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GLAUBENBERG: «Es geht gut nebeneinanderher»

Wenig Schnee, ein Asylzentrum als Nachbar. Durch diese Heraus­forderungen rückt das 20-Jahr-Jubiläum des Langlauflagers etwas in den Hintergrund.
Christoph Riebli
Spielerisch auf schmalen Latten unterwegs: zwei Teilnehmer des 20. Jugendlanglauflagers auf dem Langis. (Bild Corinne Glanzmann)

Spielerisch auf schmalen Latten unterwegs: zwei Teilnehmer des 20. Jugendlanglauflagers auf dem Langis. (Bild Corinne Glanzmann)

Zwischen spärlichem Weiss und viel Grün im Gelände tummeln sich auf dem Langis noch bis am Donnerstag 150 junge Langläufer und Langläuferinnen aus der ganzen Deutschschweiz. Trotz offensichtlichem Schneemangel ist das grösste Schweizer Breitensport-Langlauflager unter dem Patronat von Swiss-Ski, Loipen Schweiz und dem Zentralschweizer Schneesportverband erfolgreich angelaufen. «Wir haben dafür den letzten Schnee zusammengekratzt», erklärte Reto Ziswiler, technischer Leiter des Swiss Jugend-Langlauflagers (Julala), am gestrigen Medientag. Nebst intensivem Pistenbully-Einsatz des Vereins Loipe Langis habe das 60-köpfige Leiterteam auch selbst Hand anlegen müssen, beispielsweise Wasserlöcher auf der Piste mit Schnee gestopft.

Mit Erfolg: «Auf der Piste hat es genug Schnee», fand Teilnehmer Michael Diethelm (15) aus Solothurn. «Es längt», meinte Lucas Schmid (15) aus Küssnacht am Rigi zur dünnen Schneedecke. «Nicht so drauf an» kam es Jenny Gisler (14) aus Luzern. Es sei allgemein ein «mega tolles Lager», das den Sport fördere und abwechslungsreich sei. Wie Diethelm und Schmid ist auch sie schon das dritte Mal auf dem Langis mit dabei und lobt speziell: «Es gibt hier immer mega feines Essen.»

Problemlose Doppelnutzung

Skating - die Eleganz auf dem Schnee. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Stockschwung ohne Stock. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Stockschwung, aber ganz ohne Stock. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Bei aller Verschiedenheit erkennt man sich doch am uniformen Stirnband. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ
Geschickt und kräftig über die Loipen auf dem Langis. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Ich zieh dich, du ziehst mich, ich zieh dich, du ziehst mich, ich... (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
In der Hocke gehts selbst bergauf etwas schneller. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Ohne Stöcke... (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Jugendliche bei Geschicklichkeitsübungen auf den Langlaufschiern. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Jugendliche bei Geschicklichkeitsübungen auf den Langlaufschiern (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Spass, Sport und sonnige Loipen im Jugendlanglauflager. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Die Jugendlichen frönen dem Langlaufsport auf den Loipen im Langis. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Die Jugendlichen frönen dem Langlaufsport auf den Loipen im Langis. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
Spielerische werden die Fähigkeiten für den Langlaufsport gefördert. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
Runde um Runde laufen die Jugendlichen. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
Wer will, darf sich im Biathlon und dem dazugehörigen Schiessen üben. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
Auch stehend wird im Biathlon gezielt und geschossen. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
Eine Leiterin erklärt, wie der Ski-OL funktioniert. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
Wo ist denn der nächste Posten? Im Ski-OL müssen die Teilnehmer den schnellsten Weg selber von der Karte ablesen. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
Diese Teilnehmerin hat einen der Posten gefunden. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
Schritt für Schritt geht es zum nächsten Posten. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
Rund 150 Teilnehmer und 50 Leiter verbringen 5 Tagen im Langlauflager. (Bild: Jan Huwiler / Swiss Julala)
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Swiss Jugend Langlauflager

Dass es sich dieses Jahr um ein «spezielles Lager» handelt, wie Lagerkoordinator Samuel Renggli sagte, zeigte gestern auch die Präsenz zahlreicher Pressevertreter. Ausschlaggebend für das grosse mediale Interesse war für Julala-Vereinspräsident Roland Bösch weniger das 20-Jahr-Jubiläum des Schneesportlagers, als vielmehr die zeitgleiche Doppelnutzung der Truppenunterkunft Glaubenberg als Bundesasylzentrum. «Die Doppelnutzung funktioniert ohne Probleme», gab Bösch sogleich Entwarnung. Der Lagerbetrieb sei einzig räumlich etwas eingeschränkt. Er ist überzeugt: «Die Kinder können das Julala geniessen.»

