GISWIL: «Miese gedrückte Stimmung im Haus»

Steckt die Betagtensiedlung «D’r Heimä» in der Krise? Eine ehemalige Mitarbeiterin spart nicht mit Kritik an der Geschäftsleitung und am Stiftungsrat.

Ve/Red.
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Betagtensiedlung D'r Heimä in Giswil. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Betagtensiedlung D'r Heimä in Giswil. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Am 1. Juli feiert die Betagtensiedlung «D’r Heimä» ihr 20-jähriges Bestehen. Doch finanziell ist man alles andere als in Festlaune. «In den letzten zwei Jahren haben sich hohe Verluste kumuliert, welche das Stiftungskapital aufgebraucht haben», schreibt der Stiftungsrat im Informationsblatt der Gemeinde. Man sei «am untersten Limit». Die Rechnung 2013 schliesst mit einem Verlust von 700 000 Franken. Das Eigenkapital beträgt noch 328 000 Franken.

Negativmeldungen seit 2012

Gabriela Zumstein, die während zehn Jahren in der Betagtensiedlung als Assistentin arbeitete, ist überzeugt, dass die Probleme hausgemacht sind. «Seit dem Führungswechsel auf der strategischen und operativen Ebene im Jahr 2012 häufen sich die Negativmeldungen», sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. «Es herrscht eine miese und gedrückte Stimmung im Haus«, sagt eine andere langjährige Angestellte Aber aus Angst vor einer Kündigung getraue sich niemand, etwas zu sagen. Auch Zumstein wurde gekündigt, als sie die Leitung mit ihrer Kritik konfrontierte.

Stiftungsratspräsident Alois Schnellmann sagt, das Eigenkapital sei bereits bereits klein gewesen, als er die Leitung übernahm. In der Zwischenzeit habe sich zudem herausgestellt, dass die Betagtensiedlung einfach zu wenig Geld erwirtschafte, um für die Zukunft gerüstet zu sein. «Wir müssen die Zahl unserer Pflegebetten von 41 auf 50 erhöhen», nennt Schnellmann ein Beispiel. Auch werde es vereinzelt Zweibettzimmer geben. Er wehrt sich jedoch gegen Vorwürfe, die Leistungen würden massiv abgebaut. Das Zentrum biete den Betagten nach wie vor überdurchschnittlich viel.