GLAUBENBERG: Besichtigung soll letzte Klarheit geben

Das Bundesasylzentrum soll das Langlauflager nicht einschränken. Die Lagerleitung tut alles, um die Eltern zu beruhigen. Eine Absage ist unwahrscheinlich.

Philipp Unterschütz
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Das Langlauflager nutzt die Gebäude links und rechts des grünen Zauns. Im Hintergrund ein Teil des Asylzentrums. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Langlauflager nutzt die Gebäude links und rechts des grünen Zauns. Im Hintergrund ein Teil des Asylzentrums. (Bild Corinne Glanzmann)

«Natürlich sorgt es für kontroverse Diskussionen, dass unsere Unterkunft in unmittelbarer Nähe des Bundesasylzentrums liegt», sagt Roland Bösch, Vereinspräsident des Jugend-Langlauflagers, das vom 27. bis 31. Dezember mit 150 Jugendlichen zum 20. Mal auf dem Glaubenberg stattfindet. «Wir haben reagiert und allen Erziehungsberechtigten der Lagerteilnehmer geschrieben.» Im Schreiben, das auch auf der Homepage aufgeschaltet ist, steht, dass für die Lagerleitung ein geregelter Lagerbetrieb sichergestellt sei und der Spass im Vordergrund stehen müsse.

Man stehe in ständigem Kontakt mit den Verantwortlichen von Bund, Kanton und der Gemeinde. Und weiter heisst es, dass man in den nächsten Tagen einen persönlichen Augenschein nehmen werde. «Wir besichtigen noch diese Woche das Gelände gemeinsam mit Vertretern des Staatssekretariats für Migration SEM, der Securitas und der Betreiberfirma ORS. Insbesondere interessieren uns Bereiche mit möglichen Schnittstellen», sagt Roland Bösch.

Klare Trennung

Der Vereinspräsident stellt nochmals klar, dass der reibungslose Betrieb, die Sicherheit und auch das Wohlbefinden der Teilnehmer im Lager ganz zentrale Elemente seien. «Wenn wir nach der Besichtigung nicht restlos überzeugt sind, werden wir Massnahmen verlangen.» Bösch hält fest, ohne der Begehung vorgreifen zu wollen, dass «solche Massnahmen im äussersten Fall zu einer Absage des Lagers führen könnten». Auf der Homepage hat die Lagerleitung auch ein Infoblatt aufgeschaltet, aus dem klar ersichtlich ist, wie Lagerbetrieb und Asylzentrum getrennt sind. Die Gebäude für die Unterkunft befinden sich ausserhalb des eingezäunten Bereichs des Asylzentrums und sind über einen separaten Eingang auf der anderen Geländeseite zu erreichen. Schnittstellen könnte es höchstens im Hauptgebäude 2 geben, wo sich die Küchen und Speisesäle befinden. «In der Mitte des Gebäudes wird aber eine Trennwand installiert und der Durchgang wird kontrolliert, auch da sollte es keinen Kontakt geben», erklärt Roland Bösch.

Keine Abmeldungen

Philipp Unterschütz

Nachdem bekannt geworden sei, dass der Bund das Asylzentrum früher als geplant in Betrieb nehme, habe man sofort mit der Kommunikation durch Newsletters begonnen und einen Online-Briefkasten eingerichtet. «Bis heute ging keine einzige Abmeldung ein, wir haben immer noch eine Warteliste. Insgesamt kamen fünf Reaktionen, wobei nur zwei kritischer Natur waren.» Dem ganzen Leitungsteam sei bewusst, dass die bei einem solchen Lager sowieso schon hohe Verantwortung jetzt einfach noch anspruchsvoller sei. «Das nimmt uns aber die Freude nicht. Wir werden nun genau hinschauen. Nach der Begehung machen wir eine detaillierte Auslegeordnung und fällen nach einem erneuten Treffen mit den Behördenvertretern den definitiven Entscheid.»

Schützenhilfe bekommt das Leitungsteam auch von der Gemeinde Sarnen. Präsident Manfred Iten sagt auf Anfrage, dass die Gemeinde ebenfalls wolle, dass das Lager wie gewohnt stattfinden könne. «Wir haben eine schriftliche Zusage seitens des SEM, dass eine gemeinsame Nutzung des Areals möglich bleibt und die räumliche Trennung gewährleistet sein muss.»

Nächstes Jahr mehr Teilnehmer

Roland Bösch will zudem vom diesjährigen Lager lernen. Es solle schliesslich auch künftig möglich sein, das Langlauflager in der Nachbarschaft zum Asylzentrum durchzuführen. «Wir haben von Seiten der Lagerleitung für dieses Jahr die Teilnehmeranzahl auf 150 reduziert, um einen reibungslosen Lagerbetrieb besser sicherstellen zu können. Das Bundesamt für Migration hätte uns 240 Plätze zugestanden. Für das Lager 2016 ist angedacht, dass wir die Zahl wieder erhöhen. Wir warten aber zuerst die entsprechenden Erfahrungen ab.»