HOCHWASSERSCHUTZ: Sarnen schätzt Unwetter genauer ein

Welche Hebel sollen in Gang gesetzt werden, wenn ein Hochwasser droht? Sarnen hat dazu ein Beurteilungssystem geschaffen.

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Der stellvertretende Stabschef der Gemeindeführungsorganisation Sarnen, Hans Geser, betrachtet die grosse Melchaa in Sarnen zusammen mit Peter Gautschi, Leiter Militär und Bevölkerungsschutz Kanton Obwalden. (Bild Geri Wyss/Neue OZ)

Der stellvertretende Stabschef der Gemeindeführungsorganisation Sarnen, Hans Geser, betrachtet die grosse Melchaa in Sarnen zusammen mit Peter Gautschi, Leiter Militär und Bevölkerungsschutz Kanton Obwalden. (Bild Geri Wyss/Neue OZ)

In der Schweiz drohen Unwetter. Eine sommerliche Kaltfront beendet eine feuchtwarme Phase, die örtlich bereits viel Regen gebracht hat. Bevor die Front eintrifft, prognostizieren die Meteorologen heftige Gewitter. Danach droht auch noch ein lang anhaltender starker Dauerregen, weil die Wetterkarten ein Tief über dem Golf von Genua zeigen, das aus Osten viel Feuchtigkeit heranschaufeln soll.

Erste Stelle Kantonspolizei
In diesem fiktiven Beispiel erlässt Meteo Schweiz eine Unwetterwarnung. Diese geht auch in Obwalden bei der Kantonspolizei ein. Sie entscheidet, ob sie die Warnung per SMS an die für den Bevölkerungsschutz zuständigen Stellen weiterleitet. In diesem Fall ist klar: Auch in Obwalden besteht die akute Gefahr für Überflutungen, Hochwasser und Erdrutsche. Einer, der die Unwetterwarnung erhält, ist Hans Geser. Der stellvertretende Chef des Gemeindeführungsstabs Sarnen (der Posten des Stabchefs ist derzeit noch vakant) entscheidet nun, welche Schutzmassnahmen für Sarnen zu treffen sind. Dabei steht er in Kontakt mit dem Feuerwehrkommando sowie Fachleuten von Gemeinde und Kanton.

Dreistufiges Alarmsystem
Übersteigt der Pegel des Sarnersees die Marke von 469,8 Metern, das sind etwa 30 Zentimeter über der Norm, treffen sich die Leitung des Gemeindeführungsstabs und das Kommando der Feuerwehr. Hans Geser greift nun auf eine Planungshilfe zurück, die in Sarnen seit diesem Jahr angewendet wird. In diese sind auch die Erfahrungen aus früheren Hochwassern eingeflossen, vor allem desjenigen von 2005. Die Planungshilfe ist eine Art Raster, mit dem verschiedene Daten wie der Pegelstand des Sarnersees, die Wetterlage und erwartete Niederschläge oder die Regenmengen des letzten Monats beurteilt werden. Daraus resultiert eine bestimmte Punktzahl, welche die Alarmstufe vorgibt. Die Alarmstufe 1 ist unter dem Begriff Sensibilisierung zusammengefasst. Polizei, Feuerwehr und die für den Bevölkerungsschutz zuständigen Stellen der Gemeinde und des Kantons beobachten die Situation aufmerksam. Bei der Alarmstufe 2 werden die Einsatzkräfte vorbereitet oder treffen vorsorgliche Massnahmen.

Geri Wyss

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.