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GISWIL: Sie stillt den Hunger der Obwald-Gäste

Am 10. Obwald darf auch die Kernser Bäuerin Rosy Durrer ein Jubiläum feiern. Seit der Premiere bedient sie mit grosser Freude ihre Gäste.
Rosy Durrer bedient am Obwald die Landammänner Hans Wicki (Nidwalden, links) und Andreas Barraud (Schwyz). (Bild Romano Cuonz)

Rosy Durrer bedient am Obwald die Landammänner Hans Wicki (Nidwalden, links) und Andreas Barraud (Schwyz). (Bild Romano Cuonz)

Romano Cuonz

«Am Obwald duze ich die meisten Gäste», sagt Rosy Durrer (52). «Wo es so entspannt und gemütlich zu und her geht wie an diesem Volkskulturfest, sollten auch wir vom Service mit den Leuten auf Augenhöhe kommunizieren.» Und wirklich: Obwaldner, bis hin zu den Ratsherren, kennen die ebenso freundliche wie temperamentvolle Service-Angestellte unter dem Namen «Biäl-Rosy». Fürs Obwald, das am Wochenende in die 10. Ausgabe gestartet ist (wir berichteten), ist die Kernserin längst ebenso unentbehrlich wie der Beleuchter, der Tonmeister oder der Küchenchef.

Eigentlich ist Rosy Durrer Bäuerin und hat sechs Kinder zwischen 14 und 30. «Mit Servieren begann ich als Siebzehnjährige im damaligen Sachsler Café Wiprächtiger», erzählt sie. Und: Das Bedienen von Gästen sei bis zum heutigen Tag eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen geblieben. Daneben aber hilft Rosy Durrer ihrem Mann Franz auf dem Hof, sie näht Trachten und schneidet ihren Mädchen auch einmal die Haare.

Personal kennt keine Hierarchie

Seit zehn Jahren serviert Rosy Durrer immer wieder auf der untersten Plattform des Obwald-Zeltes. Jahr für Jahr trifft sie dort altbekannte Gäste. Stamm- gäste! Oft höre sie da denselben Spruch: «Schau, unsere Serviertochter ist auch wieder da!» Beim ersten Obwald, als man das Essen noch in einer Küche im Wald draussen abholen musste, hatte sich Rosy Durrer mit einem kleinen Team von Präsident Daniel Fanger für 20 Franken Stundenlohn «anheuern» lassen. «Inzwischen ist unsere Gage auf 25 Franken angestiegen, aber viel mehr wert als Geld sind beim Obwald die vielen schönen Begegnungen mit Menschen», erzählt Rosy Durrer. «Wir alle schätzen unsere Gäste, von denen wir viele mit Vornamen kennen», schwärmt sie.

Weil die Kernserin mittlerweile über eine grosse Erfahrung verfügt, ist sie auch verantwortlich für die Auswahl und die Einsätze der alles in allem 18 beschäftigten Serviertöchter. Doch eine eigentliche Hierarchie gebe es unter dem Personal nicht. In den kurzen Pausen zwischen den Gängen würde man sich prächtig miteinander unterhalten.

«Promis sind auch nur Menschen»

Was Rosy Durrer als Serviertochter erlebt hat, würde wohl ein Buch füllen. «Als wir bemerkten, wie alt Bundesrat Moritz Leuenberger auf unserer Plattform sass, waren wir schon ein bisschen aufgeregt», gesteht die Service-Angestellte. Doch dann konstatiert die Frau, die im Bethanienheim auch schon Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf oder an der Sempacher Schlachtfeier Bundesrat Christoph Blocher bedient hat, keck: «In meiner langen Tätigkeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass Promis Menschen sind wie wir auch.» Dann lacht Rosy Durrer verschmitzt: «Als ich Christoph Blocher bediente, fiel beim Abräumen eine Gabel vom Teller. Er suchte sie überall, aber fand sie nirgends. Wir aber entdeckten sie. In seiner Jackentasche! Da haben wir uns köstlich amüsiert!»

Den Kernser Gemeindepräsidenten André Windlin hat sie einst aus einer misslichen Lage befreit. Als sie eine vietnamesische Suppe samt fremden Gewürzen und Kräutern, die er einfach nicht essen konnte, unauffällig verschwinden liess. Oder die Geschichte von jenem älteren Bäuerlein, das unbedingt von ihr bedient sein wollte und deshalb zur Kollegin sagte: «Wäisch, myyni isch nimmä da, isch äs ächt ga liggä?» Zürcher Besucher hätten sie einmal aufgefordert, sie möge doch ein wenig plaudern mit ihnen. «Denen spielte es keine Rolle, was ich sagte, sie wollten einfach meine Obwaldner Mundart hören.» Fragt man die Obwaldnerin, was ihr denn in all den zehn Jahren musikalisch am meisten Eindruck gemacht habe, muss sie nicht lange studieren. «Das war die Kulturpreisfeier für Ruedi Rymann. Mit ihm habe ich immer besonders gern geredet.» Doch auch die Flamenco-Tänzerinnen und Tänzer seien nicht ohne gewesen.

Und schon eilt sie wieder durch die Menschenmenge und freut sich auf neue, spannende Begegnungen.

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