GISWIL: So lässt’s sich besser leben

Im Alpsommer 2018 beginnt auf der Alp Stafelschwand ein neues Zeitalter. Das neue Alp- und Wohngebäude kann bezogen werden. Eine Coop-Aktion erleichtert die Finanzierung.

Robert Hess
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Checkübergabe: Irene Kaufmann, Verwaltungsratspräsidentin Coop-Patenschaft für Berggebiete, das Älplerpaar Martha und Hans Flück, Vreny Schädler-Jakober, Präsidentin der Korporation Schwendi (von links). (Bild: Robert Hess (Giswil, 5. September 2017))

Checkübergabe: Irene Kaufmann, Verwaltungsratspräsidentin Coop-Patenschaft für Berggebiete, das Älplerpaar Martha und Hans Flück, Vreny Schädler-Jakober, Präsidentin der Korporation Schwendi (von links). (Bild: Robert Hess (Giswil, 5. September 2017))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Ich war baff, als ich die Höhe des Betrages erfahren habe, herzlichen Dank an die Spender», sagte Vreny Schädler-Jakober, die Präsidentin der Korporation Schwendi, am Dienstagvormittag auf der Alp Stafelschwand vor gut dreissig Anwesenden. Anlass zur Feierstunde war die Übergabe eines Checks von 300000 Franken durch die Coop-Patenschaft für Berggebiete an die Korporation Schwendi, der die Alp Stafelschwand auf 1350 m ü. M. gehört. Sie liegt auf Giswiler ­Gemeindegebiet an der Panoramastrasse Giswil–Sörenberg.

«Vorbildliche Entwicklung in Obwalden»

«Die Coop-Patenschaft für Berggebiete engagiert sich in allen Teilen der Schweiz», berichtete deren VR-Präsidentin Irene Kaufmann vor den Gästen. «Es ist kein Zufall, dass Obwalden seit vielen Jahren eine unserer Schwerpunktregionen ist», fuhr sie fort. «Denn die Entwicklung der Alpwirtschaft im Kanton Obwalden ist vorbildlich.» Seit 2011 kamen die Fluonalp, die Alp Glaubenbielen und das Grossächerli in den Genuss von Beiträgen aus dem 1.-August-Weggen-Projekt, das seit 16 Jahren besteht.

Mit dem Beitrag der Coop-Patenschaft für Berggebiete von 300000 Franken werden der dringend notwendige Neubau des Alp- und Wohngebäudes auf der Stafelschwand sowie der Ausbau der Zufahrtsstrasse mit Investitionen von total rund 880000 Franken mitfinanziert. So steht dem Älplerpaar Hans und Martha Flück künftig eine gut ausgestattete 3?-Zimmer-Wohnung im neuen Gebäude zur Verfügung. Die beiden arbeiten neben ihrem eigenen Landwirtschaftsbetrieb in der Schwendi, seit elf Jahren auf der Stafelschwand und haben den Vertrag mit der Korporation um weitere acht Jahre verlängert. «Wir freuen uns auf die neuen Räume», meinte Martha Flück, «und vor allem auf die besseren Bedingungen für Mensch und Tier im Stall.» Rund 40 Milchkühe haben dort ihren Platz. Die Milch wird zur benachbarten Alpkäserei Arnischwand geliefert, wo sie zu Alpprodukten verarbeitet wird.

«Wir wollen unsere Alpen erhalten»

«Das Alpgebäude auf der Stafelschwand war baufällig, und die Vorgaben der Tier- und Gewässerschutzgesetzgebung wurden nicht mehr erfüllt, sodass man mit Sonderbewilligungen arbeiten musste», erklärte Korporationspräsidentin Vreny Schädler. «Die Bewirtschaftung einzustellen, kam für die Korporation aber nicht in Frage», fuhr sie fort, «denn unser Ziel ist es, die Alpen in ihrer Schönheit zu erhalten.»

Ein Plädoyer für die Erhaltung der Alpwirtschaft war auch von Bruno Abächerli, Leiter Amt für Landwirtschaft und Umwelt des Kantons, zu hören. «Die Alpwirtschaft ist sehr wichtig für Obwalden, denn die Alpflächen erweitern die wichtigen Futtergrundlagen für das Vieh.» Für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Alpwirtschaft seien auch zeitgemässe und gesetzeskonforme Infrastrukturgebäude notwendig. Dazu sei eine gute Unterkunft fürs Alppersonal sehr wichtig. «Und schliesslich ist eine gepflegte Alpenlandschaft das wichtigste Kapital für den Tourismus», sagte Abächerli.