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Heavy Metal im Sachsler Schulhaus

Am vergangenen Wochenende spielten 22 Bands aus der ganzen Welt laute Musik mit schweren Gitarren im Mattli Schulhaus. Metal Scar heisst das Festival und es will sich etablieren.
Christian Hug
The Hawkins bei ihrem Auftritt am Metal Scar. (Bild: Dani Lüthi (Sachseln, 13. Oktober 2018))

The Hawkins bei ihrem Auftritt am Metal Scar. (Bild: Dani Lüthi (Sachseln, 13. Oktober 2018))

Zum Einstieg einige Vorbemerkungen: Die Spielarten des Heavy Metal sind so vielfältig, dass sie von romantisch bis extrem hart alle Bereiche des Gefühlslebens abdecken – Hauptsache, es spielen Stromgitarren mit. Was vielleicht erstaunen mag, je härter die Musik, umso friedlicher die Fans. Denn Heavy Metal ist nicht einfach eine Musikrichtung, sondern eine Lebenseinstellung. Und weil das so ist, findet Heavy Metal überall statt. So auch in Sachseln.

Am vergangenen Freitag und Samstag ging im Sachsler Mattli-Saal das zweite Metal-Scar-Festival über die Bühne. Das war trotz des Umstands, dass Heavy Metal überall stattfindet, ein bisschen schräg: Da spielten Bands rasend schnelle, beinharte Musik in einem Schulhaus. Zum Schutz des Bodens war der Saal mit Spanplatten ausgelegt, geraucht wurde auf dem Pausenplatz und auf der Bubentoilette sind die Pissoirs kindgerecht etwas tiefer gesetzt als normal.

Aber was soll’s – Timmy Michels, Sänger der Surseer Nu-Metal-Band Sickret, fand den Anlass toll und für Andrea Böll, Sängerin der Schwyzer Melodic-Metal-Band Infinitas, war das irgendwie alltäglich: «Ich bin selber Lehrerin, ich kenne mich aus mit Schulhäusern», sagte sie.

«Sachseln, Switzerland» auf T-Shirts gedruckt

Vier Freunde, zwei davon ehemalige Mattli-Schüler, haben 22 Bands engagiert, um nach Sachseln zu kommen. Es waren nicht irgendwelche unbekannten Gruppen, sondern währschafte Namen aus der ganzen Welt: Es spielten Bands aus Deutschland, Italien, Spanien, England, der Ukraine, aus den USA, aus Kanada und einheimische Acts.

Einige Bands wie die schwedischen Powerrocker The Hawkings sind für ein einziges Konzert nach Sachseln gefahren. «Das macht Spass», kommentierte deren Gitarrist Michael Thunborg die Aktion. Übernachtet haben die Musiker dann in der Zivilschutzanlage einen Stock tiefer. Andere Bands wie die kanadischen Kobra and the Lotus und die amerikanischen Butcher Babies sind zurzeit auf Europa-Tournee – und so kam es, dass auf den T-Shirts dieser Bands, auf denen sämtliche Stationen dieser Tournee aufgelistet sind, neben Marseille, Barcelona, Milano und Wien eben auch «Sachseln, Switzerland» steht.

Die Butcher Babies waren denn auch der sogenannte Headliner. Das Youtube-Video zu ihrem Hit «Monsters Ball» hat über 8 Millionen Klicks. Zwei Sängerinnen und drei Instrumentalisten liessen zum Abschluss des Festivals am Samstag um Mitternacht das Schulhaus in bester Slipknot-Manier beben.

Metal Scar soll auch nächstes Jahr stattfinden

Weniger erfreulich war die im Vergleich zu den grossen Namen kleine Anzahl Festivalbesucher. Am Freitag waren es um die hundert, am Samstag immerhin doppelt so viele. Das zeigt einerseits, dass sich das Metal-Scar-Festival wie jedes Festival erst seine Sporen abverdienen muss und anderseits, dass der Ruf des Festivals trotz namhafter Bands noch nicht bis in die Städte gelangt ist.

Den anwesenden Fans war das allerdings egal. Sie genossen die Musik und den Umstand, dass die Musiker ihre CDs und T-Shirts an ihren Merchandise-Ständen höchstpersönlich verkauften und somit jederzeit die Gelegenheit für Gespräche und «Gruppenselfies» bot.

David Zurgilgen, Chef des Organisationskomitees, strahlte unverzagt: «Nächstes Jahr wird es wieder ein Metal Scar geben. Seit in der Szene bekannt wurde, dass wir die Butcher Babies engagiert haben, haben wir plötzlich viele Anfragen von Bands.»

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