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HOCHWASSERSICHERHEIT: Sarneraatal: Genehmigung für den Bau des Hochwasserentlastungsstollens erteilt

Im nächsten Frühling sollen die Bagger auffahren. Der Regierungsrat hat das Teilprojekt für den Hochwasser-Entlastungsstollen im Sarneraatal genehmigt. Bis auf eine wurden alle Einsprachen gütlich bereinigt.
Visualisierung des Einlaufbauwerks unterhalb der Überbauung Seehof in Sachseln. (Bild: Bau- und Raumentwicklungsdepartement Obwalden)

Visualisierung des Einlaufbauwerks unterhalb der Überbauung Seehof in Sachseln. (Bild: Bau- und Raumentwicklungsdepartement Obwalden)

Viel Wasser ist die Sarneraa hinabgeflossen, bis die Planungsphase für den Hochwasserschutz – inklusive politischer Zerreissproben – auf den jetzigen Stand vorangetrieben werden konnte. Nun vermeldet der Kanton einen wichtigen Erfolg im ganzen Puzzle. «Der Regierungsrat hat für den Hochwasserentlastungsstollen Ost eine Teilprojektgenehmigung erteilt», heisst es in einer Mitteilung von gestern. Mit anderen Worten: Die zehn Einsprachen, die dieses Vorhaben betreffen, sind vom Tisch. Baudirektor Josef Hess präzisiert: «Mit neun Einsprechern konnte eine gütliche Einigung erzielt werden. Bei der letztverbliebenen Einwendung hat der Regierungsrat zu Gunsten der Projektverantwortlichen entschieden.» Stein des Anstosses ist die Zufahrtsstrasse zum Einlaufbauwerk in Sachseln.

Laut Josef Hess sollen diesen Herbst die ersten Arbeiten, etwa für die temporäre Zufahrtsstrasse beim Stollenauslauf unterhalb des Stauwehrs beim Wichelsee, ausgeschrieben werden. Und gemäss Zeitplan sollen im Frühling 2018 die ersten Baumaschinen auffahren. «Wir gehen aktuell davon aus, dass wir in rund zwei Jahren dann mit den effektiven Bohrungen für den Stollen beginnen können», so der Baudirektor.

Regierung hofft auf Maximalbeitrag des Bundes

Der 6,5 Kilometer lange Entlastungsstollen bildet das Herzstück des Hochwasserschutzprojektes im Sarneraatal. Und macht samt Ein- und Auslaufbauwerk mit 106 von total 135 Millionen Franken den finanziell grössten Brocken aus. «Wir haben die Möglichkeit, den Stollenbau vorzuziehen, schon länger ins Auge gefasst», sagt Josef Hess. Nachdem sich abzeichnete, dass die Einsprachen dazu erledigt werden können, habe das Projektteam den Fokus darauf gelegt.

Die Umweltverbände halten denn auch in einer Mitteilung fest, dass ihre Einsprachepunkte zu den geplanten ökologischen Massnahmen an der Sarneraa nach wie vor bestehen. So kritisieren Aqua Viva, Birdlife Schweiz, der Landschaftsschutzverband Vierwaldstättersee, Pro Natura und WWF, dass die Minimalanforderungen zu Gunsten der Natur nicht eingehalten werden. Die Situation auch für bedrohte Fische wie Äsche, Nase und Seeforelle und andere Wasserlebewesen bleibe schwierig. Trotzdem akzeptiere man den Entscheid, den Stollenbau zu Entlastungszwecken im Hochwasserfall zeitlich vorzuziehen, heisst es weiter.

Es seien zwar auf fachlicher Ebene Gespräche mit Naturschützern geführt worden, formelle Einspracheverhandlungen hätten bisher aber nicht stattgefunden, bestätigt Josef Hess Aussagen in der Mitteilung der Umweltschutzverbände. «Dies packen wir aber nächstens an», versichert er. Die Verhandlungen sollen in den kommenden sechs Monaten über die Bühne gehen.

Die Aufwertung und Wasserbauprojekte an der Sarneraa und am Unterlauf des Kernmattbachs sowie das Wehrreglement sollen – in einer zweiten Etappe – in rund einem Jahr zur Genehmigung bereit sein. In rund fünf bis sechs Jahren, sobald der Entlastungsstollen betriebsbereit ist, sollen zudem die Massnahmen am Fluss im Sarner Dorf erfolgen. 2025 soll alles fertig sein.

Die Regierung will nun dem Bund den Antrag für Subventionsgelder einreichen. Da mit Zuschlägen für die Schwerfinanzierbarkeit und gute Projektqualität zu rechnen ist, geht Hess davon aus, dass der Bund das Maximum von 65 Prozent an die Kosten beisteuern wird. «Erste provisorische Signale aus Bern stimmen uns zuversichtlich.»

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@obwaldnerzeitung.ch

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