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Helden, Hexen und ein neuer Dirigent in Sarnen

Sandro Blank leitet im Rahmen des Winterkonzerts vom kommenden Wochenende erstmals die Feldmusik Sarnen als neuer Chefdirigent. Das sinfonische Blasorchester verspricht ein abwechslungsreiches Programm.
Primus Camenzind
Auf eine gelungene Premiere am kommenden Wochenende: Sandro Blank ist der neue Dirigent der Feldmusik Sarnen. (Bild: PD)

Auf eine gelungene Premiere am kommenden Wochenende: Sandro Blank ist der neue Dirigent der Feldmusik Sarnen. (Bild: PD)

Was sich bei den rund 80 Instrumentalisten und ihrem Dirigenten in den vergangenen Monaten an musikalischer Spannung angesammelt hat, dürfte sich am kommenden Samstag und Sonntag in der Aula Cher in Sarnen entladen und das Konzertpublikum in der Form von Energie und Emotion erreichen.

Wohlklang und faszinierende Instrumentierung zeichnen die «Armenian Dances/Part 1» von Alfred Reed (1921 bis 2005) aus. Der US-Komponist hat die viersätzige Suite für Blasorchester in der Stilistik armenischer Volksweisen geschrieben und den Liedern und Tänzen Lebhaftigkeit und Natürlichkeit verliehen. Reeds Bestreben, mit seiner Musik dem Geist der armenischen Musik gerecht zu werden, ist in diesem Eröffnungswerk allgegenwärtig.

Uraufführungen sind in der jüngeren Geschichte der Feldmusik Sarnen keine Seltenheit. Aus dieser Tradition heraus wurde das «Horn Concert» von Hirokazu Fukushima ins aktuelle Konzertprogramm aufgenommen. Und die Tatsache, dass in der Person von Florian Abächerli, seines Zeichens stellvertretender Solohornist des Luzerner Sinfonieorchesters und festes Mitglied des Lucerne Festival Orchestra, ein echter Sarner Feldmusikant zur Verfügung steht, verleiht dieser europäischen Erstaufführung erst recht Sinn. Hirokazu ist Hochschuldozent, dirigiert mehrere Orchester und bearbeitet Werke von Mozart oder Gershwin bis hin zu John Lennon. Das Hornkonzert des Japaners ist von höchstem Schwierigkeitsgrad und zeichnet den Solisten und dessen handwerkliche und künstlerische Fähigkeiten treffend aus.

Nach der Pause fahren Dirigent Sandro Blank und die Feldmusik mit «schwerem Geschütz» auf. Und trotzdem handelt es sich um zwei Werke, welche die ganze Dynamik und das immense Klangspektrum eines Blasorchesters zum Tragen bringen. Von Modest Mussorgski (1839 bis 1881) stammt «Eine Nacht auf dem kahlen Berge». Es tanzen ekstatische Hexen, das Feuer lodert und Schreie erschrecken in der Dunkelheit. Der russische Komponist beschreibt die Johannisnacht auf dem Lyssaja Gora (dem kahlen Berg). Es sind unheimliche Dinge, die der slawischen Mythologie entstammen.

Das Streben nach Glück und Unsterblichkeit

Ein Epos, welches um die Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde, hat die Form eines alten Heldengedichts aus dem vierten Jahrtausend vor Christus. Es diente dem Komponisten Bert Appermont als Inspiration für seine «Symphony No. 1/Gilgamesh». Der Belgier stellt in vier Sätzen vier Hauptelemente in den Vordergrund: Streit, Freundschaft, Streben nach Glück und die Suche nach der Unsterblichkeit. Gilgamesh, ein Gottmensch, kämpft gegen Enkidu, den Tiermenschen, um die Vorherrschaft zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris im heutigen Irak. Die beiden erkennen die Sinnlosigkeit ihres Kampfes und schliessen Freundschaft. Appermonts gigantisches Werk wurde erstmals 2002 in Belgien aufgeführt.

Winterkonzerte der Feldmusik Sarnen, Leitung Sandro Blank. 19. und 20. Januar, Samstag um 20 Uhr, Sonntag um 17 Uhr. Keine Platzreservation, Türkollekte.

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