Haarsträubende Funde unter Wasser

Seit 2010 haben Umwelt- und Abfalltaucher aus dem Vierwaldstättersee 40 Tonnen Abfall geborgen. Für ihren Frondienst werden sie nun ausgezeichnet.

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Silvia Awad mit ihrer Beute: In ihrem Netz hat es Bierdosen, Flaschen, Blechbüchsen, Plastikbehälter und eine alte Grillpfanne. (Bild: Romano Cuonz / Neue OZ)

Silvia Awad mit ihrer Beute: In ihrem Netz hat es Bierdosen, Flaschen, Blechbüchsen, Plastikbehälter und eine alte Grillpfanne. (Bild: Romano Cuonz / Neue OZ)

Abfall- und Umwelttaucher sind Idealisten. Anstatt den Feierabend zu geniessen, fahren sie nach der Arbeit aus allen Himmelsrichtungen ans Ufer von Schweizer Seen, wo sie ihr Chef Thomas Niederer erwartet. «Statt auf Goldschätze, stösst man auf dem Grund unserer Seen nur auf zerschlagene Flaschen, Autobatterien oder WC-Schüsseln», stellt der Betriebsleiter beim Alpnacher Recycling-Center Walther AG fest. «Die von Touristen so geschätzten und gerühmten Seen entpuppen sich unter ihrer Oberfläche leider als illegale Abfalldeponien.»

Dies wollte der Alpnacher Hobby-Taucher nicht einfach hinnehmen. Deshalb gründete er 2010 den Verein Schweizer Umwelt- und Abfalltaucher (Suat). «Schon bald konnte ich auf 30 naturliebende Mitstreiterinnen und Mitstreiter zählen, die bereit waren, wöchentlich mit mir nach all dem Unrat zu tauchen.» Und das ohne Lohn! Sogar die Kosten für Ausrüstung und Transport berappen sie selber. Solch idealistisches Bemühen anerkennt nun die Albert- Koechlin-Stiftung (AKS). «Die Suat erhöht mit ihrer Arbeit die Sicherheit der Badegäste, und sie hilft mit, dass unsere Seen nicht nur für die Lebewesen im See, sondern auch für künftige Generationen sauber und schön bleiben», begründet Philipp Christen (AKS) einen 40 000-fränkigen Förderpreis an die Taucher.

Romano Cuonz

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