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GISWIL: Inder hält an seinen Hotels fest

Der indische Investor hinter «Landhaus» und «Krone» holt sich in Luzern Unterstützung. Auf den Schweizer mit indischen Wurzeln wartet eine Menge Arbeit.
Christoph Riebli
Das Hotel Krone in Giswil. Ein neuer Verwaltungsratspräsident will nun für Ordnung und Kontinuität sorgen. (Bild Christoph Riebli)

Das Hotel Krone in Giswil. Ein neuer Verwaltungsratspräsident will nun für Ordnung und Kontinuität sorgen. (Bild Christoph Riebli)

Christoph Riebli

Nicht rund lief es bisher in Obwalden für den indischen Investor Jyotin ­Doshi. Der Touristiker aus Mumbai hatte 2012 das «Landhaus» etwas oberhalb von Giswil erworben, wenige Monate darauf ergänzte das Hotel Krone unten im Dorf sein Portfolio. Im letzten Oktober ­folgte dann in unserer Zeitung die Meldung «Richter lässt ‹Inder-Hotel› schliessen». Seither steht das «Landhaus» leer. Jüngst konnte man von einer «Razzia in Giswiler ‹Inder-Hotel›» lesen. Diesmal war die «Krone» Ort einer polizeilichen Kontrolle. Im Zuge dieser Geschehnisse purzelten sämtliche Zeichnungsberechtigten aus dem Handelsregister – einer nach dem andern. Das «Landhaus» (GL Gastro AG) befindet sich derzeit in Liquidation, für das Hotel Krone wird im Internet «ab sofort» ein neuer «Hotel Manager» gesucht.

Was ist da nur los? Seit kurzem ist der Luzerner Kiritkumar Kotadia als Verwaltungsratspräsident Ansprechperson für die Hotel Krone AG: «Es sind menschlich viele Sachen passiert, die man nicht verhindern kann. Zumindest nicht als Investor, der 10 000 Kilometer weit entfernt lebt», sagt er in perfektem «Schwiizerdütsch». Der 57-jährige EDV-Unternehmer lebt seit 36 Jahren in der Schweiz, hat hier Familie und den roten Pass mit dem weissen Kreuz darauf. Er soll es nun für den Investor richten – die beiden Familien «kennen sich».

«Management-Pech»

«Bitte verstehen Sie, ich bin mich erst am Einarbeiten», fährt Kotadia weiter, «ich muss mir zuerst einmal einen Überblick verschaffen.» Seine Aufgabe: Es gelte nun, alles sauber zu organisieren und zu restrukturieren. Nur so könne der Betrieb erfolgreich weitergeführt werden.

Sein Eindruck der Lage, ohne voreilige Schlüsse ziehen zu wollen: In der Vergangenheit habe man die ­Geschäfte nach dem Grundsatz von Treu und Glauben führen lassen. Dies in Kombination mit «Management-Pech» sei eine mögliche Erklärung für die aktuelle Situation. «Doshi ist mit viel Enthusiasmus in das Projekt gestartet, wurde aber auch von eigenen Landsleuten enttäuscht, die ihre Sache nicht im Griff hatten», so Kiritkumar Kotadia. «Das hat er unterschätzt.»

Doch von Aufgeben könne keine Rede sein: «Doshi hält absolut an seinem Konzept fest.» Sein Geschäftsmodell basiere auf seinen Reisebüros in Indien. Hotels wie das «Landhaus» und die «Krone», um die vermittelten Landsleute unterzubringen, seien dabei eine «bodenständige» Erweiterung der Wertschöpfungskette.

Erst im Nachhinein erfahren hat Kotadia von der sogenannten «Razzia», die Ende April stattfand. Er wertet den Vorfall als «Bagatelle». Dies im Zusammenhang mit der Arbeitserlaubnis von «fliegenden Köchen», die jeweils die indischen Reisegruppen begleiten – mit dem Hotel aber sonst nichts zu tun haben. Ob ein Strafverfahren läuft, entzieht sich seiner Kenntnis.

Auf Nachfrage bei der Obwaldner Staatsanwaltschaft ist zu erfahren, dass bei der Kontrolle Wiederhandlungen gegen das Ausländergesetz respektive Stellenantritte ohne Bewilligung von drei indischen Staatsangehörigen festgestellt wurden. Für die Köche gab das eine Geldstrafe mit Busse von mehreren hundert Franken. Für den Hoteleigentümer ein doppelt so hohes Straf- und Bussgeld – der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.

Doshi will «Landhaus» behalten

Klar ist: Auf Kiritkumar Kotadia wartet eine Menge Arbeit. Als Handlungsbevollmächtigter für die GL Gastro AG kümmert er sich nebenbei noch um das «Landhaus»-Liquidationsverfahren. Doshi ­wolle nämlich dafür einstehen, dass er die Liegenschaften behalten könne, sagt Kotadia. Sorgen machen ihm dabei gewisse Forderungen, die im Zusammenhang mit der Liquidation gestellt wurden. Offenbar plante der Investor auf der Parzelle ein Bauprojekt. In diesem Rahmen seien für planerische Arbeiten wohl übertriebene Forderungen gestellt worden. Ob sich der Betroffene so einen Vorteil im wahrscheinlichen Steigerungsfall sichern wollte, nimmt der Luzerner nun unter die Lupe.

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