Wie zufrieden ist der EWL-Chef mit dem Deal mit Obwalden?

Stephan Marty, Vorsitzender der Geschäftsleitung, vertrat am Freitag vor den Medien in Sarnen die EWL (Energie Wasser Luzern). Wir wollten von ihm wissen, wie er den eingeschlagenen Weg aus Luzerner Sicht beurteilt.

Interview: Markus von Rotz
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Stephan Marty ist Vorsitzender der Geschäftsleitung der EWL (Energie, Wasser, Luzern). Er ist sich sicher, dass in Luzern die Lichter nicht ausgehen, auch wenn es künftig weniger Strom aus Engelberg gibt. (Bild: Corinen Glanzmann, Luzern, 7. März 2018)

Stephan Marty ist Vorsitzender der Geschäftsleitung der EWL (Energie, Wasser, Luzern). Er ist sich sicher, dass in Luzern die Lichter nicht ausgehen, auch wenn es künftig weniger Strom aus Engelberg gibt. (Bild: Corinen Glanzmann, Luzern, 7. März 2018)

Würden Sie von einer Win-win-­Situation sprechen?

Stephan Marty: Absolut. Wir haben lange und hart verhandelt und können nun alle hinter der Lösung stehen, sie hat für beide Seiten Vorteile.

Sie betonten, die Aufteilung des Unternehmerrisikos als grossen Vorteil. Auch das für beide Seiten?

An der Aktiengesellschaft hat der Kanton 60 Prozent, wir haben 40. Eine solche ausgewogene Lösung beinhaltet immer Chancen und Risiken. In unserem Fall sind sie auch im Verhältnis der Beteiligung verteilt. Das stimmt für uns absolut. Vor allem ist uns wichtig, dass wir 40 Prozent der Energie nutzen können für unsere Kunden in der Stadt. Bisher konnten wir von 140 Gigawattstunden 110 nutzen, neu sind es rund 44.

Aber in der Stadt Luzern gehen die Lichter deswegen nicht aus?

Nein, das sicher nicht. Im Winter liefert das Werk Obermatt zwar relativ wenig Strom, aber in Zeiten wie jetzt mit der Schneeschmelze enorm viel. Im Sommer dann haben wir zu viel Strom aus unseren Beteiligungen und brachten den schon bisher jeweils auf den Markt. Mit der 40-Prozent-Beteiligung erhalten wir einen relativ gut kalkulierbaren Wert, der für den Sommer optimal ist.

Das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) wird das Werk neu führen. Ein Wermutstropfen für Sie?

Nein, das stimmt für uns. Ein Kraftwerk in Engelberg als kleine Enklave zu betreiben, ist von Luzern aus nicht ganz einfach. Und das EWO hat Erfahrung darin. Für uns ist das optimal.

Wie liefen die Verhandlungen?

Sie waren intensiv, und weil es um ureigene einheimische Wasserkraft ging, nicht ohne Emotionen, aber wir schafften es, das Ganze sehr sachlich anzusehen und professionell zu verhandeln. Das war die Basis für den jetzigen Erfolg.

Hätten Sie, wären Sie auf Obwaldner Seite, auch so entschieden?

Ja, denn mit einem Kauf 20 Jahre vor dem Heimfall im Jahr 2041 müsste Obwalden Risiken eingehen. Das wäre suboptimal. Bis dann lichtet sich der Nebel vielleicht, man sieht klarer. Dann sind wieder alle Wege offen bis hin zu einer Weiterführung der geplanten neuen AG. Man vergibt sich heute gar nichts.