Bike-Park verknüpft. Kann dieser nicht realisiert werden, wird der Beitrag von 82 000 Franken um 28 000 Franken reduziert. «Wir haben beim REV angefragt, ob es möglich sei, die Gelder trotzdem vollumfänglich auszulösen, wenn anstelle des Natural-Bike-Parks drei weitere Routen ausgeschildert würden», meint Christoph Zumstein zu einem möglichen «Plan B». Antwort habe man noch keine erhalten.

Bereinigung der Routen

Das zweite Problem sind die Verfahren, in denen auch die drei im Dezember 2014 eingereichten Strecken stecken. «Wir haben die Routen zur Konsolidierung, also zur internen kantonalen Bereinigung, den Fachstellen, Gemeinden und interessierten Kreisen zur Stellungnahme vorgelegt», sagt Stephanie von Samson, Leiterin des Amtes für Raumentwicklung und Verkehr. Diese habe man ausgewertet. «Jetzt laufen die Gespräche über die Bereinigungen, und dann erfolgt allenfalls eine Interessenabwägung. Was die Stellungnahmen beinhalten, kann ich im laufenden Verfahren nicht bekannt geben.» Wie lange die Bereinigung dauert, könne sie nicht abschätzen, meint Stephanie von Samson, man wolle aber zügig vorwärtskommen.

Für die Verantwortlichen der Bike- Arena drängt die Zeit. «Bis Ende Mai hätten wir eigentlich die Konsolidierungen haben sollen, damit wir im Spätherbst und im Frühling die Beschilderungen vornehmen könnten», meint Christoph Zumstein. In einem weiteren Schritt werden die Routen nämlich auch noch mit betroffenen privaten Grundeigentümern in einem Auflageverfahren zu bereinigen sein, was ebenfalls eine gewisse Zeit braucht. Erst anschliessend läuft die Signalisation der Bike-Routen mit Schweizmobil gemäss festem Zeitplan. Neue Routen müssten dort jeweils bis Ende Juni vorliegen.