Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Giswil: Einblick in die sagenumwobene Welt der Höhlen

An der Gwärb können die Besucher eine Zeitreise unternehmen, die gar bis zu 10'250 Jahre zurückreicht. Bärenknochenfunde weisen den Weg bis nahe an die Eiszeit heran. Ausserdem gibt es historische Filmaufnahmen aus Giswil zu sehen.
Marion Wannemacher
Der Eingang zur Stäfeliloch-Höhle. (Bild: PD)

Der Eingang zur Stäfeliloch-Höhle. (Bild: PD)

Die Welt der Höhlen ist von Sagen und Mythen umwoben. «Und nirgends in Obwalden gibt es so viel davon wie in Giswil», erzählt Höhlenforscher Martin Trüssel, Präsident der Stiftung Naturerbe Karst und Höhlen Obwalden (NeKO).

Dass diese nicht nur spannende Geschichten sind, sondern auch Hinweise liefern können, belegt er auf eindrückliche Art. «In einer Sage geht es darum, dass man in einer Höhle eine Uhr ticken hört. Und genauso war die Höhle zu finden.» Es handelt sich um das Stäfeliloch, erzählt Trüssel weiter. Fast im Sekundentakt habe das Tropfwasser «getickt», und so finden aufmerksame Forscher die Höhle auch heute noch.

Quellenforschung half beim Auffinden der Höhlen

Seit langem kennen Ludwig Degelo, der Präsident der Heimatkundlichen Vereinigung Giswil (HVG) und Martin Trüssel einander. Degelo weiss um den Stellenwert der Höhlenforschung für die Geschichte Giswils und fragte Trüssel an. Umso mehr freut er sich, dass sich dieser nun der Höhlenforschung systematisch zugewendet hat und für Giswil das erste Höhleninventar Obwaldens vorlegt. Es wird im 15. Band des Giswiler Geschichtshefts erscheinen, das im November herauskommt.

Die Heimatkundliche Vereinigung habe ihn sehr unterstützt in seiner Forschung, lobt Martin Trüssel. Ludwig Degelo habe ihm historische Quellen zugänglich gemacht, bei denen es beispielsweise um Goldsuche ging. «Auslöser war eine alte Landkarte, die in der Nähe vom Brienzer Rothorn ein Höhlensymbol aufwies. Die Suche nach der betreffenden Höhle gestaltete sich aufwendig. Viermal im Jahr habe man danach intensiv gesucht und Fotostudien dazu herangezogen. «Wir können wohl davon ausgehen, dass es sich bei dem sagenumwobenen Arniloch um die Obere Eiseehöhle handelt», erklärt der Höhlenforscher. Aufgrund von Abbauspuren wisse man, dass dort nach Gold, Silber und Kristall gesucht wurde.

Keine der Höhlen in Giswil sei länger als 60 Meter, aber die Spuren seien hochinteressant, schwärmt der Leiter des Höhlen- und Karstlandschaftsinventars Obwalden (HKI). Auch entdeckte Martin Trüssel wiederum Bärenknochen, dabei handelt es sich um die ältesten Funde nach der Eiszeit. Sie seien 10250 Jahre alt, hat die Radiokarbondatierung ergeben, wie Trüsser erzählt. Aufgrund dieser Funde könne man «die Entwicklung der Landschaft nach der Eiszeit kalibrieren».

Gefunden wurden sie im Stäfliloch, weitere Funde gab es im Drachenloch. Allein der Name weist darauf hin, dass es dort Bären gegeben haben muss. Menschen hatten die riesigen Knochen des inzwischen ausgestorbenen Höhlenbären für Drachenknochen gehalten und mitgenommen. Hie und da kommen aber doch einzelne Relikte zum Vorschein. Bei den Knochen im Drachenloch handelt es sich um Skelettteile von Braubären, darunter auch Jungtiere.

Bis 20 Tonnen Bauteile umgeladen

An der Giswiler Gewerbeausstellung Gwärb vom 21. bis 23. September präsentiert sich die HVG gemeinsam mit der NeKO, die dort ihre neuesten Erkenntnisse bekannt macht. Die Heimatkundliche Vereinigung zeigt Filmaufnahmen von 1930 bis 1934, die überhaupt noch niemand zu Gesicht bekommen hat.

Es handelte sich um über 120 Filmschnipsel, die das EWO dem Verein zur Verfügung gestellt hatte. Dieser schnitt sie zusammen. «Darin geht es um die vierte Ausbaustufe des Seekraftwerks von Lungern», erzählt Degelo. Der erste Teil handelt von der Umlaufbahn von der Diechtersmatt übers Ächerli bis ins kleine Melchtal, mit der Baumaterial transportiert wurde. Im zweiten geht es um logistische Probleme. «Aus heutiger Sicht wurden bis zu 20 Tonnen schwere Bauteile von der Firma Brown, Boveri & Cie. in Giswil von der Bahn auf einen Tieflader umgeladen – und das ohne modernen Kran», betont Degelo.

Die Heimatkundliche Vereinigung Giswil und die Stiftung Naturerbe Karst und Höhlen sind an der Gwärb in der Mehrzweckhalle zu finden. Infos: gewerbegiswil.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.