Nun gibts Lärm: In Sachseln wird Tor zum Hochwasserstollen gebaut

Elf Meter unter dem Wasserspiegel wird der Einlauf des Hochwasser-Entlastungsstollens zwischen Sarnen und Kägiswil liegen. Ab Juli wird am Einlaufbauwerk gearbeitet, was mehrere Monate ab 7 Uhr früh zu Lärm führen kann.

Markus von Rotz
Drucken
Teilen

Man werde sich bemühen, «die Lärm- und Erschütterungsemissionen so gering als möglich zu halten», schreibt der Kanton in einer Mitteilung zum baldigen Baustart im so genannten Zwetschgenmätteli am Seeuferweg zwischen Sachseln und Sarnen im Gebiet Seehof. Ohne wird es nicht gehen, und das ab Juli bis ins Frühjahr 2020. Die lärmintensiven Bauarbeiten seien zwischen 7 und 12 sowie 13 und 17 Uhr geplant, die gesetzlichen Ruhezeiten würden eingehalten, schreibt der Kanton.

Der Bauschacht am künftigen Standort des Einlaufbauwerks wird mit einer Spundwand aus Stahl gesichert und gegen Wasser abgedichtet. Ab dem Spätsommer folgt dann der etappenweise Aushub mit Hilfe von Ankern und Spritzbeton. Der Felsen wird mit dem Hydraulikhammer oder im Sprengverfahren ausgehoben. Insgesamt wird ein 15 Meter tiefer Schacht gebaut. Es sei durch die Rammgeräte und die Sprengungen «mit zeitweise starkem Baulärm und Erschütterungen» zu rechnen.

100'000 Liter Seewasser pro Sekunde

Der Entlastungsstollen ist nötig, um im Hochwasserfall Wasser aus dem See in die Sarneraa unterhalb des Wichelsees zu führen. Das Einlaufbauwerk fasst bis zu maximal 100'000 Liter Wasser pro Sekunde. Mit dessen Abfluss will man den Seepegel regulieren. Die Sohle des Einlauftrichters wird rund 11 Meter unter der Wasseroberfläche liegen und somit mehrheitlich ständig unter Wasser liegen und vom Ufer aus nicht sichtbar sein. Um Schwemmholz vom Stollen fernzuhalten, gibts vor dem Einlaufbauwerk einen Schwimmbalken.

Die Fussgänger am Seeweg werden während der Bauzeit umgeleitet. Dies wird entsprechend signalisiert. Nachdem die Baugrube erstellt ist, sei auch während der Bauarbeiten am Einlaufbauwerk der Durchgang für Fussgänger über einen montierten Steg möglich. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird eine Zufahrt entlang der Zentralbahnschienen zur Erschliessung des Einlaufwerks erstellt. Dieser beginnt am bestehenden Bahnübergang bei der Grossen Melchaa. Mit Hilfe der Wehranlage im Auslaufbauwerk des Stollens und einem Hilfswehr in der Sarneraa oberhalb der Rütistrasse in Sarnen wird der Wasserabfluss aus dem Sarnersee künftig reguliert.