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Alpnach will die Kleine Schliere bändigen

Die Kleine Schliere in Alpnach ist bekannt für verheerende Naturereignisse. Nun soll sie durch aufwendigen Hochwasserschutz in die Schranken verwiesen werden. Darüber stimmt die Gemeinde im November ab.
Primus Camenzind

Der Gefahrenherd Kleine Schliere lässt die Bevölkerung von Alpnach nicht unberührt. Der Wildbach stand deshalb am Dienstag an einer von rund 130 Personen besuchten Informationsveranstaltung im Mittelpunkt. Zwanzig Jahre der Planung und Projektierung gingen bisher ins Land. Veränderte Rahmenbedingungen und neue Anforderungen – bedingt durch das revidierte Gewässerschutzgesetz und die Einführung des Neuen Finanzausgleichs – führten dazu, dass die Gemeinde erst jetzt für die Kleine Schliere ein bewilligungsfähiges und subventionsberechtigtes Projekt vorstellt. Am 24. November stimmt die Gemeinde darüber ab.

Entlastungsbauwerk als Herzstück

Regula Gerig, Vorsteherin des Departements Bau und Infrastruktur, präsentierte mit fachlicher Unterstützung durch Peter Scheiwiller, Ingenieur, Projektleiter und Koordinator sowie Seppi Berwert, Ingenieur und Gesamtleiter die vier Abschnitte, welche dereinst einen nachhaltigen Schutz vor Hochwasser gewähren sollen. «Das Herzstück ist das Entlastungsbauwerk im Gebiet Chlewigen», erklärte die Alpnacher Gemeinderätin. Es sichere den kontrollierten Einlauf in den Schlierenkanal und den dosierten Ablauf von Wasser, Geschiebe und Schwemmholz. «Damit wird dieser Kanal bei Grossereignissen entlastet.»

Der Kanal der Kleinen Schliere von 1930 spielt beim Gewässerschutz eine gewichtige Rolle. Deshalb muss er verstärkt und umfassend in Stand gestellt werden. Der Unterlauf des Bachs bis zur Mündung in den Alpnachersee wird ebenfalls erneuert und ökologisch aufgewertet. Ausserdem muss das Gefälle des Gewässers ausnivelliert und dessen Uferzonen renaturiert werden. Auf die Frage nach der Notwendigkeit aus dem Publikum hatte Regula Gerig eine überzeugende Antwort parat: «Diese ökologischen Massnahmen – dazu gehört auch der Fischaufstieg vom Seeufer bis zum Gebiet Chlewigen – sind eine Grundvoraussetzung von Bund und Kanton für die Bewilligungsfähigkeit des gesamten Projektes Hochwasserschutz Kleine Schliere».

Weiter ist ein Entlastungskorridor nötig, um für Grossereignisse gerüstet zu sein. Bei extremem Hochwasser fliesst ein Teil kontrolliert dem See entgegen. Der Korridor beginnt beim Entlastungsbauwerk im Raum Chlewigen und breitet sich links des Bachs und der Brünigstrasse in Richtung Alpnachstad aus, unterquert dort die Autobahn und erreicht via Städerried das Seeufer.

Rund 3800 Personen leben im gefährdeten Gebiet

Dafür sind bauliche Massnahmen und Terraingestaltungen notwendig; Gebäude müssen mit Objektschutz versehen und in wenigen Fällen abgerissen werden. Alles in allem seien es in diesem Bereich minimale Eingriffe, teilt die Gemeinde mit. «Damit bleibt das Landwirtschaftsland weiterhin maschinell bewirtschaftbar», betonte Regula Gerig. Heute leben rund 3800 Personen im gefährdeten Gebiet. Ohne die geplanten Schutzmassnahmen stünden sämtliche Gebäude links und rechts der Kleinen Schliere in Alpnach «in grossflächigen Gefahrenzonen», so die Projektleitung.

Hinweis: Weitere Informationen unter: www.alpnach.ch

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