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GISWIL: Willi macht bei den Fasnachtswagen den «Gummi drum»

Unter anderem mit Gummibändern will Pius Willi den Giswiler Fasnachtsumzug noch sicherer machen. Mit seinem Engagement gibt der Umzugsmeister einen Steilpass für die Schnitzelbänke.
Christoph Riebli
Pius Willi ist seit rund 20 Jahren verantwortlich für die Sicherheit beim Umzug in Giswil. (Bild: Corinne Glanzmann (15. Februar 2017))

Pius Willi ist seit rund 20 Jahren verantwortlich für die Sicherheit beim Umzug in Giswil. (Bild: Corinne Glanzmann (15. Februar 2017))

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

«Schliesslich dient ja beides der Sicherheit», nimmt es Pius Willi, der Umzugsmeister des Fasnachtskomitees Giswil (Fakogi), mit Humor. Die Vorgeschichte: Nur Tage bevor der 58-Jährige «seinen» Wagenbauern die neuen Sicherheitsvorschriften vorstellte, feierte die Stop-Aids-Kampagne «Im Minimum en Gummi drum» ihren 30. Geburtstag. Gar die «Tagesschau» wiederholte Ausschnitte der Sendung von 1987, als Sprecher Charles Clerc die Bevölkerung über die Gefahren einer HIV-Ansteckung aufklärte – mit einem Präservativ in der Hand. Diese Assoziation lag also quasi noch in der Luft, als Pius Willi am traditionellen Orientierungshock vor die Wagenbauer trat – mit seinem «Gummi» in der Hand. In Windeseile hat es der Garagier so in die Schnitzelbänke geschafft – völlig unbeabsichtigt.

Sein Anliegen ist hingegen ein ernstes: «Für mich hat es höchste Priorität, die jüngsten Umzugsbesucher zu schützen», erklärt Willi, der selber zwei­facher Grossvater ist. Da die Kinderwagen und die kleinen Knirpse jeweils in der ersten Zuschauerreihe stünden, gelte es zu verhindern, dass ein Kind verletzt oder gar überrollt werden könne. Dafür werden nun sämtliche Zugfahrzeuge und Umzugswagen rundum verkleidet – inklusive Räder. Der Zwischenraum bei der Anhängerkupplung soll weiter mit Gummibändern abgegrenzt werden – zwei von mehreren Massnahmen, wie sie in Solothurn, Basel oder auch Chur schon länger praktiziert werden.

Willi hat in den vergangenen 20 Jahren als Umzugschef aber keineswegs den Anschluss in Sachen Sicherheit vernachlässigt. Im Gegenteil: Die Fasnachtswagen sind nicht zuletzt aufgrund der stetig angepassten Sicherheitsbestimmungen mit bremsbaren Tiefladern unterwegs. «Das sind 12-Tonner, die nur mit dem Bremssystem von einem grossen Traktor kompatibel sind.» Im Vergleich zu früher seien die Zugfahrzeuge dadurch viel grösser geworden: «Für die Chauffeure ist höchste Konzentration angesagt. Sie müssen ständig alle Winkel im Auge behalten, auch wegen des grossen Zuschaueraufmarsches und der engen Strassen- und Kurvenverhältnisse.»

Schaudergeschichte aus Sarnen

Pius Willis persönlicher Albtraum – ein überfahrenes Kind am Fasnachtsumzug – hat eine konkrete Vorgeschichte: «Es war letztes Jahr am Umzug in Sarnen ...», setzt er an. Bekannte hatten ihm geschildert, wie ein Fremder einen kleinen Jungen im letzten Moment am Kragen von der Strasse riss, als dieser ein Sugus vom Boden auflesen wollte. Ohne den beherzten «Eingriff» wäre der 4-Jährige wohl von einem Traktorrad überrollt worden. Seine zwar ebenfalls anwesende Schwester habe ihm nicht helfen können, von den Eltern fehlte jede Spur.

«Als ich das hörte, machte es klick in mir: Das könnte eine Situa­tion sein, in der alle unsere Sicherheitsbestrebungen versagen und wir dennoch verantwortlich wären», schoss es Willi durch den Kopf. Er machte sich sogleich an die Arbeit und stiess unter anderem auf die Lösung mit den Gummibändern. Am Sonntag, 26. Februar, rollt somit der mit Abstand kindersicherste Fasnachtsumzug in der 50-jährigen Fakogi-Geschichte durch das Giswiler Dorf. Damit will sich aber nicht nur der Veranstalter ab­sichern: «Die getroffenen Massnahmen sollen auch die Eltern und die Chauffeure entlasten, damit alle den Umzug geniessen können. So, wie es sein soll.» Etwas, was hoffentlich auch dem Umzugsmeister selbst gelingt.

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