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GISWIL: Finanzen werden auf Probe gestellt

Der Gemeinderat erwartet für 2018 ein neuerliches Minus. Und auch für die Folgejahre werden Aufwandüberschüsse prognostiziert. Hauptgrund sind die Abschreibungen für die derzeit hohen Investitionen.
Oliver Mattmann

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@obwaldnerzeitung.ch

Die Gemeinde muss finanziell im Moment etwas «unten durch». Nach dem geplanten Defizit fürs laufende Jahr (minus 466 000 Franken) geht der Gemeinderat bis 2022 von weiteren jährlichen Aufwandüberschüssen aus. Jener für 2018 wird laut Budget mit 358100 Franken beziffert, dies bei Gesamtausgaben von 15,6 Millionen Franken. Die Gründe dafür sind in erster Linie in der gegenwärtig regen Investitionstätigkeit und den daraus resultierenden Abschreibungen in naher Zukunft zu suchen. So geht der Gemeinderat allein für das aktuelle Jahr von Nettoinvestitionen von 7,4 Millionen Franken aus, unter anderem für den Neubau des Gemeindehauses, der in Kürze bezogen wird, den neuen Kindergarten oder die Sanierung der Bergstrasse. 2018 werden nochmals Nettoinvestitionen von 1,5 Millionen Franken dazukommen, teils weil sich Kosten der vorher genannten Projekte zeitlich verschieben oder ein Kommunalfahrzeug ersetzt werden muss.

Nicht verwunderlich, schreibt der Gemeinderat, dass «die Einhaltung der Schuldenbegrenzung nach wie vor eine grosse Herausforderung ist». Im Moment ist man aber im Soll. Zwar beträgt der Selbstfinanzierungsgrad für 2018 lediglich 73 Prozent, im Zehn-Jahres-Durchschnitt – und dieser ist ausschlaggebend – steht Giswil bei knapp 126 Prozent. Finanzchef Hansruedi Abächerli: «Die Finanzlage ist nicht gerade rosig, aber auch nicht alarmierend.» Die nun getätigten Investitionen sollten sich mittelfristig auszahlen, eine Steuererhöhung sei daher kein Thema.

Höherer Beitrag aus Finanzausgleich winkt

Die Abschreibungen schlagen sich bei der Verwaltung nieder, weshalb das Budget dort von aktuell unter 1,2 Millionen auf über 1,4 Millionen im nächsten Jahr anspringt. Mit höheren Ausgaben als 2017 rechnet die Gemeinde auch bei der sozialen Sicherheit und Unterhaltsarbeiten an Strassen. Beim Personalaufwand zeichnet sich indes ein Rückgang von 7,6 auf 7,4 Millionen Franken ab. Vor allem bei der Schule können Einsparungen erzielt werden. So werden unter anderem die Klassengrössen angepasst.

Eine weniger erfreuliche Tendenz ist bei den Steuereinnahmen festzustellen. Für 2018 ist gegenüber 2017 mit einer Einbusse von rund 130000 Franken zu rechnen, in erster Linie wegen geringeren Erträgen bei den natürlichen Personen. «Wir stehen mit unserer Steuerkraft an letzter Position im Kanton», klärt Abächerli auf. Diese Lücke wird indes durch höhere Liegenschaftserträge wieder wettgemacht. Positiv dürfte sich aus Giswiler Sicht auch der innerkantonale Finanzausgleich entwickeln. So wird ein Betrag von knapp 2,6 Millionen erwartet (2017: 2,1 Millionen).

Hinweis:Gemeindeversammlung Giswil: Dienstag, 21. November, 20 Uhr, Turnhalle 1.

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