Grosse Pläne für Sarner Kirchenzentrum

Die evangelisch-reformierte Kirche Obwalden hat Grosses vor: Das Kirchenzentrum soll bis 2025 massiv erweitert werden.

Primus Camenzind
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Kirchgemeindepräsidentin Irene Nanculaf mit Pfarrer Michael Candrian vor der evangelisch-reformierten Kirche in Sarnen. (Bild: Primus Camenzind, 24. Juni 2019)

Kirchgemeindepräsidentin Irene Nanculaf mit Pfarrer Michael Candrian vor der evangelisch-reformierten Kirche in Sarnen. (Bild: Primus Camenzind, 24. Juni 2019)

Die von den rund 40 Teilnehmern an der Versammlung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Obwalden mit Spannung erwarteten Informationen über eine mögliche Erweiterung der Kirche Sarnen liessen am vergangenen Montag vorerst noch auf sich warten. Denn das Jubiläum «500 Jahre Reformation» veranlasste Pfarrer Michael Candrian, ein von Reformator Huldrich Zwingli geschriebenes Lied anzustimmen: «Herr nun selbst den Wagen halt! Bald abseits geht sonst die Fahrt ...» Soweit kam es nicht, denn Kirchgemeindepräsidentin Irene Nanculaf folgte dem Auftakt mit den ordentlichen Geschäften der Versammlung.

Die Mitglieder des Kirchgemeinderates orientierten in der Folge über die Tätigkeiten und Aktionen ihrer Ressorts zwischen dem Sommer 2018 und 2019. «Unser Rat zeichnet sich durch Beständigkeit und viel Erfahrung aus», lobte Präsidentin Irene Nanculaf. Finanzchefin Veronika Giezendanner präsentierte einem Aufwand von 1,4 Millionen Franken im Rechnungsjahr 2018. Demgegenüber standen Erträge von 1,9 Millionen Franken. Das Resultat: 527 300 Franken Überschuss (Vorjahr 771100 Franken). Die Bilanzsummen beträgt 11,8 Millionen Franken (Vorjahr 10,5 Millionen). Als Wahlen waren lediglich die Bestätigung der Präsidentin sowie Vizepräsidentin Veronika Giezendanner für je ein Jahr traktandiert.

Kosten von rund 8,7 Millionen Franken

Architekt und Unternehmer Jürg Rothenbühler präsentierte eine Machbarkeits- und Volumenstudie betreffend der geplanten Erweiterung der Kirche Sarnen. Dabei geht es um den Ausbau der Infrastruktur im evangelisch-reformierten Kirchenzentrum; dies zur Unterstützung der diakonischen Arbeit im Zeichen der Strategie 2040. Der Kirchgemeinderat sieht folgenden Raumbedarf: Kirchenraum für mindestens 300 Personen; Schulraum für 50 Schüler; Kinderhort, Sonntagsschule und Jugendraum; Atelier/Werkstatt; Mehrzweckraum für 100 Personen mit Grossküche/Cafeteria sowie Administrationsräume, drei Amtswohnungen und eine Einstellhalle.

Als geeigneter Standort einer künftigen «Kantonskirche» hebe sich Sarnen von den zusätzlichen Kirchen in Giswil und Alpnach ab. Ein mögliches Projekt, welches wie das bisherige Gebäude im Dreieck zwischen der Flüelistrasse und dem Ennetriederweg geplant ist, soll 4060 Quadratmeter Aussen- und Konstruktionsfläche (bisher 1000 Quadratmeter) beanspruchen. Die Kostenschätzung geht von 8,7 Millionen Franken aus. Wenn alle zeitlichen Hürden planmässig gemeistert werden, sollte die Erweiterung 2025 abgeschlossen sein.

In der nachfolgenden, von Zustimmung geprägten Diskussionsrunde gab Michael Candrian der massiven Erweiterung einen tieferen Sinn: «Wir entwickeln uns weg von einer Volkskirche zur Beteiligungskirche.» Wer sich in das kirchliche Leben einbringe und aktiv mitwirke, dem solle auch genügend Raum und Möglichkeit zur Entfaltung zur Verfügung stehen, ist der Pfarrer überzeugt.