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GISWIL: «Schön, dass alle gesund zu Hause sind»

Wenn Älpler feiern, lacht die Sonne. Bei schönstem Herbstwetter genossen sie zum Saisonschluss ihre traditionelle, urchige Älplerchilbi. Und über die Älplersprüche der schönsten Wilden des Kantons amüsierte sich ein grosses Publikum wieder köstlich.
Philipp Unterschütz
Der «Wildmaa» hat den zahlreich erschienenen Neugierigen wieder einiges an amüsanten Begebenheiten aus dem Älplerleben des vergangenen Jahres zu erzählen. Bild: Philipp Unterschütz (Giswil, 29. Oktober 2016)

Der «Wildmaa» hat den zahlreich erschienenen Neugierigen wieder einiges an amüsanten Begebenheiten aus dem Älplerleben des vergangenen Jahres zu erzählen. Bild: Philipp Unterschütz (Giswil, 29. Oktober 2016)

Einen Käsereifen als Sinnbild gebrauchte der Sachsler Pfarrer Daniel Durrer für seine Predigt am Festgottesdienst der Giswiler Älplerchilbi. Wie der Reifen dem Käse seine Form und Halt gebe, bräuchten auch die Menschen einen Halt im Leben. Pfarrer Durrer erinnerte die Älpler und Gäste am Samstag in der vollen Giswiler Kirche daran, dass für diesen Halt Werte wichtig seien, gerade in Zeiten wie diesen, mit sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Ein solcher Wert sei Vertrauen. Vertrauen schlage Brücken und lasse die Menschen reifen – wie Käse eben.

Und seine Predigt kam an. Älplervater Werner Halter meinte später, Vertrauen sei für die Älpler tatsächlich sehr zentral. Man sei in den Alpgemeinschaften sehr aufeinander angewiesen und müsse sich gegenseitig vertrauen können. Von den 18 Alpen der Teilsamen Grossteil und Kleinteil werden rund die Hälfte nur von je ein bis zwei Personen bewirtschaftet.

«Wir dürfen zufrieden sein, es war ein gutes Jahr», sagte Werner Halter, der seit sechs Jahren Älplervater ist und sich freute, dass alle «seine» Älpler wieder gesund nach Hause gekommen sind. «Schön ist auch, dass alle, die sich für den Winter wieder einen Job suchen müssen, etwas gefunden haben.» Und es sei erfreulich, dass man immer genügend jüngere Leute finde, die die Alpen bewirtschaften würden.

Vom Lachen des Publikums und offerierten Chelis

Halters Bemerkung am Mittag im Hotel Bahnhof, dass man zur Musik auch tanzen könne, hätte es gar nicht gebraucht. Schon vor der Suppe schwangen die Älplerinnen und Älpler in ihren farbenprächtigen Trachten kräftig das Tanzbein. Neben etlichen anderen Jubilaren wurde besonders der 97-jährige Hans Schäli-Renggli hervorgehoben, der sage und schreibe seit 80 Jahren Mitglied der Älplergesellschaft Giswil ist. Auf die Sprüche der Wilden («Unsere Wilden sind die schönsten im Kanton», sagte der Älplervater überzeugt) waren dann nicht nur die Älpler gespannt. Viel Publikum wollte wissen, was im vergangenen Jahr so alles an kleinen Missgeschicken und lustigen Begebenheiten passiert ist. Im Garten des Hotels Bahnhof präsentierten «Wildwiib» und «Wildmaa» 35 Sprüche.

Verfasst hatte sie zum vierten Mal Bruni Wolf. Nein, hässig sei noch nie jemand gewesen, den er in den Sprüchen aufs Korn genommen habe, meinte er schmunzelnd. «Aber viele kommen und sagen, das sei dann schon nicht ganz so gelaufen. Aber manchmal muss ich beim Reimen halt etwas zuspitzen.» Sein schönster Lohn sei das Lachen des Publikums – «und auch die Chelis, die ich offeriert bekomme». Von denen werden nicht nur die Älpler einige genossen haben. In Giswil wurde bis weit nach Mitternacht gefeiert.

