Glühwein und Lebkuchen als «Entschädigung» für Kernser 

Nach der gut besuchten ausserordentlichen Gemeindeversammlung gab es für die Teilnehmer eine spezielle Belohnung.

Robert Hess
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Als "Belohnung" für den Besuch der ausserordentlichen Gemeindeversammlung offerierte der Gemeinderat nach der Versammlung  Glühwein und Lebkuchen.

Als "Belohnung" für den Besuch der ausserordentlichen Gemeindeversammlung offerierte der Gemeinderat nach der Versammlung Glühwein und Lebkuchen.

Bild: Robert Hess (Kerns, 27. Dezember 2019)

«Ich hätte gerne einen zweiten Becher Glühwein», wünschte sich ein humorvoller Kernser Stimmbürger am Freitagabend am improvisierten Buffet vor dem Singsaal. «Zusammen mit dem genossenen Stück Lebkuchen kann ich so die Steuererhöhung von durchschnittlich einem Fünfliber pro Steuerzahler noch im alten Jahr ausgleichen», fügte er schmunzelnd hinzu. Zum Umtrunk hatte der Gemeinderat nach der rund 20 Minuten dauernden Gemeindeversammlung eingeladen.

Rund vier Millionen Franken gesichert

Wenige Minuten zuvor, hatten die rund 110 Anwesenden einstimmig und ohne Enthaltungen eine Erhöhung des Steuerfusses um 0.01 Einheiten auf 4.71 Einheiten per 1. Januar 2020 genehmigt. Die Steuerbelastung steigt im nächsten Jahr damit um insgesamt rund 35000 Franken, verteilt auf alle Steuerpflichtigen. Andererseits kann Kerns damit für 2020 rund vier Millionen Franken aus dem Ressourcenausgleich innerhalb des Kantons sichern, falls die Gemeinde Sachseln tatsächlich vom Nehmer- zum Geberkanton wird.

Kaum mehr «retten» kann Kerns aber aufgrund einer umstrittenen Gesetzesbestimmung im laufenden Jahr rund 3.9 Millionen Franken, falls Sachseln bereits auch für 2019 zur Gebergemeinde wird. (Wir berichteten). Finanzchefin Monika Ettlin zeigte die ganze Problematik an der Versammlung kurz auf.

«Ich danke Ihnen, dass Sie so zahlreich zu dieser ausserordentlichen Gemeindeversammlung gekommen sind und damit die Bereitschaft zeigen, den Antrag des Gemeinderates mitzutragen», hatte der sichtlich erfreute Gemeindepräsident André Windlin zu Beginn der Versammlung gesagt. Er wünschte sich eine Anpassung des lückenhaften Finanzausgleichsgesetzes «umgehend und noch in diesem Jahr». Ein Anliegen, das der frühere CVP-Kantonsrat Markus Ettlin vehement unterstützte.