Giswil musste drei gefährliche Birken fällen

Vergangene Woche mussten drei Birken gefällt werden. Die Allee samt Brücke gilt als schützenswertes Ortsbild - es soll darum einen Ersatz geben.

Marion Wannemacher
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Der Baumstrunk zeugt von einer gefällten Birke, zwei weitere mussten auf der anderen Strassenseite weg. (Bild: PD, René Kiser (Giswil, 8. März 2019))

Der Baumstrunk zeugt von einer gefällten Birke, zwei weitere mussten auf der anderen Strassenseite weg. (Bild: PD, René Kiser (Giswil, 8. März 2019))

Sie führten ein jämmerliches Dasein, die drei Birken rechts und links der Grossteilerstrasse zwischen der Verzweigung von der Panoramastrasse und der gedeckten Holzbrücke über die Laui. «Durch das Streusalz vom Winterdienst und den Asphalt sind die Birken krank geworden», erklärt André Halter, Revierförster der Korporation, der von der Gemeinde als Berater hinzugezogen wurde.

«Wegen der Strasse und des Fussgängerüberwegs stellten sie ein Sicherheitsrisiko dar», sagt der Fachmann. Äste hätten abbrechen und Passanten und Autofahrer treffen können. Der Wuchs der einen Birke als «Zwiesel», also einer Verzweigung des Baumstammes oberhalb des Stammfusses, habe eine zusätzlich Bruchgefahr dargestellt. Die Gemeinde als Eigentümerin erteilte eine Schlagbewilligung. Vergangene Woche wurden die drei Birken gefällt. Eine war 40-jährig und etwa 15 Meter hoch, die beiden anderen 25 bis 30-jährig und etwa zehn Meter hoch. Ein hoher Strunk ist noch an der Grossteiler Strasse zu sehen. Er wird später entfernt werden.

In der Allee sollen wieder Bäume gepflanzt werden

Die Allee gehört zusammen mit der gedeckten Holzbrücke zum Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. «Man muss sie grundsätzlich erhalten», sagt Beat von Wyl, Gemeindepräsident von Giswil. Deshalb würden Ersatzpflanzungen in der Allee in unmittelbarer Umgebung angestrebt, erklärt er. Allerdings seien die Planungen dafür erst dann möglich, wenn das Integralprojekt Hochwasserschutz grosse Laui abgeschlossen sei, betont er. Er schätzt, dass es sicher drei bis fünf Jahre dauern könne, bis Anpflanzungen vorgenommen werden könnten.

Nach Ansicht von André Halter ist eine Ersatzpflanzung an der gleichen Stelle aufgrund der schlechten Standortbedingungen schwierig. Diese solle sicher mit geeigneten Baumarten stattfinden. «Pionierbaumarten wie Birken oder Erlen sind Bäume mit begrenzter Lebensdauer», sagt Halter. Sie würden höchstens 40 oder 50 Jahre alt. Für eine mögliche Ersatzpflanzung komme ihm die Linde in den Sinn, mit der man gute Erfahrungen gemacht habe.