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HASLIBERG: «Kanton Brünig» fordert eine eigene Regierung

Grenzen auflösen, Brücken schlagen und Gedanken austauschen. Kreative und etwas verrückte Köpfe aus Wirtschaft und Tourismus trafen sich zum dritten Mal zur Brünig-Tafelrunde.
Brigit Scheidegger

Es ist eine losgelöste Gesellschaft, die sich gegenseitig mit Ideen und Projekten inspiriert, mit der Absicht, den Worten Taten folgen zu lassen. Nachdem im letzten Jahr der «Kanton Brünig» gegründet und Oli Hess zum Präsidenten ausgerufen wurde, forderte dieser am Donnerstag im Hotel Wetterhorn in Hasliberg Unterstützung durch ein Parlament und durch eine Regierung. «Schliesslich wollen wir mit unserem Kanton erfolgreich sein», betonte er. Anhand einer Karte wurde die Fläche des «Kantons Brünig» aufgezeigt – etwas grösser als der Kanton Basel-Landschaft –, dessen höchster Punkt die Wetterhornkette mit 3704 Metern ist und der sogar eine eigene Kantonsfahne hat. «Optionen für eine Expansion sind selbstverständlich offen», sagte Hess. Doch warum braucht es für einen Kanton, den es nicht gibt, eine Regierung? «Wir wollen eine Arbeitsgruppe bilden, die sich der Projekte annimmt, damit an der vierten Brünig-Tafelrunde Resultate präsentiert werden können», erklärte er.

Profitieren sollen Gastgeber und Gäste von neuen Ideen

Wem dies jetzt alles zu kompliziert wird und wer den Kopf schüttelt, hat Recht und doch nicht. «Die Kantonsgründung mit der Regierung ist natürlich spielerisch gemeint und nicht so ernst zu nehmen», betonte Florian Spichtig, Präsident der Obwalden Tourismus AG, in deren Leistungsauftrag auch die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen festgehalten ist. «Doch wir wollen aus dem Dialog etwas entstehen lassen, und zwar mit konkretem Ausgang.» Gewünscht ist eine engere Beziehung zwischen den Kantonen beidseitig des Brünigs. Profitieren sollen vor allem Gastgeber und deren Gäste, die sich im Gebiet zwischen dem Sarner- und dem Brienzersee aufhalten. «Wir wollen bestehende Angebote bündeln und neue Erlebnisse schaffen. An der Tafelrunde sitzen kreative und vernetzte Leute, die bereits attraktive Angebote für Gäste und Einheimische umsetzen», erklärte Organisator und Moderator Christian Graf. Gefragt ist zum Beispiel eine Plattform für etwas andere Übernachtungsmöglichkeiten in der Region Brünig, zum Beispiel in einem Wasserturm, einem ausgedienten Zugwaggon, einem Baumhaus oder einer Alphütte. Aber auch der Besuch bei einem Älpler, das Nachtessen mit Einheimischen oder das Besuchen eines Dorffestes. «Wir schaffen eine Region, in der Gäste nicht einfach nur Touristen sind, deshalb wollen wir konkrete Projekte aus unserem ‹Kanton Brünig› herausholen», erklärte Graf. Unter der Dachmarke und Plattform «Hotel Brünig» werden die Ideen der kreativen Köpfe gesammelt und weiterentwickelt. Darauf wird die neue Regierung ein Augenmerk haben. Bei der Brünig-Tafelrunde ist übrigens jede und jeder willkommen, um sich mit Ideen einzubringen. (Kontakt zur «Regierung» via kantonbruenig@gmail.com.)

Brigit Scheidegger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

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