Philipp Unterschütz

Giswiler Älplersprüche 2016

«Ja, minä gniässt das Älplerläbe nu gherig richtig, Uirsprung und Traditionä pfläge isch ihm de zimmli wichtig. Oi d’Härkunft tiod ihm vill bediitä, so gherd ä Obwaldnerfahne vor sii Alphittä. Dr halb Summer isch vergangä, niämmer gmerkts oder häts gschtert, dass dä Fahnä hanged niinzg Grad verchehrt! Är schämt sie und meint: Das cha miär niä meh passierä, und ab däm Jahr gsehsch nä nurnu ä Schwiizerfahne montierä!»

«Vom Schwingclub gahnd’s go gratuliere, ä ganzi Schar, amenä Friimitglied zu scheenä 65 Jahr. Si Froiw tisched uif, miär nähmid gäre, sogar sini legendäre Chässchnitte tiänd nid fähle. Ä scheenä gmiätliche Abe derfemer dobä verbringä, s’wird proschtet und d’Gläser tiänd uf dä Jubilar erklingä. Doch leider, dä Maa tiod iis gar nid erschiinä, dä hocked nämli im Siesta und isch dert am Geburtstag fiirä!»

Autor: Bruni Wolf

Wildwiib und Wildmaa präsentieren im Garten des Hotel Bahnhof die Älplersprüche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Besammlung auf dem Gemeindeplatz. (Bild: Philipp Unterschütz)
Besammlung auf dem Gemeindeplatz. (Bild: Philipp Unterschütz)
Besammlung auf dem Gemeindeplatz. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug in die Kirche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Marsch zur Kirche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug in die Kirche, vorbei an der Geistlichkeit. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug in die Kirche, vorbei an der Geistlichkeit. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug in die Kirche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug in die Kirche. Älplervater Werner Halter. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug in die Kirche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Älplerchilbi Giswil am Samstag, 29. Oktober 2016. Einzug in die Kirche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug in die Kirche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug in die Kirche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug in die Kirche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Älplerchilbi Giswil am Samstag, 29. Oktober 2016. Trychler im Hotel Bahnhof Bahnhof. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug beim Bahnhof. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug beim Bahnhof. (Bild: Philipp Unterschütz)
Älplervater Werner Halter begrüsst die Mitglieder der Älplergesellschaft Giswil im Hotel Bahnhof. (Bild: Philipp Unterschütz)
Älplervater Werner Halter. (Bild: Philipp Unterschütz)
Besammlung zum Fototermin (Bild: Philipp Unterschütz)
Wildmaa und Wildwiib. (Bild: Philipp Unterschütz)
Die versammelte Älplergesellschaft Giswil mit der Geistlichkeit. Im Vordergrund Jubilare und Ehrenmitglieder (Bild: Philipp Unterschütz)
Bruni Wolf, Verfasser der Älplersprüche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Fahnenschwingen im Garten des Hotel Bahnhof. (Bild: Philipp Unterschütz)
Einzug Wildwiib und Wildmaaimund Trychler im Garten des Hotel Bahnhof bevor sie die Älplersprüche präsentieren. (Bild: Philipp Unterschütz)
Wildwiib und Wildmaaim wilden Tanz im Garten des Hotel Bahnhof bevor sie die Älplersprüche präsentieren. (Bild: Philipp Unterschütz)
Wildwiib und Wildmaa präsentieren im Garten des Hotel Bahnhof die Älplersprüche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Wildwiib und Wildmaa präsentieren im Garten des Hotel Bahnhof die Älplersprüche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Wildwiib und Wildmaa präsentieren im Garten des Hotel Bahnhof die Älplersprüche. Älplervater Werner Halter und Ehefrau Theres amüsieren sich. (Bild: Philipp Unterschütz)
Wildwiib und Wildmaa präsentieren im Garten des Hotel Bahnhof die Älplersprüche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Wildwiib und Wildmaa präsentieren im Garten des Hotel Bahnhof die Älplersprüche. (Bild: Philipp Unterschütz)
Wildwiib und Wildmaa präsentieren im Garten des Hotel Bahnhof die Älplersprüche. (Bild: Philipp Unterschütz)
33 Bilder

Älplerchilbi Giswil

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