In den Gebäuden der Truppenunterkunft gibt es keine direkten Begegnungsmöglichkeiten für Schneesportler und Asylsuchende. «Es geht gut nebeneinanderher», findet denn auch Lagerbesucher Lucas Schmid. Man sehe die Asylsuchenden zwar im Gebiet umher- laufen. «Gesprochen habe ich noch nie mit ihnen. Ich glaube nicht, dass sie den Kontakt suchen.» Bei den eher sporadischen Treffen im Freien suche auch er den Kontakt jeweils nicht. Ähnlich sieht das auch Michael Diethelm.

Noch knapp 100 Flüchtlinge

109 Flüchtlinge hauptsächlich aus Afghanistan, Syrien und dem Irak befinden sich gemäss Léa Wertheimer, Mediensprecherin im Staatssekretariat für Migration (SEM), aktuell auf dem Glaubenberg. Darunter 15 Familien und 10 «unbegleitete» Jugendliche. «Die Berührungspunkte mit dem Langlauflager waren im Vorfeld intensiver als jetzt während des Lagers», stellte die SEM-Sprecherin fest. Die Informationsarbeit im Vorfeld sei wichtig gewesen. Etwa um Fragen und Unsicherheiten der Lagerorganisatoren oder der Eltern zu klären.

«Ich bin stolz auf mein Team», sagte Roland Bösch mit Blick auf die erschwerenden Umstände bei der Organisation des 20. Julalas. Und: «Wir machen ein Langlauflager neben einem Asylzentrum. Wir betreiben keine Asylpolitik.» Aufzeigen zu können, dass eine Doppelnutzung möglich ist, sei für die Organisatoren «extrem wichtig». Dies, zumal ein Nebeneinander von Asylzentrum und Schneesportlager bis 2019 fortbestehen dürfte.

Auch aus Sicht des SEM sei der Erfolg einer Doppelnutzung zentral, versicherte Léa Wertheimer. Bei der gesamten Planung rund um das Asylzentrum Glaubenberg habe die Durchführbarkeit des Langlauflagers eine wichtige Rolle gespielt. «Das Julala hat eine Tradition in der Region, und dem wollen wir – wenn immer möglich – Rechnung tragen, auch wenn es für unseren Betrieb eine Einschränkung bedeutet.» So habe man während des Lagerbetriebs etwa die Aufnahmekapazität begrenzt.

Lager mit Erfolgsgeschichte

Mit Rückblick auf die Lagergeschichte sprach Roland Bösch von einem «riesigen Erfolg»: «Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass ein Langlauflager innerhalb von 12 Minuten ausgebucht ist?» Marie-Theres Pawlik und Fritz Lötscher hätten als Lagergründer Weitsicht bewiesen. Mehrere tausend Kinder im Alter von 10 bis 16 Jahren hätten bisher fünf unvergessliche Weihnachtstage auf dem Langis verbracht. Darunter seit 2005 jeweils auch sehbehinderte Sportler, die in den Lagerbetrieb integriert werden. An ihrer Stelle stand dieses Jahr erstmals ein Kind mit Down-Syndrom auf den schmalen Latten.

Apropos Integrationsprojekt: Für das Julala 2016 seien bereits Angebote angedacht, welche die Asylsuchenden in den Lagerbetrieb mit einbinden würden, erklärte SEM-Sprecherin Léa Werthei­mer gestern weiter. So etwa bei Ski­kursen.

Christoph Riebli

Langlauflager: Weitere Bilder finden Sie unter www.obwaldnerzeitung.ch/bilder

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