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GISWIL: Mit Dampf in die Moderne gefahren

Eine Parade zweier historischer Züge liess am Samstag die Herzen der Eisenbahnfans höher schlagen. Gefeiert wurde der neue Bahnhof Giswil, und noch mehr.
Marion Wannemacher
150 Jahre Brünigstrecke: Die Dampflok wird auf der neuen Drehscheibe verschoben. (Bild: Andy Mettler / Swiss-Image)

150 Jahre Brünigstrecke: Die Dampflok wird auf der neuen Drehscheibe verschoben. (Bild: Andy Mettler / Swiss-Image)

Am Perron von Gleis 3 in Giswil haben sich die Fotografen postiert, die Kameras am Anschlag. Sie kommen von überall her aus der Schweiz und fotografieren für Fachblätter, PR-Zwecke oder aus privatem Interesse. 10.57 Uhr trifft er ein, der Dampfzug aus Interlaken. Mit viel Getöse schnauft er heran, das Anhalten dauert etwas länger. Die geladenen Gäste steigen aus. Die Brünig-Berg-Dampflok HG 3/3 1067 fährt weiter.

Wie mit der Zeitmaschine angereist

Die Fotografen müssen sich entscheiden: Gleich kommt der «Historic» auf Gleis 5 an. Oder sollen sie lieber gleich zur Drehscheibe auf der anderen Seite der Gleise am Waldrand gehen? Viele Schaulustige haben sich dort eingefunden. Zwei Frauen in historischen Gewändern wirken, als wären sie per Zeitmaschine aus dem 19. Jahrhundert hergereist. Es ist wie anno dazumal: Die Musikgesellschaft Giswil spielt bei der Ankunft der Lok wie eine Blaskapelle aus alten Zeiten. Die Wagen sind mittlerweile abgehängt. Auf der Drehscheibe wird das stählerne Ross gedreht. Lokführer René Zimmermann gibt ein ohrenbetäubend lautes Signal. Die Kameras klicken ohne Unterlass.

Denkmal von nationaler Bedeutung

Eigentlich ist es sein Tag: Pascal Troller strahlt: «Ich bin wahnsinnig froh, dass wir das hinbekommen haben.» Rund ein Jahr lang sammelte der auf den Erhalt von Industrie-Kulturgütern spezialisierte Unternehmer Geld, um die Revision und den Wiedereinbau der Drehscheibe beim Bahnhof Giswil zu finanzieren. Mit 100 000 Franken beteiligte sich der Kanton an den Kosten, weitere Gelder brachten Gemeinde und Privatpersonen auf. «So bleibt ein Denkmal von nationaler Bedeutung erhalten», sagte Troller.

Denn ohne Drehscheibe keine historische Dampfbahn: Diese kann aus technischen Gründen nicht rückwärts über den Berg fahren. Auch in Meiringen war eine solche Scheibe erforderlich. Mittels eines Hebekrans hatte die Lokomotive in Interlaken mit grossem finanziellem und logistischem Aufwand gedreht werden müssen.

«Schweiss, Dampf und Herzblut»

Ihr laufe es beim Anblick der Dampflok kalt den Rücken herunter, gab die Verwaltungsratspräsidentin der Zentralbahn, Anna Barbara Remund, zu. Und sie kam ins Schwärmen ob der Pioniertat vor 125 Jahren, als die Brünigstrecke zwischen Alpnachstad und Brienz eröffnet worden war: «Mit viel Schweiss, Dampf und Herzblut wurden die Fahrgäste im vorletzten Jahrhundert mit Zahnradantrieb über den imposanten Brünig geführt.»

