Gratiseintritt auf Lebzeiten für Kernser Hallenbad-Pioniere

Mit Applaus im Stehen, einer Torte und einem quasi lebenslangen Geschenk wurden Hansruedi Durrer und Ernst Michel am Donnerstagabend aus dem Verwaltungsrat der Hallenbad AG verabschiedet.

Marion Wannemacher
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Der neue und der scheidende Verwaltungsrat (von links): Michael Christen, Roland Bösch, der neu gewählte Präsident Peter Wagner, Jolanda Omlin, Hansruedi Durrer und der bisherige Präsident Ernst Michel. (Bild: Marion Wannemacher (Kerns, 29. November 2018))

Der neue und der scheidende Verwaltungsrat (von links): Michael Christen, Roland Bösch, der neu gewählte Präsident Peter Wagner, Jolanda Omlin, Hansruedi Durrer und der bisherige Präsident Ernst Michel. (Bild: Marion Wannemacher (Kerns, 29. November 2018))

Auslöser war ein Artikel am 3. März 2000 in der «Obwaldner Zeitung». Hansruedi Durrer las darin, das Hallenbad in Kerns werde schliessen. Kurze Zeit später rief ihn Ernst Michel an. Beide fanden, es müsse in Obwalden ein Hallenbad geben. Als Baufachmann fragten sie den Architekten Martin Ming an. «Wir stellen das auf die Beine», waren sich die drei einig und legten los. Bilder an der Generalversammlung der Hallenbad Obwalden AG zeugten von dieser Geschichte. Zu sehen waren das herun­tergekommene Hallenbad, ein Modell des neuen Bades, der erste Spatenstich, die Einweihung mit Segnung durch Pfarrer Josef Fritsche. Am 4. September 2006 wurde der Betrieb eröffnet.

Wiedereröffnung war eine Herzblutgeschichte

Nach 18 Jahren schieden nun Präsident Hansruedi Durrer und Ernst Michel aus dem Verwaltungsrat aus. Schnell wurde aus der Laudatio ihres Kollegen Martin Ming klar, dass das Hallenbad für beide eine Herzblutgeschichte war und ist. «Hansruedi Durrer sah es immer als wichtige Institution für Kerns, für die Region und die ganze Bevölkerung», betonte Ming. Ernst Michel sei in dieser Phase ebenso engagiert gewesen. «Wenn ihr das Bad baut, werde ich den Betrieb organisieren und aufbauen», habe er damals versprochen. «Bis heute war er für den Betrieb zuständig und hat das mit grossem Einsatz und Bravour gemacht», hielt Ming fest. «Vom ersten Tag an waren Hansruedi und Ernst nicht nur dabei, sondern sie haben das Geschehen ums Hallenbad geprägt. Ohne euch wären wir heute nicht da, und das Hallenbad wahrscheinlich auch nicht mehr in Betrieb.» Mit herzhaftem Applaus im Stehen, einer Torte vom Team des Hallenbades und Gratiseintritten auf Lebzeiten wurden beide verabschiedet.

In der Jahresrechnung, die Ernst Michel vor 55 Aktionären letztmals präsentierte, wurde deutlich, dass es sich um einen gesunden Betrieb handelt. Bei einem im Vergleich zum Vorjahr ähnlichen Gesamtertrag von 1,2 Millionen Franken schliesst die Rechnung mit einem kleinen Gewinn von knapp 5000 Franken.

Millionenspende für den geplanten Ausbau

«Die Erweiterung der Anlage ist wichtig, um in Zukunft den Ertrag steigern zu können», appellierte Michel an die Aktionäre. Für die Investitionen der Erneuerung von Sportgarderobe und Schwimmbecken sowie den Neubau eines Kursbeckens rechnet der Verwaltungsrat mit Investitionen von 4,7 Millionen Franken. 2 Millionen könne die AG aus eigenen Mitteln und Spenden zusammenbringen, informierte Michel. Der scheidende Präsident bezeichnete im Jahresbericht eine Spende einer privaten Stiftung in Höhe von einer Million Franken als «ausserordentliches Glück». Wegen der Restfinanzierung hätten erste Gespräche mit Gemeinden und Kanton stattgefunden, diese hätten noch keine definitive Einigung gebracht. «Weitere werden folgen», so Michel. Die relativ hohen Betriebskosten von 129000 Franken im Jahr seien noch immer ein Thema. Man sei deswegen mit dem EWO im Gespräch, so Hansruedi Durrer.

Für den Verwaltungsrat wurden zwei neue Mitglieder gefunden. Gemeindeschreiber Roland Bösch, der als Privatperson in den Rat gewählt wurde, wird einzelne Aufgaben von Michel übernehmen. Der gebürtige Oberdorfer lebt seit 2007 in Kerns, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Ferner rückt Michael Christen aus Büren in den Verwaltungsrat nach, der mit seiner Familie in Sarnen lebt und Finanzfachmann beim Kanton Nidwalden ist. Neuer Präsident ist Peter Wagner, seit acht Jahren Verwaltungsrat. Alle wurden einstimmig gewählt. Ferner ist ebenfalls Jolanda Omlin aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten.