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Hier kommt die Tunnelbohrmaschine für den Hochwasserstollen im Sarneraatal angeflogen

127 Tonnen: Das schwerste Teil der Tunnelbohrmaschine für den Hochwasserstollen wurde am Mittwoch in Alpnach angeliefert.

Philipp Unterschütz
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16 Meter ist es lang und sieht eigentlich viel weniger spektakulär aus als der Bohrkopf der Tunnelbohrmaschine (TBM). Aber das Maschinenrohr, wie es die Fachleute bezeichnen, ist mit einem Gewicht von 127 Tonnen das Schwergewicht der Maschine, die nun zusammengebaut wird, damit sie ab Anfang 2021 den gut 6,5 Kilometer langen Hochwasserentlastungsstollen bis nach Sachseln auffahren kann. Zum grossen Gewicht tragen auch die seitlich angebrachten Gripper bei – die Teile, mit denen sich die Maschine beim Vortrieb an den Tunnelwänden abstützt, um die Kraft nach vorne zu bringen.

Auf der Baustelle in Alpnach muss jedes Gerät mit Kranen in die Baugrube gehoben werden. Das Maschinenrohr war also ein Fall für einen der grössten Kranen der Schweiz. Für den Fanger Raupenkran sind selbst die 127 Tonnen eine Kleinigkeit. Bis zu 750 Tonnen könnte das Ungetüm heben, erklärt Maschinist Tony Burch, der im Cockpit an den Joysticks sitzt und aufgrund der Anweisungen per Funk das Maschinenteil präzise in die Grube hebt, damit es mit einem bereitstehenden Element verbunden werden kann. Nicht mal eine Stunde dauert das Manöver. Auch der heikelste Teil, das Anheben vom Transporter, gelingt bestens. «Da muss der Schwerpunkt genaustens beachtet werden, was bei einem Teil dieser Grösse nicht einfach ist», erklärt der Maschinenbauingenieur und TBM-Verantwortliche Matthias Schwarz.

Eine Herausforderung für sich war auch der Transport des Riesenteils mit einem 14-achsigen Spezialtransporter von Klus-Balsthal, wo die Maschine eingelagert war, auf die Baustelle in Alpnach. «Bei der Baustelleneinfahrt hatten wir seitlich nur gerade 10 Millimeter Platz», schmunzelt Schwarz. Tag der offenen Baustelle wegen Corona abgesagt Auch Beat Ettlin, Oberbauleiter des Kantons, verfolgt das Manöver vor Ort. Dabei gibt er bekannt, dass der für den 7. November geplante Tag der offenen Baustelle schweren Herzens hätte abgesagt werden müssen. Die Hygiene- und Schutzmassnahmen hätte man beim erwarteten Besucheransturm nicht einhalten können. Der Kanton plant als Ersatz einen Webauftritt mit Filmen und Fotos zur TBM-Montage.

Anlieferung der Tunnelbohrmaschine:

Das Maschinenrohr, mit 127 Tonnen das schwerste Teil der Tunnelbohrmaschine für den Hochwasserentlastungsstollen ist bereit zum Transport in die Baugrube.
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Angeliefert wurde das schwere Maschinenteil mit einm 14-achsigen Spezialtransporter. Zusätzliches Gewicht geben die gelben Gripper, mit denen sich die Maschine beim Vortrieb seitlich an den Tunnelwänden abstützt.
Ein heikler Moment ist das Anheben. Die Lage und der Schwerpunkt werden mit der Wasserwaage kontrolliert.
127 Tonnen sind für den Fanger-Kran ein Pappenstiel.
Der gewaltige Kran kann bis 750 Tonnen heben.
Tony Burch im Cockpit des Fanger Krans liefert Feinarbeit an den Joysticks.
Das Maschinenrohr schwebt über der Baugrube auf der Baustelle Alpnach.
Landung geglückt. Im Hintergrund die Startröhre, wo die Tunnelbohrmaschine Anfang 2021 den Vortrieb aufnehmen wird.
Das Maschinenrohr wird vorne mit einem bereits vorher angelieferten Teil verbunden.

Das Maschinenrohr, mit 127 Tonnen das schwerste Teil der Tunnelbohrmaschine für den Hochwasserentlastungsstollen ist bereit zum Transport in die Baugrube.

