GISWIL: «Speed» war im Spiel

Die Ermittlungen zum Tod eines jungen Glarners an einer unbewilligten Goa-Party Ende August 2012 stehen kurz vor dem Abschluss. Beim Leichnam waren Spuren von Amphetaminen nachgewiesen worden.

Oliver Mattmann
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Ort des Geschehens: die Kleine Melchaa in Giswil. (Bild: Nadia Schärli)

Ort des Geschehens: die Kleine Melchaa in Giswil. (Bild: Nadia Schärli)

«Sämtliche relevanten Informationen sollten bis im Juni vorliegen», sagt die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin auf Anfrage. So sei der Kontakt mit dem Partyveranstalter, der zwischenzeitlich untergetaucht war, wieder hergestellt worden. «Er zeigt sich kooperativ», so Omlin. Im Fokus der Ermittlungen: Hatte er vor Ort genügend Sicherheitsvorkehrungen getroffen?

Die Staatsanwaltschaft hatte nach dem tragischen Vorfall ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Partyveranstalter eingeleitet. Dieser hatte den Anlass wegen fehlender Bewilligung kurzfristig von Willisau ins Kleine Melchtal verlegt, wo ihm die Obwaldner Polizei die Durchführung ebenfalls untersagte. Dennoch feierten rund 300 Besucher in der Nähe der Kleinen Melchaa, in dessen Bachbett der 19-jährige Glarner den Tod fand.

Er hatte «Speed» konsumiert

Beim Leichnam waren Spuren von Amphetaminen nachgewiesen worden. Das auch als «Speed» bekannte Rauschmittel ist in der Partyszene aufgrund seiner Wirkung wie Unterdrückung von Müdigkeit und der Steigerung des Selbstbewusstseins verbreitet. Von einer Überdosis, die zur Bewusstlosigkeit oder gar zum direkten Tod geführt hat, könne im vorliegenden Fall aber nicht die Rede sein, sagt Esther Omlin. Beim Verstorbenen sei eine mittlere Konzentration registriert worden. Wie schon früher in unserer Zeitung berichtet, ist gemäss Obduktionsbericht Ertrinken die Todesursache. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass die Drogen seine Wahrnehmung in der nächtlichen und für ihn unbekannten Gegend beeinträchtigt hatten. Ein Sturz in den Bach oder Fremdeinwirkung wird indes ausgeschlossen, er wies keine äusseren Verletzungen auf, die darauf hingedeutet hätten.