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GISWIL: Ein Abend lang Schweizer Musik

Das Jahreskonzert der Musikgesellschaft schreibt Geschichte. Dafür sorgen zwei junge Musiker aus den eigenen Reihen.
Primus Camenzind
Musikgesellschaft und Jodler gemeinsam auf der Bühne. (Bilder: Primus Camenzind (Giswil, 9. April 2017))

Musikgesellschaft und Jodler gemeinsam auf der Bühne. (Bilder: Primus Camenzind (Giswil, 9. April 2017))

Primus Camenzind

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Wenn Dirigentin Annette Jakob die Musikanten und die Jodler aus Giswil schon bei den Proben auffordert, beim Musizieren Freude zu empfinden und zu zeigen, ist das ihre Aufgabe – und trotzdem sehr anspruchsvoll: Gefühle, welche das Publikum beim Konzert als selbstverständlich vor­aussetzt, können zuweilen erst aufkommen, wenn ein Werk bühnenreif einstudiert ist. Die Wiedergabe von «Brunnämad», dem Werk, welches in der Giswiler Dorfkultur bestimmt Geschichte schreiben wird (siehe Kasten), bestätigte am vergangenen Wochenende diese Feststellung vollends.

Orchestrales und gesangliches Gesamtwerk

Was die beiden jungen Musiker Fabian Wieland (Trompete) und Michael Berchtold (Schlagwerk) den Kolleginnen und Kollegen hinter den Notenpulten sowie den Mitgliedern des Jodlerklubs für das diesjährige Jahreskonzert der Musikgesellschaft als Aufgabe vorlegten, war eine echte Her­ausforderung. Das Resultat ist ein orchestrales und gesangliches Gesamtwerk, geprägt durch den Alltag auf der Alp und den Naturjuiz von Ruedi Rymann. Die Melodien und Klangfarben, die aus den kammermusikalischen, zuweilen solistischen Sequenzen und dem imposanten Zusammenspiel der Instrumentalisten mit den Sängern entstanden, zeugen von der reifen Leistung der beiden Verfasser dieses denkwürdigen Werkes.

Dynamik und Spielfreude bei Jaeggi und Benz

Das Konzert war ausschliesslich von Schweizer Musik geprägt. Schon die «Romantische Ouvertüre in B-Dur» von Stephan Jaeggi (1903 bis 1957) erreichte die Musikfreunde in der prallgefüllten Halle als ein erster Höhepunkt. Annette Jakob und ihr Blasorchester wurden den gewohnt hohen Anforderungen des wohl bekanntesten Schweizer Blasmusikkomponisten durchaus gerecht. Romantisches, Dramatisches, Liedhaftes und Majestätisches aus der Feder des Berners waren dazu angetan, Dynamik und Spielfreude, die Qualitäten der Giswiler Instrumentalisten zur Geltung zu bringen. Mit dem «Müsli-Juiz» von Edi Schrackmann und den faszinierenden weiblichen Solostimmen des Jodlerklubs sowie dem flotten «Bundesrat-Gnägi-Marsch» von Albert Benz (1927 bis 1988) kündigte Moderatorin Daniela Halter in ihrem erfrischenden «Walliserditsch» die Konzertpause an. Den Einstieg in die zweite Hälfte schuf die Jungmusik Giswil-Lungern unter der Leitung von Anne Stauffer mit Hits von Abba, Elton John und den Rollings Stones überaus sympathisch und vielversprechend.

Anschliessend nahmen «die Grossen» mit dem effektvollen Werk «Pilatus: Mountain Of Dragons» von Steven Reinecke (geboren 1970) das musikalische Zepter wieder in die Hand. Bis zum Konzertende folgte ein Hörgenuss auf den anderen: die «Gewitternacht», Musik und Jodelgesang in totaler Harmonie von Emil Wallimann, «S isch äbe-n-e Mönsch uf Ärde», das bestbekannte Volkslied aus dem 17. Jahrhundert in instrumentaler Form, der von Jodlern und Musikanten gemeinsam vorgetragene «Alpsäge» und zum Schluss des in allen Teilen gelungenen Konzertes der «Solothurner Marsch», wiederum von Stephan Jaeggi. Frenetischer Applaus und zwei Zugaben waren die logische Konsequenz von zwei unterhalt­samen musikalischen Stunden in bester Qualität.

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