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In dieser Alpnacher Bergkapelle kann seit 50 Jahren um Schutz gebetet werden

Die Bergkapelle Lütoldsmatt wurde 1969 geweiht – nach Seuchen und Überschwemmungen. Am Sonntag wird das 50-jährige Bestehen gefeiert.
Robert Hess
Ein halbes Jahrhundert alt – und immer noch gut in Form: Die Bergkapelle Lütoldsmatt. (Bild: Robert Hess, Alpnach, 1. September 2019)

Ein halbes Jahrhundert alt – und immer noch gut in Form: Die Bergkapelle Lütoldsmatt. (Bild: Robert Hess, Alpnach, 1. September 2019)

Jeden zweiten Sonntag im September wird in der Bergkapelle Lütoldsmatt das Kapellweihfest gefeiert. Dies als Erinnerung an die Errichtung: Am 14. September 1969 ist die schmucke kleine Kapelle, die in unmittelbarer Nähe an der Bergstrasse Alpnach Dorf – Lütoldsmatt liegt, eingeweiht worden. Am kommenden Sonntag wird nun deren 50-jähriges Bestehen im Rahmen der Bergchilbi gefeiert.

Zur Geschichte der Kapelle Lütoldsmatt zitiert der Historiker Roland Sigrist im Buch «Korporation Alpnach – Von den Anfängen bis zur Gegenwart (2012)» den 1965 pensionierten Alpnacher Pfarrer Josef Odermatt. Dieser schrieb in seiner Chronik: «Die Entstehung der Lütoldsmattkapelle hatte damit zu tun, dass die Gemeinde Alpnach den Gefahren der Natur besonders stark ausgesetzt ist, durch Überschwemmungen sowie durch Seuchenfälle der letzten Jahre.» So war im Juli 1962 auf der Feldalp im Pilatusgebiet die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, der rund 80 Tiere zum Opfer fielen. «Wir hielten am Sonntagabend (22. Juli) eigens eine Andacht», schreibt Pfarrer Odermatt. «Die Krankheit brach nicht mehr weiter aus. Gott sei Dank.»

35'000-Franken-Kredit für den Bau

Damals sei man sich bei den Behörden und im Volk bewusst geworden, «dass Alpnach weder eine Bergkapelle besitzt noch zu Ehren des Landesvaters Bruder Klaus ein Heiligtum unterhält». Die Idee nahm Formen an und «eine ausserordentliche Bürgergemeindeversammlung stimmte am 22. September 1968 dem von Architekt Werner G. Staub aus Engelberg projektierten Kapellen-Neubau sowie einem Kredit von 35'000 Franken einstimmig zu», schreibt der Chronist.

Der Kredit war knapp bemessen in der Erwartung, dass freiwillige Helfer Frondienst leisteten. Bauleiter war der damalige Bürgerrat Hans Wallimann. «40 Helfer schufen in 1700 Frondienststunden ein schmuckes Gotteshaus», hielt Pfarrer Josef Odermatt fest, der 1980 verstarb. Neben den freiwilligen Helfern und den vielen Spendern – wie beispielsweise der 110 Kilogramm schweren Glocke durch die Bergfreunde Alpnach oder der Bausteine durch die Steinbruch Guber AG – erwähnte der Chronist «auch die 358 Wohltäter, die mit ihrem Scherflein zum Gelingen des Werkes beigetragen haben.»

An das «Ziel des Lebens» erinnert werden

«Am 14. September 1969 erlebten viele hundert Menschen die festliche Weihe der Kapelle und ihrer Glocke durch den Alpnacher Pfarrer Hans Gasser, assistiert vom Festprediger Kaplan Adolf von Atzigen, damals Grossteil. Eine fröhliche Bergchilbi mit Musik, Jodeln und Schwinget war der weltliche Höhepunkt der Einweihungsfeier.»

Die Kapelle Lütoldsmatt sowie der Grund und Boden, auf dem sie errichtet worden war, blieb im Eigentum der damaligen Bürgergemeinde Alpnach. Nach deren Auflösung 1997 wurde die Korporation Eigentümerin. Kapellen-Verwalter Sepp Wallimann stellt den Besuchern, die dort einige besinnliche Minuten verbringen, «allgemein ein gutes Zeugnis» in Sachen Ordnung aus. «Die Kapelle ist ein Merkzeichen am Weg, damit alle Wanderer an das Ziel ihres Lebens erinnert werden», hatte vor 50 Jahren Festprediger Kaplan Adolf von Atzigen gesagt.

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