OBWALDEN
Viel geht an die Gastronomie: Erste Härtefallgelder werden ausbezahlt

Bis jetzt hat der Kanton Obwalden 7 Millionen Franken zur Verfügung, um Unternehmen unter die Arme zu greifen. Das Expertengremium hat bisher 130 Anträge bearbeitet.

Florian Pfister
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Im Kanton Obwalden haben Unternehmen, die die Coronakrise besonders hart traf, erste Gelder erhalten. Der Kanton verfügt über einen Kredit von 7 Millionen Franken für A-fonds-perdu-Beiträge und Bürgschaften für Darlehen. Wie der Kanton mitteilt, beantragten Obwaldner Unternehmen allerdings Finanzhilfen im zweistelligen Millionenbereich. Deswegen erhalten sie in einem ersten Schritt Teilzahlungen.

Restaurants sind besonders von den Massnahmen betroffen. Rund die Hälfte der bearbeiteten Gesuche stammen aus der Gastronomie.

Restaurants sind besonders von den Massnahmen betroffen. Rund die Hälfte der bearbeiteten Gesuche stammen aus der Gastronomie.

Symbolbild: Pius Amrein

Um eine Aufstockung vornehmen zu können, hat der Regierungsrat dem Kantonsrat einen weiteren Rahmenkredit von 17 Millionen Franken beantragt. Über diesen Betrag wird an der ausserordentlichen Kantonsratssitzung vom Donnerstag entschieden. Mit insgesamt 24 Millionen Franken würden den Obwaldner Unternehmen die maximalen Bundesgelder zur Verfügung stehen. Der Kanton muss 30 Prozent davon selbst beisteuern. Erst ab dem 12. Mai können zusätzliche A-fonds-perdu-Beiträge ausbezahlt und die meisten Bankdarlehen gewährleistet werden. Bis zum 10. Mai läuft das fakultative Finanzreferendum.

Etwa 70 Prozent der Gesuche werden berücksichtigt

Das vom Regierungsrat einsetzte Expertengremium erhält jeweils eine Empfehlung von den Banken, die die Anträge in einem ersten Schritt prüfen. «Die Gesuche werden genau angeschaut. Es wird sehr seriös gearbeitet», sagt Daniel Wyler, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Obwalden und Vorsitzender des Gremiums.

Trotzdem konnte das Gremium rund drei Wochen nach der Eingabefrist bereits 130 Anträge bearbeiten. Insgesamt gingen 184 Härtefallgesuche ein. Über 70 Prozent hat das Gremium positiv beurteilt. Bei rund 10 Prozent sind noch weitere Abklärungen im Gang. Rund die Hälfte der geprüften Anträge stammen laut Wyler von Gastronomiebetrieben. Auch aus dem Detailhandel kommen viele Gesuche.

Hilfsfonds aus Schenkung wurde aufgelöst

Der Regierungsrat hat des Weiteren den Hilfsfonds aufgelöst, der im April 2020 errichtet worden war. Damals hatte Eva Maria Bucher-Haefner 5 Millionen Franken als Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Rund ein Drittel des Betrags floss in die Unterstützung des Bereichs Gastgewerbe/Beherbergung. Die Bereiche Industrie/Handel/Gewerbe sowie Gestaltung/Kultur/Musik/Event wurden mit rund 1,1 Millionen Franken unterstützt. Von insgesamt 645 Anträgen hat das entsprechende Gremium 479 bewilligt. Natürliche Personen erhielten maximal 20'000 Franken, juristische maximal 40'000 Franken.