Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

GISWIL: Nach den «Husi» wird durch Halle getobt

Betreute Hausaufgaben in Kombination mit Sport und Spiel: In Giswil ist man zum zweiten Mal beim Projekt der Albert Koechlin Stiftung mit dabei. Alle Beteiligten zeigen sich begeistert.
Marion Wannemacher
Giswiler Schüler haben nach den Hausaufgaben in der Turnhalle freie Spielewahl. (Bild: Corinne Glanzmann (Giswil, 21. März 2018))

Giswiler Schüler haben nach den Hausaufgaben in der Turnhalle freie Spielewahl. (Bild: Corinne Glanzmann (Giswil, 21. März 2018))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

Es ist Mittwoch, in den Zimmern der Schule Giswil ist es völlig still, die Schüler haben frei. Vor der Turnhalle drängen sich 15 Buben und Mädchen um ihr Zvieri. Viele sind mit ihren Hausaufgaben schon fertig. Äpfel und Darvida sind schnell verputzt, denn jetzt kommt die Kür: Spiele nach Wunsch. Sandra Ming, Standortleiterin der Albert Koechlin Stiftung zeigt Verständnis, die Pause wird verkürzt. «Viele kommen hierher, weil sie hinterher Sport machen können», ist sie sich bewusst.

«Champions – Husi und Sport» heisst das Stiftungsprojekt. Von Oktober bis April können Dritt- bis Sechstklässler jeweils mittwochs die Hausaufgabenbetreuung nutzen und anschliessend gemeinsam Sport machen. In Obwalden nehmen Kerns und Giswil teil, Giswil bereits im zweiten Jahr. Standortleiterin Sandra Ming zeigt sich vom Konzept begeistert. «Das Plus am Projekt ist, dass Kinder, die Zeit und Lust haben, ohne Anmeldung kommen können und betreut werden. Das Angebot ist niederschwellig und kostenlos. Es unterstützt auch die schwächeren Schüler.» Beim Sport stehe der Spass im Vordergrund.

Paintball, Burgenschlacht und Brennball sind Favoriten

Viele Kinder kommen immer wieder, so wie die Sechstklässlerin Lenja Kayser. «Ich freue mich immer sehr auf den Mittwochnachmittag. Denn hier treffe ich meine Kolleginnen aus der Partnerklasse.» Hilfe bei den Hausaufgaben brauche sie selbst eigentlich nicht. Andere sind froh um Unterstützung. Bei einigen sind beide Eltern berufstätig, bei anderen die Mutter zu Hause.

Auch Souhir El Bellaj findet es hier «cool», wie sie sagt, ein «sehr gutes Projekt». Vor allem die Spiele mag sie. Ihre Favoriten sind Paintball, Burgenschlacht und Brennball. Und nicht nur die Schüler profitieren. Neun Oberstufenschüler arbeiten als Coaches mit, an diesem Nachmittag sind zwei vor Ort. «Sie können an ihrem Selbstvertrauen arbeiten», erklärt Sandra Ming. «Sie merken, dass sie helfen können bei den ‹Husi›. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen, sich hinzustellen und anzuleiten.» Die Arbeitsbestätigung könnten sie für spätere Bewerbungen verwenden.

«Mit Kindern zu arbeiten gefällt mir», zieht die 14-jährige Carolin Frank ihr persönliches Fazit. Gelernt habe sie hier vor allem, klare Grenzen zu ziehen. «Ich muss sagen, wo’s langgeht, wenn die Kinder nicht folgen und mit lauter Stimme sprechen.» Souhir und Lisa bekommen farbige Bänder und sind Fänger. Drei Buben jagen mit Karacho um den Spielfeldrand. «Jetzt können sie sich auspowern», freut sich Sandra Ming, die selbst Mutter zweier Kinder ist, mit ihnen. Als nächstes bauen die Schüler im Team Geräte fürs Paintball auf, ein Abwerfspiel, bei dem die «Gefangenen» durch das Treffen des gegnerischen Basketballkorbs befreit werden können. Die Weissen scheinen zu gewinnen. Mit Eifer und Begeisterung sind alle bei der Sache.

Projekt dauert noch bis Winter 2018/2019

Drei Jahre finanziert die Albert Koechlin Stiftung das Projekt. Eine Fortführung danach ist Sache der Gemeinde. «Für die Kinder wäre es super, wenn es weitergeführt werden könnte», hofft Sandra Ming.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.