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"Winnetou II" in Engelberg: Grösseres Spektakel, aber weniger Publikum

Für dieses Jahr haben Winnetou und Old Shatterhand ihre Abenteuer auf der Freilichtbühne am Titlis bestanden. Ob sie trotz Defizit nächstes Jahr weiterreiten, ist noch nicht entschieden. Beteiligte deuten Bedenken an.
Romano Cuonz
Westernhelden unter sich (von links): Old Shatterhand (Christoph Kottenkamp), Winnetou (Tom Volkers) und Old Firehand (Fred Lobin) auf der Freilichtbühne. (Bild: Bild)

Westernhelden unter sich (von links): Old Shatterhand (Christoph Kottenkamp), Winnetou (Tom Volkers) und Old Firehand (Fred Lobin) auf der Freilichtbühne. (Bild: Bild)

«Winnetou bedankt sich bei Manitou, dass er uns so schönes Wetter beschert hat und freut sich über das wunderbare Feedback des Publikums», sagt der Häuptling der Apatschen. Und Tom Volkers selber, der Winnetou nach Engelberg gebracht hat und im Freilichtspiel, das am Sonntag zu Ende ging, in dessen Haut geschlüpft ist? Er stellt ernüchtert, fast ein wenig ratlos fest: «Wir haben heuer ein qualitativ hochstehendes Stück geboten und doch weniger Zuschauer gehabt.» Viele Leute hätten nicht begriffen, dass «Winnetou II» eine andere, neue Geschichte sei.

Auf die Frage, ob es trotz aktuellem Defizit weiter gehe, verweist Volkers – wie auch alle andern Beteiligten – auf das bevorstehende «Debriefing». Dieses soll unmittelbar nach dem heute beginnenden Abbau der Bühne stattfinden. Erst dann werden Entscheide fallen.

Old Shatterhand sieht Anpassungspotenzial

In einer Hinsicht aber gibt Volkers Entwarnung: «Das Defizit ist nicht so gravierend, dass wir aufgeben müssten.» Ein Indiz dafür, dass er den Glauben an Karl May und Engelberg nicht verloren hat, ist auch dies: Winnetou verlegt seinen Wohnsitz nach Giswil. «Um ganz in der Nähe der Freilichtbühne zu sein», verrät er.

Der diesjährige Regisseur Jean Grädel leitete die Proben zu «Winnetou II» oft humpelnd und unter grössten Schmerzen. Unmittelbar nach der Premiere musste er sich gar einer dringenden Hüftoperation unterziehen. «Aufs Stück hat dies keinen Einfluss gehabt», versichert er. «Ich bin ein zäher Hund, und wenn ich einen Vertrag habe, erfülle ich ihn.» In der Tat: Grädel hat in Engelberg ganze Arbeit geleistet. Zwar habe er gegenüber dem Stück einige Bedenken gehabt, gesteht er: «Zu viel Moralin, ohne wirkliche Höhepunkte und dramaturgische Entwicklung.» Wenn er trotzdem zugesagt habe, so wegen der Crew ausgezeichneter Schauspieler. Ob er nächstes Jahr weitermacht, weiss Grädel noch nicht. Nur so viel: «Bevor ich zusage, müsste sich im Management einiges ändern; die Bedingungen stelle ich während des Debriefings.»

Old Shatterhand-Darsteller Christoph Kottenkamp gerät bei seinem Rückblick ins Schwärmen: «Zurück in Berlin werde ich die schöne Landschaft vermissen. Doch noch mehr werden mir die Menschen aus Engelberg fehlen.» Er habe hier eine Handvoll Freunde gewonnen und werde bestimmt wieder kommen: zum Skifahren, zum Wandern und vielleicht auch als Old Shatterhand. «Jedenfalls, wenn an einigen Schrauben noch ein bisschen gedreht wird», schränkt er ein.

Diskussionen über Eintritt und Bühnengrösse

«19 000 Zuschauer im Jahr 2018 eine respektable Zahl, aber bezogen auf unser Millionenbudget ist es halt doch zu wenig», stellt Geschäftsführer Florian Nyffeler fest. Man habe bei 33 Aufführungen mit rund 25 000 Besuchern gerechnet. Wo sind denn die erwähnten Schrauben, an denen man noch drehen könnte? Nyffeler dazu: «Wir diskutieren über die Bühnengrösse und über die Höhe des Eintrittspreises, sehen da aber kaum Möglichkeiten für grosse Änderungen.»

Die Preise habe man gegenüber 2017 bereits gesenkt. Die grosse Bühne aber brauche es, um dem Publikum bei wetterbedingten Ausfällen Ersatz bieten zu können. Viel eher müsse man das Werbe-Management verbessern und vor allem zusätzliche Sponsoren gewinnen.

Und sollte es weitergehen: mit welchem Stück? Weit oben auf der Favoritenliste stehe sicher der «Ölprinz», lässt sich Nyffeler entlocken. Allerdings, ohne sich darauf behaften zu lassen.

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