Giswil

Klingende Weihnachtsgrüsse trotz Corona

Auch die älteste Dorfbewohnerin Marianne Amstad freute sich am Weihnachtsständchen.

Kurt Liembd
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Ein Quintett der Musikgesellschaft Giswil erfreut mit einem Weihnachtsständchen. Von links: Lukas Stutz, Christian Wälti, Lucas Eberli, Ueli Mathis und Peter Berchtold.

Ein Quintett der Musikgesellschaft Giswil erfreut mit einem Weihnachtsständchen. Von links: Lukas Stutz, Christian Wälti, Lucas Eberli, Ueli Mathis und Peter Berchtold.

Bild: Kurt Liembd (Giswil, 19. Dezember 2020)

Giswil zeigt sich kreativ, nicht nur an Fasnacht und Älplerchilbi, sondern auch was Corona betrifft. So eröffnete am Samstag ein Quintett der Musikgesellschaft den Reigen der Weihnachts- und Neujahrsständchen. In den nächsten Tagen folgen bis Januar weitere mit Alphorn, Länderkapellen und Formationen der Musikschule Giswil-Lungern. Die Idee stammt von Gemeindepräsident Beat von Wyl persönlich. So gab er vorgängig der Verwaltung den Auftrag, alle Senioren ab 85 Jahren anzufragen, ob sie ein Ständchen wünschen. Die meisten sagten Ja. Dazu Beat von Wyl: «Wir möchten unseren Senioren in dieser schwierigen Zeit etwas Heiteres und einen schönen Kontakt nach Hause bringen». Die Coronavorgaben, die der Gemeindepräsident allen Musikanten zustellte, wurden vollumfänglich eingehalten.

Sogar ein Hirtenlied aus der Steiermark

Den musikalischen Reigen eröffneten die fünf Musikanten Lukas Stutz (27), Trompete, Christian Wälti (36), Trompete, Lucas Eberli (26), Tuba, Ueli Mathis (29), Posaune und Peter Berchtold (59), Posaune. Vollblutmusiker Peter Berchtold, von den Einheimischen «Glaserpeter» genannt und weitherum bekannt durch die «Huismuisig», setzte hohe Ansprüche ans Quintett, das spontan zusammengesetzt worden war. So erklangen nebst lüpfigen Klängen auch besinnliche Weihnachtslieder und gar ein traditionelles Hirtenlied aus der Steiermark «Hiaz is der rauhe Winter da». Die fünf boten ein Klangerlebnis vom Feinsten, was die Senioren auf den Balkonen sichtlich freute. Unter ihnen war auch die 101-jährige Marianne Amstad, die älteste Bewohnerin Giswils, die begeistert laut applaudierte.

Marianne Amstad (101), die älteste Einwohnerin von Giswil, geniesst das Ständchen vom Balkon aus in vollen Zügen.

Marianne Amstad (101), die älteste Einwohnerin von Giswil, geniesst das Ständchen vom Balkon aus in vollen Zügen.

Bild: Kurt Liembd (Giswil, 19. Dezember 2020)

Dass Musik in der Adventszeit vor den Häusern klingt, sei in Deutschland an vielen Orten Tradition unter dem Namen «Weihnachtsanblasen», wie Peter Berchtold erklärte. Das Quintett besuchte am Samstag insgesamt 14 Senioren in den Ortsteilen Diechtersmatt, Rudenz und Durnacheli. Auch den Musikanten machte es sichtlich Spass, auch wenn sie nach kurzer Zeit kalte Finger kriegten. Es sei schön, wieder mal live zu spielen, sagten sie übereinstimmend. Denn im laufenden Jahr mussten sowohl Jahreskonzert wie Adventskonzert abgesagt werden. Und das nächste Jahreskonzert, das im März 2021 geplant ist, steht auch auf der Kippe. Umso mehr überwiegt die Freude bei den Musikanten und noch mehr bei den vielen besuchten Senioren.