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GISWIL: Patentjäger plagen grosse Sorgen

Nach einer harmonischen 100-Jahr-Feier steht der Obwaldner Patentjägerverein nun vor einer Zerreissprobe. Wegen Problemen rund um den Schiessplatz Alpnach traten 27 Mitglieder zurück, 100 weitere bezahlten den Jahresbeitrag nicht.
Romano Cuonz
Ratlosigkeit bei Präsidentin Nadja von Rotz, Kassier René Ming und Aktuar Albert Durrer (v. l.). (Bild: Romano Cuonz (Giswil, 17. März 2018))

Ratlosigkeit bei Präsidentin Nadja von Rotz, Kassier René Ming und Aktuar Albert Durrer (v. l.). (Bild: Romano Cuonz (Giswil, 17. März 2018))

«Trotz unvergesslicher Momente – etwa bei der 100-Jahr-Feier – war das Jahr 2017 auch ein Jahr, in dem der Vorstand sich gröberen Stürmen stellen musste», hielt Jäger-Präsidentin Nadja von Rotz-Küchler in ihrem Jahresbericht fest. Dies im Rahmen der Generalversammlung des Obwaldner Patentjägervereins am vergangenen Samstagabend im Restaurant Bahnhof in Giswil. Das wohl grösste, im Moment fast unlösbare Problem der Jäger hat einen Namen: der Schiessplatz im Freien in Alpnach. Dieser wird wegen eines Hochwasserschutzprojekts, aber auch wegen Umweltbelastung und Lärmimmissionen spätestens 2020 endgültig geschlossen.

An den 300 000 Franken für anschliessend nötige Sanierungen soll sich neben dem Bund und der Gemeinde Alpnach auch der Patentjägerverein beteiligen. Dies, gemessen an seinen finanziellen Möglichkeiten. Aus der Versammlung kam lauter Protest. Einige Jäger machten geltend, dass dafür der Kanton bezahlen müsse, weil er doch von Jägern Treffsicherheit verlange. Dem widersprach Jagdverwalter Cyrill Kesseli klar. Autofahrer könnten vom Kanton auch kein Geld fordern, nur weil dieser von ihnen eine Fahrprüfung fordere. Um für die verlangte Sanierung – und lieber noch für einen allfälligen Erhalt – des nötigen Schiessplatzes gewappnet zu sein, hatten die Jäger 2017 an ihrer GV mit 43 Ja- zu 4 Nein-Stimmen (bei 39 Enthaltungen) einem zusätzlichen jährlichen Beitrag von 55 Franken zugestimmt.

«Eigentlich müssten wir durchgreifen»

Da dann aber klar wurde, dass die Gemeinde Alpnach in Sachen Schiessstand an der Schliere nicht mit sich reden lässt – und eben auch sonst kein konkretes Neuprojekt bestand –, verschafften viele Jäger ihrem Unmut endgültig Luft. Nicht weniger als 27 traten aus dem Verein aus. Für Kassier René Ming noch viel unangenehmer aber war: Über 100 bezahlten aus Protest weder den Jahresbeitrag (45 Franken) noch den Zusatzbetrag. Ming zum grossen Wirbel: «Eigentlich müssten wir die Leute ermahnen und letztendlich durchgreifen, weil hier ein Beschluss missachtet wird.» Lieber aber appelliere er vorerst einmal an alle, doch noch Vernunft anzunehmen und ausstehende Beiträge ohne weiteres «Zwängeln» zu entrichten. Dies vor allem, damit im Verein punkto Finanzen wieder für alle Mitglieder Gleichheit bestehe.

Zusatzbeitrag wurde sistiert

Weil der Beitrag von 55 Franken in der momentanen Ungewissheit punkto Schiessanlage wenig sinnvoll erscheint, kam aus den Reihen der Mitglieder der Antrag, ihn nach nur einem Jahr wieder abzuschaffen. Diesem Antrag wurde dann auch ganz klar zugestimmt. Diesem Entscheid war eine emotionale Diskussion vorangegangen. Ein Mitglied propagierte gar, dass der Verein sein Vermögen auf «null» reduzieren sollte, damit man ihn für die Sanierung des Schiessplatzes nicht mehr belangen könne. Dem hielt der Vorstand entgegen, dass dann viele Aufgaben im Interesse der Jagd nicht mehr erfüllt werden könnten. In Sachen «Wie weiter» bei der Schiessanlage versprach der Vorstand, dass er alle Möglichkeiten prüfen werde: Diskutiert werde derzeit auch eine Zusammenarbeit mit Nidwaldnern im «Cholwald». Ein Schiesstraining im «Brünig Indoor» aber – wie es die Regierung favorisiert – käme für die meisten Jäger kaum in Frage. Zum einen, weil das Training dort zu teuer ist. Zum andern, weil die Treffsicherheit nur bei natürlichen Verhältnissen im Freien wirklich verbessert werden könne.

Neben der Schiessanlage im Freien bereitet den Jägern auch der Luchs grosse Sorgen. Momentan gibt es in Obwalden 2,1 Luchse auf 100 Quadratkilometer. Für die Jäger ist dies ein klar zu hoher Bestand. Ob die Wildhut oder Jäger den Luchs dereinst – wie etwa Steinböcke – bejagen können, hängt aber von der Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes ab.

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

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