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GISWIL: Kantischüler macht Skigebiet fit

Maturand Nico Fankhauser machte sich über die Zukunft der Obwaldner Skigebiete Gedanken. Seine kritische Analyse überzeugt die Fachleute.
Edi Ettlin
Nico Fankhauser schrieb im Rahmen seiner Maturaarbeit ein Strategiepapier für die Skilifte Mörlialp AG. (Bild Edi Ettlin)

Nico Fankhauser schrieb im Rahmen seiner Maturaarbeit ein Strategiepapier für die Skilifte Mörlialp AG. (Bild Edi Ettlin)

Vor zwei Jahren hat Nico Fankhauser sein grosses Hobby, das Skifahren, zum Job gemacht. Seither ist er in den Ferien auf der Mörlialp als Skilehrer tätig. Als der Saisonstart vergangenen Winter wegen Schneemangels misslang, begann er, sich Gedanken über die Zukunft des Wintertourismus zu machen. «Werden schlechte Winter wegen des Klimawandels häufiger vorkommen?», fragte er sich und beschloss, der Sache in seiner Maturaarbeit auf den Grund zu gehen.

«Zuerst las ich mich ins Thema des Klimawandels ein», erzählt der 18-jährige Gymnasiast. Er stellte fest, dass Messdaten und Klimamodelle von Meteo Schweiz tatsächlich den Schluss zulassen, dass es in der Urschweiz in allen Jahreszeiten wärmer wird. Zudem studierte Fankhauser Tourismusstatistiken verschiedener Gegenden im Alpenraum.

Er merkte schnell, dass auch andere Aspekte wie etwa die Finanzkraft oder gesellschaftliche Veränderungen den Tou- rismus beeinflussen. «Durch die hohe Immigration und Verstädterung verliert der Wintersport an Bedeutung in der Schweizer Bevölkerung», schreibt Nico Fankhauser in seiner Arbeit. «Der Nachwuchs an Skifahrern und Snowboardern bleibt aus.»

Von der Theorie zur Praxis

Doch Fankhauser wollte nicht nur Theorie wälzen. So befragte er Vertreter der Obwaldner Wintersportdestinationen und wertete ihre Antworten aus. Dabei stellte er fest, dass die Gebiete Titlis, Melchsee-Frutt und Mörlialp den Auswirkungen des Klimawandels auf unterschiedliche Weise ausgesetzt sind, aber auch sonst unterschiedliche Rahmenbedingungen aufweisen. «Ich war mir nicht bewusst, dass die Destinationen so verschiedene Gästestrukturen haben», gibt er zu. «Deshalb müssen sich die Orte auch unterschiedlich entwickeln.» Der Student, der an der Kantonsschule Obwalden die Schwerpunktfächer Wirtschaft und Recht belegt, machte sich daran, ein Strategiepapier zu erstellen, in dem er mit kritischem Blick aufzeigt, wie die Zukunft des Skigebiets Mörlialp aussehen könnte (siehe auch Kasten). Damit will er neue Ideen anregen, um das Angebot den gesellschaftlichen und klimatischen Entwicklungen anzupassen.

Ohne Kunstschnee gehts nicht

Grossen Wert legt Fankhauser aufs Marketing. «Die steigende Zahl an Personen über 65 Jahren stellt für den Wintertourismus einen Markt mit grossem Wachstumspotenzial dar», wittert er für die Mörlialp eine Chance. Aber als Skilehrer will er auch die Jungen ansprechen und sieht grössere Zusammenhänge: «Auf der Mörlialp lernen viele Kinder und Jugendliche Skifahren und werden als Erwachsene als Gast auf dem Titlis oder der Melchsee-Frutt anzutreffen sein.»

Als Antwort auf die klimatischen Veränderungen kommt aber laut Fankhauser auch die Mörlialp nicht am Ausbau der künstlichen Beschneiung vorbei. Selbst die Beschlüsse der kürzlich abgehaltenen Pariser Klimakonferenz änderten daran nichts. «Die Skigebiete sind dem hilflos ausgesetzt», bedauert er.

Viele Erfahrungen gesammelt

Auf seine Maturaarbeit blickt Nico Fankhauser zufrieden zurück. «Mit Experten Interviews zu führen, war für mich eine grosse Erfahrung», bilanziert er. Und man spürt in seinen Worten seine Begeisterung für die wirtschaftlichen Zusammenhänge. «Ich möchte denn auch etwas in diese Richtung studieren», hat er seinen weiteren Ausbildungsweg vorgespurt.

Edi Ettlin

Verwaltungsrat ist begeistert

Mörlialp EE. Für eine erfolgreiche Zukunft empfiehlt Nico Fankhauser in seinem Fallbeispiel Mörlialp den Verantwortlichen schlanke Strukturen, den langfristigen Ausbau der Beschneiungsanlagen und die Förderung des skiunabhängigen Wintertourismus. Kinder, Eltern und Grosseltern sollen als Kunden noch stärker angesprochen werden als heute.

Fankhauser sieht das sommertouristische Potenzial der Mörlialp ausgeschöpft. Den Sonnenhang des Egglifts, der in Zukunft als wenig schneesicher gilt, würde er zum skiunabhängigen Wandergebiet entwickeln. Fankhauser schlägt weiter vor, das Angebot im Eventbereich auszubauen und den Gästen gezielter bekannt zu machen.

Der Verwaltungsrat der Skilifte Mörlialp AG hat Nico Fankhausers Maturaarbeit mit Interesse studiert und bereits besprochen. «Wir sind von Nicos Arbeit begeistert», lobt Verwaltungsrat Thomas Spitzmüller. Fankhauser habe sehr gute Hintergrundkenntnisse in die Arbeit einfliessen lassen und eigene Schlussfolgerungen gezogen.

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