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GISWIL: Theo Breisacher erhält und gibt weiter

Am Mittwochabend wurde der erste Obwaldner Wirtschaftspreis verliehen. An einen Unternehmer, der «viel zum Wohlstand in Obwalden» beigetragen hat. Und Theo Breisacher tut, wofür er bekannt ist: Er unterstützt mit dem Preisgeld andere.
Marion Wannemacher
Die Checkübergabe (von rechts): Niklaus Bleiker, Rütimattli-Geschäftsführer Peter Truttmann, Theo und Inge Breisacher sowie Rütimattli-Stiftungsrat Peter Lienert. (Bild: Marion Wannemacher (Giswil, 5. Juli 2017))

Die Checkübergabe (von rechts): Niklaus Bleiker, Rütimattli-Geschäftsführer Peter Truttmann, Theo und Inge Breisacher sowie Rütimattli-Stiftungsrat Peter Lienert. (Bild: Marion Wannemacher (Giswil, 5. Juli 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

Da steht er, fast im Hintergrund und senkt bescheiden den Kopf. Jetzt gibt es nichts zu tun, jetzt muss er sich feiern lassen. Eigentlich ist Theo Breisacher lieber ein Macher, einer der nicht lang fragt, sondern handelt. Der 84-Jährige ist allererster Preisträger des Obwaldner Wirtschaftspreises. Mit diesem soll kein zusätzlicher Preis vergeben, sondern eine Lücke geschlossen werden. Das stellte Landstatthalter und Wirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker am Mittwochabend im Gsang in Giswil klar. «Er ist nicht an ein Unternehmen, sondern an eine Wirtschaftspersönlichkeit gerichtet.»

Als Kriterien gelten nicht nur die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen, sondern Eigenschaften wie Vorbildfunktion, geschäftliche und soziale Fairness, positive Ausstrahlung und Authentizität. Eine externe Jury bestehend aus Martha Bächler, der Geschäftsführerin der Standortpromotion Obwalden, dem CEO der Obwaldner Kantonalbank, Bruno Thürig, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Obwalden, Oliver Britschgi, dem Präsidenten des Gewerbeverbandes Obwalden, John de Haan, Roland Michel aus dem Vorstand der Industrie und Wirtschaftsvereinigung Unterwalden und Peter Rohrer als Vorsitzendem der Gemeindepräsidentenkonferenz, traf ihre Wahl. Die fiel auf den charismatischen Unternehmer, der aus einem 6-Mann-Betrieb die Firma Alpnach Norm-Schrankelemente AG mit rund 200 Arbeitsplätzen gemacht hat.

Herzliche Worte vom Laudator für den Preisträger

Herzliche Worte fand Ständerat Erich Ettlin, der ihn als «offensichtlich grosszügigen, zielgerichteten, innovativen, fleissigen, klugen, weitsichtigen und verantwortungsbewussten Menschen» beschrieb. Ettlin sagte über den Preisträger, er habe «keine Bilderbuchkarriere, sondern ein allzu seltenes Unternehmerleben mit Höhen, Tiefen, Breiten und Farben» vorzuweisen. Tiefe habe Theo Breisacher als Kriegskind erlebt, Höhen als Unternehmer und mit der Besteigung unzähliger Berge sowie der Gründung seiner Stiftung, die bislang mit 1,8 Millionen Franken leistungsstarke Lernende in handwerklichen Berufen und Dienstleistungsberufen unterstützt hat. Er würdigte ihn als Förderer des dualen Bildungssystems, Bauherr von Wohnungen und Geschäftshäusern und, also als einen, der «viel zum Wohlstand in Obwalden beigetragen hat». Besonders hob er die Rettung der Bergbahn Lungern-Turren hervor. Und: «Theo Breisacher hat einmal gesagt: ‹Ich hatte keine Zeit, den Schreinermeister zu machen.› Theo Breisacher hat den Lebensmeister gemacht!», sagte der Ständerat und würdigte auch den Familienmenschen mit 7 Kindern und 15 Enkelkindern.

Den mit 5000 Franken dotierten Preis nahm Breisacher mit den Worten an: «Ich brauche das Geld nicht, und meine Familie auch nicht» und tat, was er so häufig tut: Er gab es selbstlos weiter. Und zwar an die Stiftung Rütimattli. In seiner Rede erwähnte Breisacher neben Kindern und Enkeln vor allem Ehefrau Inge. An Tochter Brigitte hatte er vor einem Jahr sein Unternehmen übergeben. Als sein jüngstes «Kind» bezeichnete er das Bahnprojekt.

Es war damals kein einfacher Start des eingewanderten Deutschen in Wilen. 1954 verdiente er bei der Möbelfabrik Läubli 2.35 Franken Stundenlohn. Er bekam eine Lohnerhöhung versprochen, erzählt Theo Breisacher im persönlichen Gespräch: «2.37 Franken». Er blieb trotzdem. Was er heute Berufsstartern rät? «Es braucht eine gewisse Leistung und Zufriedenheit, nicht den Lohn an die erste Stelle setzen.»

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