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GISWIL: Diesmal haben es ihm die Georgier angetan

Obwald geht Anfang Juli über die Bühne. Das 12. Volkskulturfest wird einmal mehr von der Begeisterung des künstlerischen Leiters Martin Hess geprägt sein. Der machte eine besondere Begegnung in Georgien.
Primus Camenzind
Der Didgori-Chor aus Georgien, der am Obwald dieses Jahr auftritt. (Bild: PD)

Der Didgori-Chor aus Georgien, der am Obwald dieses Jahr auftritt. (Bild: PD)

Primus Camenzind

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Solange ich Obwald mache, ist und bleibt der Naturjuiz die Basis dieser Veranstaltung», bekräftigt Martin Hess im Gespräch mit unserer Zeitung. «Ich finde, der Naturjuiz ist der schönste kulturelle Ausdruck, der in Obwalden vorhanden ist.» Dabei gehe es nicht nur um Gesang oder Musik, sondern ebenso um eine Haltung und um Emotionen. «Das ist der Sinn von Obwald, unsere Kultur möglichst authentisch über die Kantonsgrenzen hinaus zu vermitteln.»

Hess befasst sich in der Regel ab Weihnachten mit dem Volkskulturfest Obwald des darauffolgenden Sommers. «Ich versuche seit jeher, ein Gastland mit unseren kulturellen Wurzeln in Bezug zu bringen.» So fand er zum Beispiel Gemeinsamkeiten zwischen dem Gesang bhutanischer Mönche und dem heimischen Betruf oder den andalusischen Tänzern und unseren «Bödelern». Das sei allerdings subjektiv, räumt der gebürtige Engelberger ein. «Schlussendlich muss etwas vorhanden sein, was mich innerlich berührt», sagt er. «Ich kann ein Festival nämlich nicht einfach nur im Hinblick auf das Publikum programmieren!»

Berührt ist der Obwald-Initiant von auch von den polyfonen (mehrstimmigen) Gesängen aus Georgien, dem Land zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer, mit Russland im Norden sowie der Türkei und dem Iran im Süden. «Musik und Gesang aus Georgien hörte ich erstmals in den 60er-Jahren auf einer Ethno-Vinylplatte in Paris.»

Unkonventionelle Suche nach Interpreten

Seinen Zugang zur Musik und Kultur eines Gastlandes verschafft sich Martin Hess – «und da bin ich womöglich der Einzige» – mit Hilfe von Youtube. «Ich kenne in der Regel niemanden in den Gastländern. Das war beispielsweise auch in der Mongolei, in Mexiko und in zahlreichen anderen Ländern wie Georgien der Fall. «Bei Youtube gibt es vor allem in der Volkskultur aus aller Welt eine Menge zu entdecken, was du in anderen Medien oder Kanälen gar nicht findest», gibt uns Hess zu verstehen. «Ich suche ja nicht die hochgezüchteten Beiträge, sondern jene Inhalte, die unserem eigenen kulturellen Ausdruck entsprechen.»

Es ist ihm wichtig, die Gastländer zum Teil mehrmals persönlich zu besuchen, denn von zu Hause aus wäre er auf Konzertagenten angewiesen. Das hat nach seiner Überzeugung einen Anpassungsprozess der Interpreten zur Folge und würde wie ein Filter zwischen ihnen und dem Obwaldner Volkskulturfest wirken. Nachdem sich Hess im jeweiligen Land erstmals richtig­gehend «durchfragen» oder das entsprechende Youtube-Filmchen herzeigen muss, um zu seinen Kontakten zu kommen, leistet er sich bei Bedarf der Ortskenntnisse und Sprache wegen eine Begleitperson.

«Dieses Land ist so schön»

Von Georgien wusste Hess vor seinem Besuch wenig bis nichts. «Dieses Land ist so schön, seine Leute sind so offen», erklärt er begeistert. Ihre Gesangskultur pflegten die Georgier wie der Didgori-Chor nicht wie bei uns in Vereinen, gibt er zu verstehen. «Gesungen wird in der Dorfbeiz, an Festen, aber genauso und von denselben Menschen am Sonntag in der russisch-orthodoxen Kirche.» Mit dem vom Schweizer Fernsehen im Jubiläumsjahr 2015 produzierten Obwald-Film besitzt Martin Hess ein ideales Mittel, um den Interpreten zu zeigen, weshalb er zu Besuch ist.

Den Weg seiner persönlichen Leidenschaft und Vorliebe begeht der künstlerische Leiter von Obwald nicht erst seit 12 Jahren – seit es das Volksmusikfest in Giswil gibt. «Das war schon in den 80er-Jahren so, als ich in Wolfenschiessen Konzerte veranstaltete und in Stans mit Freunden, darunter Stephan Eicher, Musicals produzierte. Als sich Martin Hess dann auf den Weg nach Frankreich machte, fragte ihn Stephan Eicher, ob er ihn mitnehmen könne. In der Folge nahm eine gemeinsame erfolgreiche Zeit ihren Lauf. «Aber schon damals arbeitete ich mit ihm so, dass es mir gefiel», stellt Martin Hess lakonisch fest.

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