GISWIL: Das «Jump» nimmt den Regelbetrieb auf

Der Testbetrieb des Jugendtreffs war ein Erfolg. Die Leitung liegt nach wie vor in den Händen von Jugendlichen – mit professioneller Unterstützung.

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Ein Team von Jugendlichen organisiert das «Jump» – hier beim Start des Probebetriebs. (Bild: Corinne Glanzmann (Giswil, 17. Mai 2016))

Ein Team von Jugendlichen organisiert das «Jump» – hier beim Start des Probebetriebs. (Bild: Corinne Glanzmann (Giswil, 17. Mai 2016))

Am kommenden Freitag beginnt im «Jump» der reguläre Betrieb, wie die Gemeinde Giswil kürzlich mitteilte. Den Jugendtreff im Luftschutzkeller des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) gab es schon zuvor, 2015 musste er jedoch mangels Leiterinnen und Leitern geschlossen werden.

Das Team, das bereits für den Testbetrieb im vergangenen Jahr zuständig war, führt den Treff auch weiterhin. Die sieben Oberstufenschülerinnen und -schüler seien dabei selbstständig für die Organisation zuständig, sagt Gemeinderätin Doris Ming. Wurde das Projekt während der Testphase massgeblich von der Fachstelle für Gesellschaftsfragen des Kantons unterstützt, ist jetzt die Gemeinde zuständig. «Vergangenes Jahr war die Schulsozialarbeiterin ehrenamtlich für die fachliche Begleitung besorgt», so Doris Ming. Sie habe jedoch eine neue Herausforderung gefunden.

Leistungsvereinbarung mit der Büro West AG

Für den Regelbetrieb sei jetzt die Gemeinde zuständig. «Die fachliche Begleitung können wir nicht von der Gemeinde her gewährleisten. Dafür fehlen uns die Ressourcen», hält die Gemeinderätin fest. Auf Vorschlag der Fachstelle hat die Gemeinde daher mit der auf Jugendarbeit spezialisierten Büro West AG Luzern eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen. «Dabei geht es ausschliesslich um die Begleitung des Treffs, nicht um eine offene Jugendarbeit», betont Doris Ming. Rund 9700 Franken im Jahr kostet das Engagement die Gemeinde, rund 2000 Franken sind zudem für Unterhalt vorgesehen. Der Betrieb selber müsse durch die Jugendlichen selbsttragend sein.

«Es gelten die gleichen Rahmenbedingungen wie für die Testphase», so Doris Ming. Der Treff soll jeweils am Freitagabend bis 23 Uhr für Schülerinnen und Schüler der 1. bis 3. Oberstufe offen sein. Der Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen ist im Raum und auf dem ganzen Gelände verboten. Das Mitbringen von eigenen Getränken und Esswaren ist ebenfalls untersagt.

Das jetzige Leitungsteam werde Ende Schuljahr die «Jump-Berechtigung» verlieren, weil es die Altersgrenze von 16 erreicht beziehungsweise die dritte Oberstufe abgeschlossen habe, sagt Ming. «Das Team muss sich erneuern», hält sie fest. Ein Prozess, der jetzt bereits angefangen habe: «Es gibt Interessenten, die sich in der Leitung des Treffs einbringen möchten.» Die nächsten Schüler würden wieder neue Ideen hineinbringen, ist Doris Ming überzeugt.

Mitarbeit ist lehrreich für die Jugendlichen

Der kantonale Jugendbeauftragte Werner Lehmann ist «wahnsinnig stolz» auf Giswil. Es sei schön, dass der Gemeinde der Treff etwas wert sei. Denn der Bedarf dafür sei vor dem Testbetrieb auch klar nachgewiesen worden, so Lehmann. Das kantonale Kinder- und Jugendförderungsgesetz nehme die Gemeinden in die Pflicht, für Jugendliche unter 16 Jahren eine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, wo sie sich treffen könnten. «Für die über 16-Jährigen gibt es das ‹Juko› in Sarnen.» In den meisten Gemeinden würden die Jugendtreffs von einer Fachperson begleitet. In Lungern und Engelberg geschehe dies auf freiwilliger Basis. «Es ist wichtig, dass die Jugendlichen ihre Orte haben, wo sie sich treffen können», betont der Jugendbeauftragte. «Und da sie alles selber organisieren müssen, lernen sie eine ganze Menge dabei und müssen als Team funktionieren.»

 

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@obwaldnerzeitung.ch