Bild: Philipp Unterschütz (Alpnach, 16. September 2020)

Bau des Hochwasserstollen in Bildern:

Das Maschinenrohr, mit 127 Tonnen das schwerste Teil der Tunnelbohrmaschine für den Hochwasserentlastungsstollen, wird mit einem der grössten Krane der Schweiz der Firma Fanger in die Baugrube auf der Baustelle Alpnach gehoben.
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Tony Burch steuert den Kran.
Der Vortrieb mit der Tunnelbohrmaschine soll Anfang 2021 beginnen.
Die fertig erstellte Baugrube beim Einlaufbauwerk Zwätschgenmätteli in Sachseln. Bild: PD
Die Arbeiten für die Baugrube beginnen.
Die Baugrube wächst in die Tiefe.
Wegen des Grundwassers muss die Baugrube abgedichtet werden.
Wegen des Grundwassers muss die Baugrube abgedichtet werden.
Das Material vom Aushub muss per Kran aus der Grube abtransportiert werden.
Die Baugrube ist im Endzustand 18 Meter tief, fast 20 Meter breit und 40 Meter lang.
Die Vorschubbahn für die tonnenschwere Tunnelbohrmaschine entsteht.
Die Vorschubbahn für die tonnenschwere Tunnelbohrmaschine wird gelegt.
Stahlschienen für die Vorschubbahn liegen bereit.
Betonarbeiten in der Baugrube.
Auch alle Maschinen müssen per Kran in die Baugrube gehievt werden.
Bohrjumbo im Einsatz.
Die Arbeiten in der Baugrube sind schon weit fortgeschritten. Noch ist ein Stück zu betonieren.
Die Baugrube kurz vor der Fertigstellung. Rechts ist der Zugang über Treppen für die Arbeiter.
Die Arbeiten für die Startröhre beginnen.
Nur Minuten vor der ersten Sprengung am 5. Mai.
Der Obwaldner Baudirektor Josef Hess löst die erste Sprengung aus.
Der Obwaldner Baudirektor Josef Hess löst die erste Sprengung aus.
Erste Sprengung am 5. Mai 2020 in Alpnach.
Ein Mineur bereitet eine Sprengung vor. Die Bohrlöcher werden mit den Ladungen gefüllt und mit Zündkabeln verbunden.
Bei einem Abschlag von 4 Metern Länge fällt rund 500 Tonnen Ausbruchmaterial an, das abtransportiert werden muss.
Schuttern nennen die Tunnelbauer den Abtransport des Ausbruchmaterials.
Die Röhre wird mit Stahlbogen und Spritzbeton gesichert.
Das Spritzbetonfahrzeug steht vor dem Portal bereit.
Spritzbetonarbeiten zur Sicherung des Tunnelgewölbes.
Material und Maschinen – alles muss per Kran in die oder aus der Grube gehievt werden.
Die Vorbereitungen für eine weitere Sprengung laufen, der Bohrjumbo bohrt die Sprenglöcher.
Die Startröhre hat eine Länge von 180 Metern, rechts (beim Portal) wacht die Heilige Barbara über die Mineure.
Die Heilige Barbara, Schutzheilige der Mineure, wacht an jedem Stolleneingang.
Die Baugrube beim Eindunkeln.
Auf der Gegenseite: Arbeiten an der Baugrube für das Einlaufbauwerk am Sarnersee bei Sachseln.
Die Buagrube des Einlaufbauwerks in Sachseln ist fertig und wird Ende August an die Arge HWS Marti übergeben.
Drohnenaufnahme des Einlaufbauwerks in Sachseln am Sarnersee.
Die fertige Baugrube beim Einlaufbauwerk. Hier beginnt Ende September der Gegenvortrieb beim Hochwasserentlastungsstollen.
Der Gegenvortrieb hat eine Länge von 78 Metern, nur 9 Meter darüber verläuft die Linie der Zentralbahn.
In der Baugrube wird die Tunnelbohrmaschine, die von Alpnach her den Hochwasserentlastungsstollen ausbricht, nach ihrer Ankunft in etwa anderthalb Jahren demontiert.

Das Maschinenrohr, mit 127 Tonnen das schwerste Teil der Tunnelbohrmaschine für den Hochwasserentlastungsstollen, wird mit einem der grössten Krane der Schweiz der Firma Fanger in die Baugrube auf der Baustelle Alpnach gehoben.

Bild: Philipp Unterschütz (Alpnach, 16. September 2020)
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