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GISWIL: Hier packen die Schüler selbst mit an

Sechs Oberstufenschüler und ein Lehrer bauen in der Projektwoche einen neuen Spielplatz auf dem Schulhausareal – nicht nur um Kosten zu sparen, sondern auch um die Freude am Handwerk zu wecken.
Christoph Riebli
Bohren, schaufeln, rechen (von links): Urs von Ah, Mike Berchtold und Philip Bühler in Aktion. (Bild: Christoph Riebli (Giswil, 22. Juni 2017))

Bohren, schaufeln, rechen (von links): Urs von Ah, Mike Berchtold und Philip Bühler in Aktion. (Bild: Christoph Riebli (Giswil, 22. Juni 2017))

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

Die Giswiler legen gerne selbst Hand an: So wird etwa der neue Kindergarten «hausintern» vom kommunalen Bauamt geplant. Zudem sind mit der Sanierung des Spielplatzes auf dem Schulhausareal derzeit sechs Oberstufenschüler beschäftigt – sie stemmen das Vorhaben praktisch in Eigenregie während ihrer Projektwoche. «Aus Sicherheitsgründen war der Spielplatz nur noch eingeschränkt benutzbar», erklärt der zuständige Lehrer Albert Imfeld den Handlungsbedarf.

Die Vorbereitungen für einen neuen Spielplatz laufen schon seit einiger Zeit. Schulintern machte man sich an die Organisation und die Planung der notwendigen Arbeiten – zuvor hatte der Gemeinderat einen Kredit über 10000 Franken für die Sanierung und die Erneuerung gesprochen. Albert Imfeld hat dann Abklärungen vorgenommen und Offerten eingeholt. «Zentral dabei war, dass die angefragten Unternehmen die Schüler in die Aufbauarbeiten mit einbeziehen», erklärt Werklehrer Imfeld. Diese zentrale Voraussetzung – nicht nur um Kosten zu sparen, sondern auch um den Schülern handwerkliche Erfahrungen zu vermitteln – konnte einzig die Ludocrea.ch GmbH aus Giswil bieten. Inhaber Franz Odermatt und Monteur Martin Odermatt stehen denn den Schülern seit Montag mit ihrer Fachkompetenz zur Seite, anstatt pfannenfertige, vormontierte Elemente anzuliefern, wie dies die anderen angefragten Unternehmen tun wollten.

«Schön, wenn’s warm ist»

Täglich von 8 bis 16 Uhr wird nun unter der gleissend heissen Sonne gekrampft, während die Gspäneli etwa das Projekt Festwirtschaft für das Schulmusical in der kühlen Turnhalle umsetzen: «Ich find’s schön, wenn’s warm ist und nicht regnet», sagt Urs von Ah (14), der es gewohnt ist, mit anzupacken auf dem elterlichen Bauernhof im Ried. «Das ist nicht so eine grosse Sache», meint er denn auch, während er mit dem Bohrer hantiert für eine Verankerung des neuen Holzrahmens. «Es gibt Vor- und Nachteile», sagt Jasmin Waser (16) zu ihrer Wahl für die Projektwoche. Negativ sei der Sonnenbrand, positiv, dass man gemeinsam Spass haben könne und etwas Sinnvolles mache. «Es ist hoffentlich etwas, an dem andere noch lange Freude haben werden», erklärt die Oberstufenschülerin, die gerne kreativ arbeitet.

«Bis am Freitagmittag möchten wir fertig werden», sagt Albert Imfeld zum gesteckten Ziel. Das Klettergerüst und der Balancierpfad sind es bereits – auch dank tatkräftiger Hilfe des Gemeindeaussendienstes, der im Voraus den Aushub sowie Betonierarbeiten erledigt hatte. Einzig die Reckstange wird vom alten Spielplatz übernommen. Vor allem mit Rechen und Schaufel geht es für die Schüler auf die Zielgerade, um die rund 40 Kubikmeter Rundkies als Fallschutz zu verteilen.

Bereits ein positives Fazit kann Albert Imfeld ziehen: «Ich habe Glück gehabt, dass sich solch ‹tifige› Burschen und Mädchen gemeldet haben. Sie haben sich voll ins Zeug gelegt!» Übrigens: Er selbst ist schon in Giswil zur Schule gegangen und ist dort mittlerweile seit 37 Jahren als Lehrer tätig. Im Juli wird er pensioniert.

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