Gemeindeversammlung
Giswil will noch attraktiver werden

Eine attraktive Wohngemeinde mit guter Wohnqualität ist sie gemäss ihres Präsidenten schon. Nun ist eine Projektgruppe damit beauftragt, weitere raumplanerische Strategien für die Gemeinde Giswil zu entwickeln, wie es an der Gemeindeversammlung hiess.

Romano Cuonz
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Giswils Gemeindepräsident Beat von Wyl und Finanzchef Hansruedi Abächerli.

Giswils Gemeindepräsident Beat von Wyl und Finanzchef Hansruedi Abächerli.

Bild: Romano Cuonz (Giswil, 18. Mai 2021)

Gemeindepräsident Beat von Wyl machte kein Hehl aus seiner Freude: Nachdem die Gemeindeversammlung letztes Jahr wegen Corona ausgefallen war, durften sich Gemeinderat und Stimmvolk endlich wieder von Angesicht zu Angesicht – oder besser gesagt, von Maske zu Maske – begegnen. «Corona hat die Menschen auseinandergetrieben», bedauerte der Präsident. Gleichzeitig aber äusserte er in seinem Vorwort grosse Zuversicht. Giswil habe sich mit vielen neu gebauten Häusern zur attraktiven Wohngemeinde mit guter Wohnqualität entwickelt, sagte er. Auch sei man bestrebt, das Zentrum beim Bahnhof noch interessanter zu gestalten und zu stärken. Eine Projektgruppe habe überdies den Auftrag, für Giswil einen Masterplan mit raumplanerischen Strategien über viele Jahre hinweg zu erarbeiten. Von Wyl: «Nach Corona soll das Leben in unserer Gemeinde wieder Fahrt aufnehmen, ich blicke zuversichtlich in die Zukunft.»

Steuereinnahmen sind tiefer als budgetiert

Vizepräsident und Finanzchef Hansruedi Abächerli präsentierte den rund 70 Anwesenden eine durchaus zufriedenstellende Rechnung 2020. Obwohl sie um 28 500 Franken schlechter als budgetiert abschliesst, resultiert noch immer ein Ertragsüberschuss von 266 036 Franken. «Die Steuereinnahmen sind um rund 10 000 Franken unter unseren Erwartungen geblieben», erklärte Abächerli. Tiefer als erwartet seien vor allem die Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen ausgefallen. Höchst erfreulich aber präsentieren sich einige Eckzahlen: Der Selbstfinanzierungsgrad der Einwohnergemeinde Giswil mit 158 Prozent darf sich sehen lassen, und auch die Pro-Kopf-Verschuldung pro Einwohnerin und Einwohner ist von 1777 auf 1530 Franken gesunken. Der Gewinnvortrag beläuft sich nach der Verbuchung des erneuten Jahresgewinns auf 6 182 880 Franken. Zur Investitionsrechnung: Da mussten – auch infolge von Corona – budgetierte Vorhaben von 171 000 Franken zurückgestellt werden. Im Ganzen wurden 1,686 Millionen investiert. Die Kosten für Umbau und Sanierung des Schulhauses 1860 entsprechen mit 1,703 Millionen dem Budget. 109 985 Franken wurden an den Hochwasserschutz des Kantons ausgerichtet.

Auch die Rechnung der Gemeindewasserversorgung Giswil schliesst mit einem Ertragsüberschuss ab: 202 653 Franken sind es. Zu verdanken ist dieses Resultat der Stromproduktion der Kleinkraftwerke Pörter und Herber. Eine Diskussion zu den Rechnungen der Einwohnergemeinde, des Wasserbaus und der Gemeindewasserversorgung wurde nicht gewünscht. Auch der Einbürgerung des Sechstklässlers Leon Zikolli – der deutsche Staatsangehörige lebt seit seiner Geburt in Obwalden– stimmten die Anwesenden zu.

Kesb Obwalden stellte sich vor

Mit einer Überraschung für die Anwesenden wartete Gemeindepräsident Beat von Wyl unter «Orientierungen» auf. Er stellte ihnen Monika Keller (seit 2013 Leiterin der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb Obwalden) vor. «Giswilerinnen und Giswiler sollen aus erster Hand Informationen zur Kesb erhalten», sagte er. Zu Beginn seien um diese Behörde viele Diskussionen entbrannt, mittlerweile aber hätten sich die Wogen geglättet. Monika Keller zeigte den Anwesenden auf, wie die Kesb arbeitet. Im Ganzen habe man im letzten Jahr in Obwalden 149 Kinder geschützt und 319 Erwachsene betreut. Zum Einsatz komme die Kesb aber wirklich nur dort, wo Hilfe und Unterstützung dringend nötig seien. «Unser Ziel ist immer, mit den Betroffenen eine einvernehmliche Lösung zur Abwendung der Gefährdung zu finden», betonte Keller. Wenn betroffene Personen, Eltern, aber auch das Kind oder eine nahestehende Person, mit dem Entscheid der Kesb nicht einverstanden seien, könnten sie Beschwerde beim Gericht einreichen. «In all den Jahren aber gab es in Obwalden nur ganz wenige Rekurse gegen unsere Verfügungen», versicherte Monika Keller.