Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

GISWIL: Sich bei Gipfeli und Kaffee vernetzt

Rosen, Chansons und Rückblicke gabs zum 25. Frauenzmorgä des Frauenforums. Die Teilnehmerinnen genossen den gelungenen Jubiläums-Mix.
Marion Wannemacher
Sie gründeten das Frauenzmorgä mit (von links): Ruth Diller-von Ah, Annelies Portmann-Läubli, Käthy Burch-Spichtig und Trudy Odermatt-Spichtig. Bild: Marion Wannemacher (Giswil, 12. November 2016)

Sie gründeten das Frauenzmorgä mit (von links): Ruth Diller-von Ah, Annelies Portmann-Läubli, Käthy Burch-Spichtig und Trudy Odermatt-Spichtig. Bild: Marion Wannemacher (Giswil, 12. November 2016)

Was macht frau an einem trüben, nasskalten Samstagmorgen im November? Länger im Bett bleiben – oder sich mit anderen zum Frühstück verabreden. Rund 70 Landfrauen, Kantonsrätinnen und Mitglieder des Frauenbundes Obwalden entschieden sich am Wochenende für letztgenannte Variante.

In gemütlicher Atmosphäre genoss die bunte Besetzung das 25. Frauenzmorgä mit Brunch, Wettbewerb, verteilten Rosen und Rückblicken in vollen Zügen. Den stimmigen Rahmen dafür bot das Trio «Ruibäli» mit einfühlsamen und humorvollen Chansons. «Wir haben uns extra für den Anlass zusammengefunden», erklärte Unterhaltungsvollblut Kathrin Müller, die mit den Schwestern Mirjam (Gitarre und Klavier) und Michèle Philipona (Schlagzeug) die Gesellschaft mühelos für sich gewann mit Liedern für «allergattig Frauen».

Luzerner Ausrichtung passte Obwaldnerinnen nicht

Wie es zum ersten Frauenzmorgä 1991 kam, erzählten Gründungsmitglieder Trudy Odermatt-Spichtig, seit 25 Jahren Kassierin, und Käthy Burch-Spichtig. Schon vor Einführung des Frauenstimmrechts 1971 hatten Frauen in Obwalden versucht, in Staat und Gesellschaft mitzumischen. Aus dem Frauenbund ging der staatsbürgerliche Verband katholischer Schweizerinnen auf Kantonsebene (Staka) hervor. Ziel: die Obwaldnerinnen «staatsbürgerlich zu bilden und für ihre Aufgaben im öffentlichen Leben vorzubereiten». «Eine Zeit lang war der Staka der Ort politisch interessierter Frauen von Obwalden», erzählte Trudy Odermatt. Gegen Ende der Achtziger gab es einen Mitgliederschwund. Man suchte nach Alternativen. Die damaligen Gründerinnen hörten von einem Frauenz­morgä in Luzern, fassten sich ein Herz und fuhren dorthin. Nur war dies ein religiöses Treffen und entsprach so gar nicht den Vorstellungen der Obwaldnerinnen. Sie stellten etwas Eigenes auf die Beine. In den Neunzigern gab es unter Obwaldner Frauenorganisationen einen Aufbruch. «Zeitweise hatte unser Kanton prozentual eine der grössten Frauenanteile im Kantonsparlament und zwei Regierungsrätinnen», betonte Trudy Odermatt.

Beeindruckende Liste der Referentinnen

Jahr für Jahr gab es nun zwei bis drei Frauenzmorgä. Die Liste der Referentinnen ist lang und beeindruckend: Theologin und Journalistin Marga Bührig, Politikerin Leni Robert oder Schriftstellerin Gisela Widmer. Eine Veranstaltung von 1993 sei ihr heute noch in Erinnerung, erzählte Trudy Odermatt-Spichtig: Man habe Knall auf Fall eine Gesprächsrunde mit einheimischen Politikerinnen und Unternehmerinnen gestrichen. Denn drei Tage zuvor sei nicht wie erwartet Christiane Brunner, sondern Francis Mat­they gewählt worden. Die Wut der Frauen war gross. Spontan berief man ein Hearing mit den Obwaldner Bundesparlamentariern ein. «Niklaus Küchler und Ueli Blatter mussten 200 Frauen Red und Antwort stehen, wie und warum sie so gewählt hatten.»

Heute gehe es nicht mehr so sehr darum, Frauen dazu zu bringen, sich zu engagieren, erklärt Kantonsrätin Veronika Wagner auf die Frage nach der Zielsetzung des Frauenzmorgäs. «Wir bieten frauenspezifische Themen und vernetzen die Frauen.»

Marion Wannemacher

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.