Verschiebung der Dampflok auf der Drehscheibe. (Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch)
Die historische Dampflok ist die Attraktion am Jubiläum. Hier die Dampflok HG 3/3 1067 auf der Drehscheibe. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Blick in die Vergangenheit: Ein Pferdefuhrwerk fährt im Bahnhof ein. Vor 125 Jahren verdrängte die Bahn die Fuhrbetriebe vom Brünig. (Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch)
Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch
Die HG 3/3 1067 in schönster Pracht. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch
Regierungsrat Niklaus Bleiker, Renato Fasciati, CEO der Zentralbahn und der Giswiler Gemeindepräsident Beat von Wyl eröffnen den umgebauten Bahnhof Giswil am Jubiläumsfest 125 Jahre Brünigstrecke. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch
Blick in die Vergangenheit: Ein Pferdefuhrwerk fährt im Bahnhof ein. Vor 125 Jahren verdrängte die Bahn die Fuhrbetriebe vom Brünig. (Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch)
Nostalgische Züge gab es am Jubiläum zu bewundern - und Frauen in historischer Tracht. Von links: Rosmarie Huber und Beatrice Abächerli. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Ein historischer Zug wird im Bahnhof in Luzern mit Blumen geschmückt. (Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch)
Ankunft des Sonderzuges mit Ehrengästen in Giswil. (Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch)
Ein junger Eisenbahn-Fan bestaunt mit seinem Vater zwei Lokomotiv Generationen. (Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch)
Sonderfahrt zum Jubiläumsfest in Meiringen: Der Dampf-Extrazug fährt zum Brünigpass hinauf. (Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch)
Nostalgische Züge waren die Attraktion auf dem Jubiläumsfest in Giswil. Hier die Dampflok HG 3/3 1067. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Die historische Dampflok ist die Attraktion am Jubiläum. Der Tross an Fotografen von Fachzeitschriften und Eisenbahnfreunden hat sich zur Einfahrt positioniert. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Symbolisch für neuen Zeiten übergibt Hans Berchtold (rechts) für die Kutschenfahrer dem Lokführer René Zimmermann eine Geissel für das stählerne Ross. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Passend angezogen: Romy Ineichen und Beat von Wyl, Gemeindepräsident von Giswil. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Der "Historic" mit der Lok Deh 4/6 Hr.914. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Er ruhte nicht, bis beide Drehscheiben in Meiringen und Giswil am Platz waren: Pascal Troller, Initiator der Instandsetzung beider Drehscheiben. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Eine Fahrt mit dem nostalgischen Zug ist auch für Gemeinderat Arthur von Allmen aus Lauterbrunnen etwas Besonderes. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Nostalgische Züge waren die Attraktion auf dem Jubiläumsfest in Giswil. So sieht der Dampfzug von innen aus. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch
Nostalgische Züge waren die Attraktion auf dem Jubiläumsfest in Giswil. Heizer Hansruedi Sennhauser aus Langnau am Albis. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Der "Historic" mit der Lok Deh 4/6 Hr.914. (Bild: Marion Wannemacher / Neue OZ)
Bild: Andy Mettler / swiss-image.ch
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Feier für neuen Bahnhof Giswil

Neben der in Stand gesetzten Drehscheibe und dem historischen Datum galt es am Samstag auch die Einweihung des umgebauten Bahnhofs Giswil zu feiern. Renato Fasciati, Geschäftsführer der Zentralbahn, sagte: «Ein weiterer modernisierter und kundenfreundlicher Bahnhof kann heute der Bevölkerung übergeben werden.» Er händigte Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker und Gemeindepräsident Beat von Wyl das nigelnagelneue Bahnhofsschild aus. Innerhalb von zwei Jahren war der Bahnhof für 9,5 Millionen Franken umgebaut worden. Er verfügt über Hochperrons für ein ebenerdiges Einsteigen und eine neue Unterführung.

Beat von Wyl hob seine Freude über den topmodernen Bahnhof hervor. Er sehe ihn als Drehscheibe in verschiedenen Hinsichten: aus touristischer in der Abzweigung zur Mörlialp und nach Sörenberg und aus beruflicher mit dem Gewerbegebiet hinter der Melchaa. «Der Bahnhof wird eine wichtige Drehscheibe und ein wichtiges Zentrum sein.»

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