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Der Tote im Moor war doch nicht der vermutete Asylbewerber vom Glaubenberg

Noch immer forscht die Staatsanwaltschaft nach der Identität des zweiten Toten, der letzte Woche im Gebiet Glaubenberg gefunden wurde. Auch woran er und der Sarner Pilzsammler starben, bleibt unklar.
Franziska Herger
Eine Moorlandschaft beim Langis. (Bild: Corinne Glanzmann, 20. September 2011)

Eine Moorlandschaft beim Langis. (Bild: Corinne Glanzmann, 20. September 2011)

Wer ist der Mann, der vor einigen Wochen im kalten Moor am Glaubenberg verstarb (wir berichteten)? Oberstaatsanwältin Esther Omlin war fast sicher, diese Frage bald beantworten zu können, nachdem Wanderer am Mittwoch menschliche Überreste im Grossschlierental gefunden hatten. Es waren keine Vermisstmeldungen eingegangen, doch die Staatsanwaltschaft vermutete, es könnte sich um einen abgetauchten Asylbewerber aus dem Bundesasylzentrum Glaubenberg handeln. «Es kommt relativ oft vor, dass jemand von da oben verschwindet», sagt Esther Omlin auf Anfrage.

Doch es kam anders. «Inzwischen ist klar, dass es sich bei dem Verstorbenen nicht um den von uns vermuteten Asylbewerber handelt», so Omlin. Das Rechtsmedizinische Institut in Zürich, das den Leichnam untersucht, habe dies anhand einer Vergleichsprobe ausgeschlossen. Damit ist, bedingt durch Tierfrass und den Verwesungsprozess, bisher nur sicher, dass es sich bei dem Skelett um einen Mann handelt. Auch ein Rucksack, der Hinweise hätte enthalten können, wurde nicht gefunden. «Jetzt fangen wir wieder von vorne an», meint die Oberstaatsanwältin.

Unweit von dem Toten fanden die Einsatzkräfte ein weiteres Skelett, das schnell identifiziert werden konnte. Es handelt sich um die Überreste des vor zwei Jahren vermissten Pilzsammlers aus Sarnen. Woran der 82-Jährige starb, sei aber ebenfalls unklar, sagt Esther Omlin. «Bei beiden Skeletten konnte keine stumpfe Gewalteinwirkung festgestellt werden. Aber ob etwa die Kälte oder ein Herzversagen den Tod auslöste, ob sie abstürzten oder im Moor versanken, kann man nicht sagen.»

Mehrere Vermisste wurden seit Fund gemeldet

Wegen der Wasserbewegungen im Moor und allfälligem Verschleppen durch Tiere sei nicht einmal klar, wo die beiden genau verstorben seien. «Beim Pilzsammler gehen wir vom Alter her eher von natürlichem Geschehen aus», so Omlin. Ein Zusammenhang zwischen den Funden wird ausgeschlossen, zumal rund eineinhalb Jahre zwischen den Todesfällen liegen.

Ein paar Möglichkeiten bleiben der Staatsanwaltschaft zur Identifikation des zweiten Toten noch. Nach der Medienmitteilung Ende der letzten Woche seien in mehreren Kantonen Vermisste gemeldet worden. «Möglicherweise kann die Gerichtsmedizin auch anhand von Datenbanken etwas herausfinden», so Omlin. Eine weitere verfolgte Spur möchte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben. Laufen sie alle ins Leere, so die Oberstaatsanwältin, könne die Suche nach der Identität des Toten noch Jahre dauern.

Ist das Moor gefährlich?

Gleich zwei Tote im Grossschlierental, das wirft die Frage nach der Sicherheit des Gebiets für Wanderer auf. Urs Wallimann, Geschäftsstellenleiter des Vereins Obwaldner Wanderwege und regelmässig Wanderleiter im Moorlandschaftsgebiet, gibt Entwarnung. «Ich würde es überhaupt nicht gefährlich nennen. Die Wanderwege verlaufen flach, es gibt keine kritischen Stellen, wo man abstürzen oder im Moor versinken könnte. Ich will aber nicht für die Pilzsammler reden, die oft weitab von den Wanderwegen gehen.» Er empfehle Wanderern, grundsätzlich immer auf dem Pfad zu bleiben. (fhe)

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