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Interview

Brunni-Bahnen-Chef: «Heute haben wir eine Art Schönwetter-Zusammenarbeit»

Die Titlis- und die Brunni-Bahnen fassen eine Fusion ins Auge. Einen wirtschaftlichen Zwang dafür gäbe es zwar nicht, sagt Brunni-Geschäftsführer Thomas Küng. Und er erklärt, warum ein Zusammengehen trotzdem Sinn machen würde.
Philipp Unterschütz
Thomas Küng, Geschäftsführer der Brunni-Bahnen. (Bild: Robert Hess)

Thomas Küng, Geschäftsführer der Brunni-Bahnen. (Bild: Robert Hess)

Die Verwaltungsräte der Titlis- und der Brunni-Bahnen haben beschlossen, einen Zusammenschluss zu prüfen. Am 25. Juni haben sie eine Absichtserklärung unterschrieben. Wie Thomas Küng, Geschäftsführer der Brunni Bahnen Engelberg AG, betont, steige man nicht aus einer Position der Schwäche in die Fusionsverhandlungen.

Thomas Küng, die Brunni-Bahnen haben noch keine Geschäftszahlen veröffentlicht. Wie ist das vergangene Jahr gelaufen?

Das Geschäftsjahr 2017/18 wird für uns in allen Belangen ein Rekordjahr. Die genauen Zahlen werden Ende Juli veröffentlicht. Wir haben übers ganze Jahr bei einer Gästezahl von 220000 Personen und einem Umsatz von rund 6,7 Millionen Franken einen ansehnlichen Gewinn erwirtschaftet und würden den Aktionären wiederum eine Dividende auszahlen können. Wir steigen also nicht in die Fusionsverhandlungen, weil wir wirtschaftliche Probleme hätten – im Gegenteil.

Auch den Titlis-Bahnen geht es sehr gut. Warum steht denn eine Fusion überhaupt im Raum?

Heute haben wir eine Art Schönwetter-Zusammenarbeit. Diese funktioniert zwar gut, aber sobald es ums Geld geht, wird’s schwieriger. Erst wenn wir ein Unternehmen sind, ist es wirklich egal, ob der Gast in Engelberg links oder rechts auf den Berg geht. Es wäre hinsichtlich der Herausforderungen im Tourismus ein Zusammenschluss der Vernunft, wie das auch in anderen Destinationen passiert ist.

Was würde denn eine Fusion bringen?

In erster Linie würde es die Destination Engelberg als Ganzes stärken. Sie könnte besser positioniert und vermarktet werden. Unsere Angebote ergänzen sich ja sehr gut – wir mit Familien, Senioren, Kindern, der Titlis mit Gruppentourismus, Asiaten und Skifahrern. Die Fusion bringt die Chance, gegenseitige Blockaden zu lösen. Da gibt es immer wieder Reibungsflächen. Zudem gäbe es natürlich grösseren finanziellen Spielraum, wenn nicht mehr beide Unternehmen nur zum eigenen «Gärtchen» schauen. Auch wenn wir momentan keine Investitionen vorhaben, die wir nicht alleine stemmen könnten, bieten sich natürlich neue Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Brunni-Gebietes. Es handelt sich ja um langfristige Überlegungen.

Die Absichtserklärung ist völlig ergebnisoffen. Weshalb hat man das Ansinnen jetzt schon kommuniziert?

Wenn wir nicht der Meinung wären, dass die Chancen für eine Einigung gut sind, wäre die Absichtserklärung nicht zu Stande gekommen. Nachdem diese von beiden Verwaltungsräten abgeschlossen wurde, musste sie wegen der Börsenkotierung der Titlis-Bahnen mit den Halbjahres-Geschäftszahlen als wesentlicher Vorgang bekannt gegeben werden. Zudem ist es nicht nur ein Prozess zwischen den Bahnen, sondern es braucht auch ein gewisses Verständnis von Stakeholdern, Aktionären, Landbesitzern, Behörden – Gespräche wären unter strikter Geheimhaltung nicht möglich.

Als erfolgreiches Unternehmen, das zwar kleiner ist als der Partner vom Titlis, wollen Sie sich aber sicher nicht einfach schlucken lassen. Was sind die Wünsche der Brunni-Bahnen?

Unser Produkt funktioniert sehr gut. Wir sind eines von wenigen Bergbahn-Unternehmen, das Gewinn macht und Dividenden zahlen kann. Unsere Angebote sollen auch nach einem Zusammenschluss in diesem Geist weiter bestehen und entwickelt werden. So sehen wir bei uns zum Beispiel keinen Gruppentourismus wie am Titlis, das würde nicht passen. Es ist wichtig, dass der Geist unserer heutigen Firma in die neue Unternehmung einfliesst. Das möchten auch unsere Aktionäre. Wie ansonsten die Modalitäten des Zusammenschlusses sind, wird Gegenstand der Verhandlungen sein.

Norbert Patt, CEO der Titlis-Bahnen, hofft auf eine zeitnahe Zusammenarbeit. Was heisst das?

Da ein solches Ansinnen auch ein Unsicherheitsfaktor für die Planung und Umsetzung von Projekten ist, darf man daran nicht ewig «herumdoktern». Einen exakten Zeitplan kann man jetzt natürlich noch nicht angeben, aber es ist schon im Sinne beider Unternehmen, so schnell als möglich einen Entscheid herbeizuführen.

Und wenn das Vorhaben scheitert? Was würde das bedeuten?

Das ist schwierig einzuschätzen, aber es würde die künftige Zusammenarbeit sicher nicht einfacher machen. Wir würden wohl weitermachen wie bisher. Wir haben genug Cashflow, dass wir langfristig auch alleine überleben könnten.

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