GISWIL: Giswil: Eine Abwahl ist schon jetzt sicher

Weil die Delegation im Kantonsrat von sechs auf fünf Mitglieder schrumpft und alle Bisherigen wieder antreten, muss ein Mitglied über die Klinge springen.

Markus von Rotz
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Alpnach hat für die bevorstehenden Wahlen einen Sitz im Kantonsrat von Giswil geerbt. Das aufgrund des Bevölkerungswachstums. Giswil kann darum dieses Jahr nur mehr fünf Kantonsräte stellen, einen mehr als das gesetzliche Minimum von vier wie in Lungern. In der Person von Paula Halter (CVP) und Beat von Wyl (SP) sind zwei 2010 gewählte Mitglieder zurückgetreten, doch alle sechs (aktuellen) Bisherigen wollen es noch einmal wissen.

Regierungs- statt Kantonsrat?

Selbst wenn kein neuer Kandidat gewählt würde, muss also jemand von den Bisherigen auf sein Amt in Zukunft verzichten. Es sei denn, Albert Sigrist würde in die Regierung gewählt und wäre damit automatisch nicht mehr Mitglied des Kantonsrats. Das Wahlergebnis von 2010 in seiner Wohngemeinde spricht allerdings nicht unbedingt dafür, machte doch Sigrist von den sechs Gewählten nur das viertbeste Resultat mit zwei Stimmen mehr als Heidi Brücker (CSP) oder 25 Stimmen mehr als Beat von Wyl (SP). Die SVP verlor neben der CVP als einzige Partei mehr Listenstimmen an Konkurrenten, als sie von ihnen erbte. Ihr Minus-Saldo war mehr als dreimal so hoch wie jener der CVP.

Enge Ausgangslage

Die Hürde für jemanden aus der Reihe der neuen Kandidaten ist in Giswil in dieser Situation sehr hoch. Der der Gemeinde verloren gegangene Sitz macht die Ausgangslage auch parteipolitisch sehr spannend, lagen doch CSP, FDP, SP und SVP vor vier Jahren bezüglich Parteistärke (siehe Kasten) zwischen 14 (CSP) und 19 (FDP) Prozent. Klar an der Spitze lag die CVP mit 32 Prozent.

Gute Karten für CVP

Die CVP musste 2010 einen Sitz an die SVP abgeben, welche nach dem Lapsus der zu spät eingereichten Wahlvorschläge im Jahr 2006 mit Albert Sigrist wieder in den Kantonsrat einzog. Vier Jahre vorher war es aus dem erwähnten Grund umgekehrt gewesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die CVP mit ihrer Parteistärke noch einen ihrer jetzt zwei Sitze verliert, ist eher klein. Also muss wohl eine der vier anderen Parteien bluten. Auch die Tatsache, dass es 2010 kein Restmandat (siehe Kasten) gab, spricht für ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Eng dürfte es vor allem für die SP werden, die ihren Spitzenmann Beat von Wyl (heute Gemeindepräsident) nicht mehr hat. Wobei Spitzenmann zu relativieren ist: Er hatte weniger Stimmen als alle anderen Gewählten, und die hinter ihm klassierten Nichtgewählten brachten es nicht einmal auf die Hälfte seiner Stimmenzahl. Zwei von ihnen treten auch dieses Jahr wieder an.

Aufgrund der klar besseren Ergebnisse der heutigen und damaligen SP-Kandidaten dürften die heutigen Vertreter der anderen Parteien den Sprung schaffen. FDP-Mann André Strasser hatte vor vier Jahren Edith Zumstein als Bisherige verdrängt. Die schlechtesten Karten aufgrund der Parteistärke hat die CSP.

CSP stellt jüngste Delegation

Die jüngsten Kandidaten in Giswil stellt die CSP mit der Schulsozialarbeiterin Barbara Dahinden und dem Physiklaboranten Stefan Berchtold (beide 1981), am anderen Ende der Skala steht SVP-Kandidat Franz Graber (1947). Die 15 Kandidaten sind im Schnitt 50 Jahre alt. Deutlich unter dem Schnitt ist mit 42 Jahren die CSP-Delegation, mit 58 Jahren am ältesten ist der Schnitt der SP-Kandidaten.

Hoher Frauenanteil

2010 waren in Giswil auch die Juso noch angetreten. Ihre Parteistärke war allerdings marginal. Auffallend ist der hohe Frauenanteil bei den Giswiler Kandidaten: 7 von 15, fast 50 Prozent. Der Gemeinderat wird nach dem Rücktritt von André Strasser aus diesem Gremium künftig im Kantonsrat nicht mehr direkt vertreten sein.