GISWIL: Ruedi Rymann: Sein Musikerbe lebt weiter

Ruedi Rymann ist am Mittwochabend in Giswil im Kreise seiner Familienangehörigen an den Folgen seiner schweren Krankheit gestorben. Eine Redaktorin der Neuen Obwaldner Zeitung erinnert sich an die Jodlerlegende.

Drucken
Teilen
Ruedi Rymann in jungen Jahren als Tierfreund und Wildhüter im Kanton Obwalden. (Bild Remo Abächerli/Neue OZ)

Ruedi Rymann in jungen Jahren als Tierfreund und Wildhüter im Kanton Obwalden. (Bild Remo Abächerli/Neue OZ)

«Eppä vorab nä», sagte Ruedi Rymann immer wieder. Der Ausdruck war für ihn nicht einfach eine Redewendung. Schon gar nicht in den letzten, vom Krebsleiden beeinträchtigten Jahren. Das Fatalistische, das in der Aussage steckt, ist mir bei ihm schon viel früher aufgefallen: Auf der Jagd etwa. Es sind vielleicht 20 Jahre her, als ich ihn ganz leise, jedoch in gewohnter Ungeduld, fragte, ob er nicht endlich einen Rehbock vors Visier bekomme. Da schaute er mich erstaunt an und sprach aus, was für sein Leben kennzeichnend war: «Eppä vorab nä.»

Viel gelacht haben wir jeweils am Küchentisch bei ihm zu Hause, wenn ich ihm als Journalistin begegnete. Meine Versuche, seine liebe Frau Hildi mit ihm auf ein Bild zu bringen, scheiterten in der Regel kläglich. Für ein Erinnerungsföteli sprang eher die treue Hundeseele Brixe ein, die ihrem Meister auf Schritt und Tritt folgte. Er neckte gerne und liess sich necken, war immer für einen Spass zu haben.

Bescheidenheit dominierte
Was mir an Ruedi – von der Schreibweise Riodi hielt er nicht viel – imponierte, war seine sprichwörtliche Bescheidenheit. «Nicht nur Bundesräte und andere Grössen, sondern alle glaubten immer, der Schacher Seppli sei auf meinem Mist gewachsen», erzählte Ruedi mehrmals. Und wehrte sich stets.

Eines ist sicher: Der Ruedi, der als Schacher Seppli vor der Himmelstüre steht, wird die Menschen weit über seinen Tod hinaus berühren. So wie ihn die Stimmen seiner jodelnden Töchter berührten. Es brauchte Zeit, bis sie den Kehlkopfschlag beim Jodel beherrschten. «Eppä vorab nä», sagte er auch dazu. Die Töchter schafften es. Und er war ein ein stolzer Vater, stolz auf seine sechs Kinder, von denen fast alle sein musikalisches Erbe weitertragen.

Bea Zai

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.

HINWEIS
Die Beerdigung findet am Samstag, 20. September, um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Anton im Grossteil statt.

Wie behalten Sie Ruedi Rymann in Erinnerung? Schreiben Sie uns mit Nennung von Name und Wohnort an redaktion@zisch.ch ! Gerne nehmen wir unter dieser Adresse auch Fotos entgegen.