GISWIL: Verbandspräsident: «Nicht vergessen, was für einen herrlichen Beruf wir ausüben»

Die Leistungen der Bauern müssen in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden: Darüber war man sich an der Generalversammlung des Obwaldner Bauernverbandes einig.

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Angeregte Gespräche: Landammann Franz Enderli, Amtsleiter Bruno Abächerli, Gemeindepräsident Beat von Wyl, Nationalrat Karl Vogler und SBV-Präsident Markus Ritter (von links). (Bild: Paul Küchler (Giswil, 21. Februar 2017))

Angeregte Gespräche: Landammann Franz Enderli, Amtsleiter Bruno Abächerli, Gemeindepräsident Beat von Wyl, Nationalrat Karl Vogler und SBV-Präsident Markus Ritter (von links). (Bild: Paul Küchler (Giswil, 21. Februar 2017))

Zu seiner ersten Generalversammlung als Verbandspräsident konnte Simon Niederberger am Dienstag im voll besetzten Saal des Landgasthofes Grossteil die Bauern und Bäuerinnen, Gäste aus der Politik und Vertreter verschiedener Organisationen und Verbände begrüssen. In seinem Grusswort nahm er Bezug auf Bruder Klaus und vertrat dabei die Ansicht, dass die Anerkennung der Landwirtschaft damals höher gewesen sei und damit auch die Zufriedenheit. Er stellte aber fest: «Bei allem Negativen darf man nicht vergessen, was für einen herrlichen Beruf wir ausüben dürfen.»

Wie Niederberger in seinem Tätigkeitsbericht festhält, beschäftigten den Vorstand neben ordentlichen Verbandsgeschäften auch die Agrarpolitik mit verschiedenen Vernehmlassungen und die Bereiche Hochwasserschutz, Kulturland, Landschaftsqualität, Bildung, Schule auf dem Bauernhof, Milchmarkt und Schlachtviehmarkt. Eine Neuwahl im Vorstand gab es mit dem Rücktritt von Walter von Rotz. Sein Nachfolger ist Albert von Deschwanden aus St. Niklausen.

«Müssen alle am gleichen Strick ziehen»

Markus Ritter nahm als Präsident des Schweizer Bauernverbandes Stellung zur Volksinitiative für Ernährungssicherheit. Für ihn ist es wichtig, dass diese vom Volk angenommen und in der Verfassung verankert wird. Auch er machte sich Gedanken darüber, was Bruder Klaus heute manchmal sagen würde. «Wir müssen heute miteinander, über die Parteigrenzen hinweg, alle am gleichen Strick ziehen.» Nationalrat Karl Vogler stellte fest, dass die Arbeitsbelastung der Bauernbetriebe sehr gross ist und die hier produzierten Lebensmittel einen höheren Stellenwert haben müssten. Die Einkommen der Bauern müssten mit andern Berufen vergleichbar sein, so Vogler weiter. Landammann Franz Enderli zeigte sich erfreut darüber, dass die Bauern mit der Weiterbildung – gerade auch mit den gebotenen Möglichkeiten «Schule auf dem Bauernhof» – einen grossen Einsatz leisten. Auch er vertrat die Ansicht, dass die Leistungen der Bauern in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden müssten.

Zum Abschluss der Versammlung wurde Walter von Rotz für seine 17-jährige Vorstandstätigkeit zum Ehrenmitglied ernannt. Im Weiteren wurden zwölf junge Bäuerinnen und Bauern zum Abschluss ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung geehrt, überdies drei junge Bauern zu ihrem Diplom als Meisterlandwirt. Eine spezielle Ehrung gab es für Ida und Urs Müller-Stalder, Giswil, für den sehr guten Unterhalt und die gute Bewirtschaftung der Alp Arni-Schwand. Sie erhielten vom Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verein eine Urkunde überreicht.

 

Paul Küchler

redaktion@obwaldnerzeitung.ch