GISWIL: Korporation übernimmt EWO-Kunden

Die Korporation ist im Gebiet Gorgen Besitzerin eines neuen Holzheizwerkes. Sie hat beim Bau grossen Wert auf die Marke Schweiz gelegt.

Robert Hess
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Baukommissionspräsident Felix Burch (links) mit Betriebsleiter André Halter vor dem neuen Heizwerk. (Bild: Robert Hess (Giswil, 2. Oktober 2017))

Baukommissionspräsident Felix Burch (links) mit Betriebsleiter André Halter vor dem neuen Heizwerk. (Bild: Robert Hess (Giswil, 2. Oktober 2017))

Ein Schmuckstück aus 85 Prozent Schweizer Holz ziert das Areal auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofes Giswil. Rund 19 Meter hoch ist das neue Heizwerk, in welchem 113 Kubikmeter Holz verbaut wurden. Dies ist der Pro Holz Unterwalden nicht entgangen: Vorstandsmitglied Elmar Stocker wird am Samstag bei der offiziellen Eröffnung des ­Werkes der Korporation die Auszeichnung «Herkunftszeichen Schweizer Holz» verleihen. «Auch bei den weiteren Arbeitsvergebungen haben wir wenn immer möglich auf die Marke Schweiz gesetzt», so Baukommissionspräsident Felix Burch.

Natürlich lag für den Korporationsrat nicht ein Anerkennungspreis im Vordergrund, als er sich 2012 entschloss, im Gebiet Gorgen einen Wärmeverbund zu realisieren. Er wollte ins Wärmegeschäft einsteigen, «um damit den Schnitzelholzabsatz des Forstbetriebes zu steigern und Ökologie und Wirtschaftlichkeit des einheimischen Holzes zu fördern», wie es in einer Pressemitteilung heisst. Dieser Absicht kam entgegen, dass das Elektrizitätswerk Obwalden entschied, seinen bestehenden Wärmeverbund in Giswil nicht weiter auszubauen. Das EWO unterbreitete der Korporation den Vorschlag, das Heizwerk Unteraa mit Wärmeverbund zu übernehmen. Der Korporationsrat entschloss sich jedoch, vom EWO das rund fünf Kilometer umfassende Leitungsnetz sowie die 42 Kunden zu übernehmen, im Gorgen aber eine neue Heizzentrale zu bauen.

Am 28. Januar 2016 stimmte die Korporationsversammlung dem Kredit von 3,9 Millionen Franken für den Neubau des Heizwerkes, den Leitungsausbau inklusive Zusammenschluss mit dem EWO-Leitungsnetz sowie dessen Kauf zu. Die nun in Betrieb genommene Zentrale umfasst zwei Öfen, einen Sommerkessel mit 450 und einen Winterkessel mit 1600 Kilowatt. «Je nach Anzahl künftiger Kunden kann in der neuen Zentrale ein dritter Ofen realisiert werden», berichtet Felix Burch. Über einen solchen Endausbau hinaus will man aber nicht gehen, «denn wir wollen den Schnitzelbedarf aus dem eigenen Wald decken und ein Ausbau mit mehr als drei Öfen würde diese Kapazität übersteigen», ergänzt André Halter, Betriebsleiter Forst und Heizwerk.

Gestartet ist der Wärmeverbund am 1. September mit den 42 früheren Kunden des EWO. Bis Ende Oktober kommen 14 neue Kunden hinzu, darunter die Zentrumsüberbauung.

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Tag der offenen Tür: Samstag, 7. Oktober, 11 bis 16 Uhr. Halbstündliche Führungen, Festwirtschaft.