Hat es genug Intensivbetten für Obwalden?

Weil es im Spital Sarnen keine Intensivabteilung gibt, fragen zwei Kantonsräte bei der Regierung nach, ob die ausserkantonale Versorgung auch bei erhöhtem Bedarf durch Covid-19 sichergestellt sei.

Philipp Unterschütz
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Im Kantonsspital Obwalden gibt es keine Intensivabteilung.

Im Kantonsspital Obwalden gibt es keine Intensivabteilung.

Archivbild: Obwaldner Zeitung

Im Kantonsspital Obwalden gibt es keine intensivmedizinische Abteilung. Deshalb werden Patientinnen und Patienten aus Obwalden, die eine Intensivbehandlung benötigen, in der Regel ins Luzerner Kantonsspital (LUKS) oder ins Nidwaldner Kantonsspital in Stans verlegt oder direkt dort hospitalisiert. Dieses System hat bisher gut funktioniert.

Vor dem Hintergrund der Coronapandemie stellten am 25. August Kantonsrätin Petra Rohrer (CVP, Sachseln) und Kantonsrat Gregor Jaggi (CVP, Sarnen) der Regierung in einer Interpellation Fragen zu diesem Thema. Diese werden an der Sitzung vom 3. Dezember beantwortet. Es sei für eine längere Zeit mit Coronapatienten zu rechnen, von denen ein erheblicher Teil auf intensivmedizinische Behandlung angewiesen sei, machen sich die beiden Parlamentarier Sorgen und weisen darauf hin, dass der interkantonalen Zusammenarbeit eine zentrale Bedeutung zukomme und genügend intensivmedizinische Plätze für die Obwaldnerinnen und Obwaldner sichergestellt sein müssten.

Keine genauen Zahlen verfügbar

Patrick Csomor, Leiter des Gesundheitsamts Obwalden.

Patrick Csomor, Leiter des Gesundheitsamts Obwalden.

Bild: Philipp Unterschütz (Alpnach, 2017)

Die Nachfrage beim kantonalen Gesundheitsamt liefert keine eindeutigen Zahlen zur aktuellen Situation. Dessen Leiter Patrick Csomor sagt, es gebe keine generelle Meldepflicht zu Patienten, die Intensivmedizin benötigen würden. Man wisse aber von den Spitälern, dass in Stans aktuell eine Person in Folge Covid auf der Intensivstation behandelt werde. «Ob es weitere Patienten ohne Covid gibt, wissen wir nicht. Mit dem KSNW wurde vereinbart, dass sie uns in der jetzigen Situation Covid-Patienten melden.» Im Luzerner Kantonsspital wurden vergangene Woche ein bis vier Patienten aus Obwalden intensivmedizinisch behandelt. Es bleibt offen, ob diese Patienten wegen Covid oder aus anderen Gründen wie beispielsweise Operationen in intensivmedizinischer Behandlung seien. Ob und wie viele Obwaldnerinnen und Obwaldner wirklich in Intensivstationen ausserhalb des Kantons liegen und aus welchen medizinischen Gründen, ist also nicht zu beantworten. Entscheidend sei aber, so Patrick Csomor, dass bei Bedarf weiterhin IPS-Plätze gefunden werden.

In Ihrer Interpellation wollen die beiden Kantonsräte wissen, auf welcher vertraglichen Basis diese Übernahmen von Patienten geregelt sind und ob es irgendwelche Beschränkungen gebe. Sie fragen auch, ob es zu Problemen gekommen sei und wie die Regierung damit umgehe respektive was sie unternommen habe, um bei erhöhtem Bedarf genügend Plätze sicherzustellen. Schliesslich wollen Rohrer und Jaggi auch wissen, ob aus Sicht der Regierung die Schaffung einer interkantonalen Organisation erstrebenswert sei. Gemeint ist die Sicherstellung der Covid-Versorgung einschliesslich intensivmedizinischer Behandlung in der Zentralschweiz.